brainlogs Menschen Bilder

Psychiatrie-Bibel unter Beschuss

23. Juli 2009, 00:31

Zurzeit wird die fünfte Ausgabe des DSM genannten Standardwerks vorbereitet, das die psychiatrische Arbeit weltweit beeinflusst. Die Veröffentlichung ist für das Jahr 2012 geplant. Doch mit dem heranrückenden Termin gerät das 1999 begonnene Projekt zunehmend unter Beschuss – aus den eigenen Reihen!

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Doch kein Depressions-Gen

13. Juli 2009, 00:04

Aminosäuren der DNADie Volkskrankheit Depression stellt für die Betroffenen und die Gesellschaft eine große Belastung dar. In den letzten Jahren wurde ein Gen, das den Neurotransmitter Serotonin beeinflusst, mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht. Eine neue Meta-Studie weist dies jedoch vehement zurück.

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Die Rückkehr der Skepsis

22. März 2009, 15:33

Clare College, Cambridge, UKDie bildgebende Hirnforschung ist in den letzten Jahren weitgehend unkritisch aufgenommen worden. In jüngster Zeit ist aber ein Anstieg der skeptischen Berichte zu erkennen. So begegnete man auch auf einem internationalen Workshop an der University of Cambridge den Forschungsergebnissen mit nüchterner Zurückhaltung.

Die Veranstaltung mit dem Titel Brains in Dialogue wurde von Wissenschaftlern der International School for Advanced Studies der Universität Triest, Italien, organisiert und fand vom 17. bis 18. März am Clare College in Cambridge statt (Foto). Neben den Möglichkeiten und Grenzen der Hirnforschung waren ihre ethischen und rechtlichen Konsequenzen thematische Schwerpunkte. Außerdem waren Experten der Wissenschaftskommunikation aus verschiedenen europäischen Ländern präsent. Ihnen ging es um die Darstellung der Forschung in den Medien und der Einbeziehung der Öffentlichkeit. Passend wurde die Konferenz daher auch mit einem Wissenschaftscafé abgeschlossen, in dem drei Forscher der Öffentlichkeit zum Thema Gedankenlesen Rede und Antwort standen. (weiter)

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Gene, Umwelt und die Grenzen der Erziehung

31. Oktober 2008, 16:23

Wie groß ist der genetische Beitrag zur Entstehung psychischer Erkrankungen? Welche Rolle spielt die Erziehung? Nils Brose, Direktor am Max-Planck-Insitut für Experimentelle Medizin in Göttingen, antwortet jetzt auf meinen Beitrag über „Die entschuldigende Funktion der Naturwissenschaft“. Dort habe ich Beobachtungen darüber gesammelt, wie Naturwissenschaftler ihre Ergebnisse – wie ich finde: voreilig – so interpretieren, dass sie Eltern Betroffener aus der Verantwortung ziehen.  (weiter)

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Religiöser Glaube kann Schmerzen lindern

22. Oktober 2008, 20:07

betende Jungfrau Maria Hirnforscher von der Universität Oxford haben in Zusammenarbeit mit Theologen und Philosophen untersucht, inwiefern religiöser Glauben das Empfinden von Schmerzen reduzieren kann. Ihre Ergebnisse bringen sie mit der allgemeineren Fähigkeit der Emotionsregulation in Zusammenhang.  (weiter)

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Die entschuldigende Funktion der Naturwissenschaft

20. September 2008, 12:12

Aminosäuren der DNAAutismus ist einer der thematischen Schwerpunkte der aktuellen Gehirn&Geist (10/2008). Der Max-Planck-Direktor Nils Brose erklärt den Lesern die spannenden Funde genetischer Forschung, die inzwischen 19 Gene mit dem Spektrum der Autismuserkrankungen in Zusammenhang gebracht hat (S. 69). Gleich zu Beginn interpretiert er diese Ergebnisse so, als würden sie die alte Vorstellung widerlegen, Autismus sei vor allem auf Vernachlässigung der Eltern zurückzuführen; diese seien beispielsweise vom Kinderpsychologen Bruno Bettelheim (1903-1990) oder dem Psychiater Leo Kanner (1896-1981) vertreten worden. Die volkstümliche Vorstellung von der Kühlschrankmutter sei nun überwunden:  (weiter)

