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Seele

von Christian Hoppe, 14. November 2007, 09:25

Gemeinhin unterstellt man, dass der christliche Glaube die Existenz einer körperunabhängigen, unsterblichen Seele annimmt. Auch hier zeigt ein tieferes Nachbohren, dass die biblischen und theologischen Konzepte konsequent nicht dualistisch waren. Zum Teil zeigt sich eine erstaunliche Übereinstimmung mit modernen anthropologischen Deutungen neurowissenschaftlicher Befunde. Aber auch der Seelen-Begriff lässt sich - jenseits von Psychologie und Neurowissenschaften - in einem theologischen Kontext noch immer sinnvoll verwenden.

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Kommentare

  1. Ingo-Wolf Kittel, FA für pt. Medizin "Seele" ist zunächst ein deutsches Wort, dessen etymologische Herkunft interessant ist.
    22.11.2007 | 12:24

    Nach dem Duden-Herkunftwörterbuch geht Seele "wahrscheinlich" auf der oder die See zurück: wegen dem bei Kelten und Germanen gepflegten Brauch, Tote im Wasser zu bestatten. Anders als die Griechen, die sich das (Schatten-)Reich des Hades mit Styx und Zerberus als Aufenthaltsort der "Schatten" der Verstorbenen ausphantasiert hatten, hegten Kelten und Germanen die Vorstellung, Ungeborene und Toten würden im Wasser "wohnen".

    Dass eine nur der Phantasie geborene Vorstellung, die mit einem Wort verbunden wurde, willkürlich durch andere Phantasien austauschbar ist, ist leicht nachvollziehbar: es steht ja generell im Belieben von Sprecher, ihren Lautbildungen Sinn zu geben und sie so zu Worten ihrer Sprache zu machen.

    Dass im Christentum allerdings ausgerechnet das lat. anima oder griech. psychä (auch pneuma) für Atem wie übrigens auch spiritus von spiro für ich atme für das ursprünglich gar nicht im heutigen Sinn gebrauchte, sondern emotional bedeutsame Wort Geist sowie Seele und damit Wörter für den sichtbarsten, zentralsten und wichtigsten Lebensvorgang zur Bezeichnung von etwas ganz andersartig Vorgestelltem gebraucht werden, legt nahe, hier eher an ein altes, wenn auch vielleicht unter historisch aufgehäuften Spekulationen aller Art verstecktes Missverständnis zu denken als an etwas Sinnvolles.

    Die Beliebigkeit der Bedeutungszuschreibungen zu einer fixierten Lautfolge bzw. Buchstabenfolge wie "Seele" wie bisher fortzusetzen, mutet dann eher wie Zeitverschwendung an denn als sinnvolle Beschäftigung

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