brainlogs Menschen Bilder

Ein stummer Traum?

12. Dezember 2007, 20:15

Das Wachkoma stellt Neurologen und Bewusstseinsforscher gleichermaßen vor ein Rätsel: Wie können wir uns sicher sein, dass ein Mensch, der kein äußeres Verhalten zeigt, bewusstlos ist? Das Beispiel des Locked-in-Syndroms (LIS) zeigt, dass Menschen womöglich nur noch die Augen bewegen oder blinzeln, aber dennoch voll bei Bewusstsein sein können und daher ungetrübt erleben, was um sie herum geschieht. Wenn aber ein Patient mit einer Hirnverletzung, beispielsweise nach einem schweren Autounfall, in die Klinik geliefert wird, dann lässt sich das nicht so leicht entscheiden. Im Gegensatz zum LIS, bei dem die Erkrankung meistens langsam voranschreitet, geschehen solche Unfälle schlagartig. Die klinisch verwendete Glasgow Coma Scale misst, inwiefern Patienten motorisch, verbal oder mit den Augen auf äußere Reize reagieren können und urteilt dann darüber, wie stark der komatöse Zustand ist – oder eben auch nicht. Werden weniger als neun von 15 erreichbaren Punkten erzielt, geht man von einer starken Störung aus. Wenn aber, wie das Beispiel LIS zeigt, auch ohne solches Verhalten volles Bewusstsein vorhanden sein kann, wie können wir uns dann der Diagnose eines Komazustandes sicher sein? (weiter)

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Illusion 3D

29. November 2007, 18:23

Im Kino sah ich kürzlich ganz besondere Menschen-Bilder: In dem „Black Box“ getauften Saal des Cinedom in Köln sowie in einigen anderen Kinos in Deutschland werden nun normale Kinofilme in einer besonderen 3-D-Ausführung gezeigt. Damit der Effekt funktioniert, muss man dafür eine elektronische Brille tragen, die wahrscheinlich abwechselnd jedes Auge verdunkelt, ca. 60 mal pro Sekunde und pro Auge. Mit einem aufwändigen Projektor kann man so jedem Auge unterschiedliche Bilder zeigen, was aber zu schnell geschieht, um davon etwas zu bemerken. Durch die Differenz der Bilder wird den Augen dann eine Tiefenperspektive vorgetäuscht, die es gar nicht gibt. Das Gesehene wirkt dreidimensional. Ohne die Brille könnte man den Film zwar auch anschauen, würde aber alles verschwommen sehen. Da die Bilder unterschiedlichen Perspektiven entsprechen, werden sie dann von beiden Augen gleichzeitig gesehen und der Effekt bricht zusammen. (weiter)

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Zufallsfunde - Was tun?

20. November 2007, 18:30

Im vorherigen Teil haben wir uns mit dem Problem der Zufallsfunde befasst. Dabei haben wir den Fall eines Forschers kennen gelernt, bei dem in einem Experiment im Hirnscanner ein Hirntumor von der Größe eines Golfballs gefunden worden war. Über diese Risiken und Konsequenzen eines MRT-Experimentes hatte man ihn nicht aufgeklärt. Im zweiten Teil wollen wir uns kurz mit der – spärlichen – Literatur im deutschsprachigen Raum und den ethischen Aspekten befassen. (weiter)

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Wie ein Hirnscan das Leben verändern kann

05. November 2007, 18:40

Was wäre, wenn Sie an einem Experiment teilnähmen und plötzlich hieße es, mit Ihrem Gehirn stimmte etwas nicht? Tatsächlich wurde in der Nature vom März 2005 ein Leserbrief mit der Überschrift „How volunteering for an MRI scan changed my life“ abgedruckt. Dort berichtet ein Wissenschaftler davon, wie er an seinem eigenen Institut an einem Experiment im Hirnscanner teilnahm – und danach vom Direktor darauf hingewiesen wurde, mit seinem Gehirn sei etwas nicht in Ordnung. Auf der Aufnahme erkannte der Forscher – selbst ein Neurowissenschaftler von Beruf – einen Tumor „von der Größe eines Golfballs“ (Anonym, 2005: 17). (weiter)

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Reisekosten?

31. Oktober 2007, 22:47

Eigene Kosten! So will es jedenfalls das Bundesreisekostengesetz. Als Wissenschaftler treibt es einen quer durch die Welt. Aber auch schon innerdeutsche Reisen haben es in sich – wenn man an den Verwaltungsakt denkt, den das mit sich bringt. Wer an vielen Projekten mitarbeitet, der muss auch viel reisen; schließlich arbeitet man ja nicht alleine, sondern zeichnen sich gerade wissenschaftliche Projekte durch Kooperationen mit anderen aus. Im November muss ich nun gleich aus mehreren Gründen in unsere Hauptstadt: Dort gibt es für mich „Dienstgeschäfte“ zu erledigen, wie es die Beamtensprache formuliert, an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie an der Humboldt-Universität(weiter)

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Neuro-Psycho-Erkrankungen?

26. Oktober 2007, 16:30

Was ist eine psychiatrische Erkrankung? Was unterscheidet sie von einer neurologischen? Mit dieser Frage beschäftigten sich schon Urväter der Psychiatrie wie Emil Kraepelin (1856-1926), der große Fortschritte zur Unterscheidung der Erkrankungen brachte, oder Alois Alzheimer (1864-1915), als er die Forschung der nach ihm benannten Gehirnerkrankung vorantreib. Sie kann auch 100 Jahre später noch nicht als gelöst gelten. (weiter)

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Mutter Natur oder Vater Schöpfer?

20. Oktober 2007, 13:22

Die Frage, ob sich die Entstehung des Lebens und der Lebewesen im Universum am besten biologisch oder durch Annahme eines intelligenten Schöpfers erklären lässt, erhitzt nach wie vor die Gemüter. In der aktuellen Technology Review beschreibt die allgemein von mir geschätzte Redakteurin Veronika Szentpétery die Funktion von „Mastergenen“, welche die Entwicklung komplexer Lebensformen erklären würden. (weiter)

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Neuroethik mal Holländisch

11. Oktober 2007, 21:06

Kürzlich war ich auf einer Neuroethik-Konferenz an der TU Delft in Holland – der ersten Neuroethik-Konferenz im Lande, wie es hieß. Aus den Vereinigten Staaten waren drei Experten eingeladen, darunter William Uttal, ein emeritierter Kognitionswissenschaftler, der in etwa die These vertrat, die bildgebende Neuroforschung sei vor allem eines: Blödsinn. Unter den schlappen sieben Büchern, die er in den letzten fünf Jahren geschrieben hat, befindet sich auch The New Phrenology, in dem er seine provokante These verteidigt. Wenigstens hat Uttal seine Meinung mit Humor vertreten und gab den anderen eine Extremposition, gegen die sie – meist einmütig – argumentieren konnten. (weiter)

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Die Macht der Gene?

27. September 2007, 08:09

Herzlich willkommen bei der ersten Folge des Menschen-Bilder-Blogs. Hier werden wir uns in regelmäßigen Abständen mit der Frage beschäftigen, was die neuesten Funde aus den Neurowissenschaften für unser Selbstverständnis bedeuten. In der Ausgabe 9/2007 von Gehirn&Geist gab es einen großen Schwerpunkt, in dem zwei Experten über die Auswirkung der Gene auf psychische und körperliche Erkrankungen schrieben. (weiter)

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