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Medienschelte die Zweite

23. April 2008, 21:39

Kürzlich verteilte ich dem Autor eines Beitrags für das nano-Magazin auf 3sat eine Schelte. Einen Tag später lief ein Beitrag zum selben Thema in der ARD-Sendung panorama. Inzwischen wurde mir berichtet, dass von der interviewten Medizinethikerin Bettina Schöne-Seifert, Professorin an der Universität Münster, nur einseitig solche Statements ausgewählt worden seien, in denen sie die Vorteile des "Neuro-Enhancements" thematisiert. Tatsächlich könnte man den Eindruck gewinnen, Frau Schöne-Seifert wolle die Psychopharmaka zur Leistungssteigerung uneingeschränkt empfehlen. Der interviewte Pharmakologe Gerd Glaeske, Professor an der Universität Bremen, erscheint viel kritischer als die Ethikerin. Für den Zuschauer ist es durch diese Auswahl nicht ersichtlich, welche Argumente oder Bedenken Frau Schöne-Seifert gegen das Enhancement haben könnte. (weiter)

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Der Neuro-Autokauf

18. April 2008, 10:16

Der Neuro-AutokaufOft liest man inzwischen vom Neuromarketing. Tatsächlich gibt es schon eine Reihe von Büchern, die unter diesem Prädikat aus den Ergebnissen der Hirnforschung Empfehlungen für die Gestaltung, die Bewerbung und den Verkauf von Produkten ableiten wollen. Die Güte dieser Theorien zu diskutieren wäre Stoff für ein eigenes Buch. Hier soll es um eine Fantasiegeschichte gehen, wie ein Autokauf in einer fernen(?) Zukunft funktionieren könnte: (weiter)

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Keine Zeit für kritische Philosophie auf 3sat?

16. April 2008, 15:17

In meinem letzten Beitrag über "Wissenschaftsdoping" habe ich auf die Fernsehsendung nano auf 3sat hingewiesen, in der heute ein Bericht über Psycho-Enhancement läuft. Wie mir der Autor eben mitteilte, wurden sowohl die Statements Dr. Thorsten Galerts von der Europäischen Akademie in Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH als auch meine komplett gestrichen, nachdem wir mit mehreren Stunden Arbeit am Entstehen des Beitrags beteiligt waren.

Hat man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen etwa keine Zeit mehr für kritische Philosophie? Es darf spekuliert werden. 



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Wissenschaftsdoping

13. April 2008, 19:00

PillenbergMachen sich unsere schlauesten Köpfe noch schlauer? Zu dieser Frage hat das Wissenschaftsmagazin Nature eine Online-Umfrage geschaltet, deren Ergebnisse kürzlich online veröffentlicht wurden. Insgesamt haben 1428 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran teilgenommen. Repräsentativ ist die Auswahl aber sicher nicht, denn zum einen dürfte die Leserschaft von Nature nur einen Teil der Wissenschaften, vor allem aus der naturwissenschaftlichen Fakultät, ansprechen, zum anderen ist ihr Wirkungsgrad in den Vereinigten Staaten sicher am höchsten. So belegen auch die Daten, dass knapp 70% der Teilnehmer in den USA leben, gefolgt von 6% in Großbritannien. Nach Kanada mit 6% kommen Australien und Deutschland, in denen jeweils 3% der Teilnehmer ihren Wohnsitz haben. Diese Zahlen sollte man aber nicht mit den Nationalitäten gleichsetzen, denn beispielsweise arbeiten (und leben) ja auch viele deutsche Wissenschaftler in Nordamerika.  (weiter)

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Komapatienten als Organspender?

05. April 2008, 09:41

Komapuppe„Ganz schön daneben“ – so könnte man einen Artikel der nordamerikanischen Philosophin Yvonne Raley zusammenfassen, einer „Expertin für Metaphysik und Angewandte Ethik“, wie es heißt. Sie vermischt darin zwei Fragen, die nicht zusammengehören: Erstens, ab wann gilt ein Mensch für tot? Zweitens, unter welchen Umständen dürfen einem Menschen Organe entnommen werden, um damit anderen zu helfen? Die Frage, die Raley diskutiert, lautet hingegen: Sollte man Komapatienten für tot erklären, um Organspenden zu erleichtern? Das heißt, Raley sucht nach einem Todeskriterium, das sich anders als das bei uns und in vielen Ländern gültige Konzept vom Hirntod nicht am medizinischen und wissenschaftlichen Stand orientiert, sondern am Nutzen. (weiter)

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