Wahrheitsliebe dank TMS
Hi Nette,
huh, was fuer ein komisches Gefuehl. So ein Kribbeln, als wenn einem eine Armee von Ameisen den Arm hinuntermarschiert. So fuehlt es sich an, wenn die TMS-Spule (kurz fuer "Transkraniale Magnetstimulation") den eigenen Nerven kitzelt. Ich habe das gerade am eigenen Leib ausprobieren koennen. Bei dem Neuroforscher und "real New Yorker", den ich letztens besucht habe.
Julian Keenan von der Montclair University, etwa eine halbe Stunde vor den Toren Manhattans, experimentiert mit TMS. Genauer gesagt versucht er, mittels dieser Methode die natuerliche Tendenz zum Flunkern, die jedem von uns innewohnt, zu manipulieren. Und dabei ist er ueberraschend erfolgreich!
Julian hat in seinen Studien entdeckt, dass eine Region im Frontalhirn, der medial praefrontale Cortex (MPFC), viel damit zu tun hat: Wenn er dessen Aktivitaet mittels TMS quasi ausknockt, sind Probanden weniger gewillt sich selbst groessere Talente zuzuschreiben als sie besitzen, und sie behaupten auch seltener ein Wort zu kennen, dass sie in Wahrheit gar noch nie gehoert haben (weil es naemlich nicht existiert!).
An mir hat er die Methode nicht live ausprobieren wollen. Man weiss ja nie wie das Gehirn irgendeines hergelaufenen deutschen Journalisten so darauf reagiert. Aber an meinem Handnerven sowie seinem eigenen motorischen Cortex fuehrt er die Methode mal eben vor, als waere es nichts. Enjoy!
Stay tuned, Nette!
Steve
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