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Zufällig Gefunden

26. August 2008, 10:51

Zufallsfund (nachgestellt) Was passiert, wenn man bei einer augenscheinlich gesunden Versuchsperson etwas im Gehirn findet, das auf eine Erkrankung hindeutet? Was erst wie eine Signalauffälligkeit aussieht, kann sich beim näheren Betrachten als ein Hinweis auf einen Hirntumor, eine gefährliche Gefäßveränderung oder einen früheren Schlaganfall entpuppen. Unter der Überschrift, „Wie ein Hirnscan das Leben verändern kann“, haben wir uns hier bei den Menschen-Bildern bereits mit dem Problem der Zufallsfunde beschäftigt.  (weiter)

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Komapatienten als Organspender?

05. April 2008, 09:41

Komapuppe„Ganz schön daneben“ – so könnte man einen Artikel der nordamerikanischen Philosophin Yvonne Raley zusammenfassen, einer „Expertin für Metaphysik und Angewandte Ethik“, wie es heißt. Sie vermischt darin zwei Fragen, die nicht zusammengehören: Erstens, ab wann gilt ein Mensch für tot? Zweitens, unter welchen Umständen dürfen einem Menschen Organe entnommen werden, um damit anderen zu helfen? Die Frage, die Raley diskutiert, lautet hingegen: Sollte man Komapatienten für tot erklären, um Organspenden zu erleichtern? Das heißt, Raley sucht nach einem Todeskriterium, das sich anders als das bei uns und in vielen Ländern gültige Konzept vom Hirntod nicht am medizinischen und wissenschaftlichen Stand orientiert, sondern am Nutzen. (weiter)

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Ein stummer Traum?

12. Dezember 2007, 20:15

Das Wachkoma stellt Neurologen und Bewusstseinsforscher gleichermaßen vor ein Rätsel: Wie können wir uns sicher sein, dass ein Mensch, der kein äußeres Verhalten zeigt, bewusstlos ist? Das Beispiel des Locked-in-Syndroms (LIS) zeigt, dass Menschen womöglich nur noch die Augen bewegen oder blinzeln, aber dennoch voll bei Bewusstsein sein können und daher ungetrübt erleben, was um sie herum geschieht. Wenn aber ein Patient mit einer Hirnverletzung, beispielsweise nach einem schweren Autounfall, in die Klinik geliefert wird, dann lässt sich das nicht so leicht entscheiden. Im Gegensatz zum LIS, bei dem die Erkrankung meistens langsam voranschreitet, geschehen solche Unfälle schlagartig. Die klinisch verwendete Glasgow Coma Scale misst, inwiefern Patienten motorisch, verbal oder mit den Augen auf äußere Reize reagieren können und urteilt dann darüber, wie stark der komatöse Zustand ist – oder eben auch nicht. Werden weniger als neun von 15 erreichbaren Punkten erzielt, geht man von einer starken Störung aus. Wenn aber, wie das Beispiel LIS zeigt, auch ohne solches Verhalten volles Bewusstsein vorhanden sein kann, wie können wir uns dann der Diagnose eines Komazustandes sicher sein? (weiter)

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Zufallsfunde - Was tun?

20. November 2007, 18:30

Im vorherigen Teil haben wir uns mit dem Problem der Zufallsfunde befasst. Dabei haben wir den Fall eines Forschers kennen gelernt, bei dem in einem Experiment im Hirnscanner ein Hirntumor von der Größe eines Golfballs gefunden worden war. Über diese Risiken und Konsequenzen eines MRT-Experimentes hatte man ihn nicht aufgeklärt. Im zweiten Teil wollen wir uns kurz mit der – spärlichen – Literatur im deutschsprachigen Raum und den ethischen Aspekten befassen. (weiter)

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