Was die Gender Studies über Fortpflanzung und Kinder sagen
Diesen Beitrag habe ich mir schon lange vorgenommen. Was sagen die Gender Studies über die wohl wichtigste Angelegenheit eines Menschenlebens, nämlich das Kinderkriegen? Da ich leider über kein Institut für kritische Feminismus-Forschung verfüge und mein Geld mit anderer Tätigkeit verdienen muss, habe ich mich auf eine Internet-Recherche stochastischer Art beschränkt: Ich habe einfach mal gegoogelt. Mich interessieren dabei nur Ergebnisse, die sich auf die wissenschaftliche Theoriebildung der Gender Studies beziehen. Was denken und sagen Gender-Forscher also über die Fortpflanzung des Menschen? Eine Disziplin, die sich mit dem Geschlecht befasst, müsste dazu doch etwas zu sagen haben – sollte man vermuten.
Erste Suche: „Gender“ und „Kinder“
Die Ergebnisse beziehen sich so gut wie alle auf das Thema „Gender Mainstreaming in der Kinder- und Jugendarbeit“. Also keine Gedanken übers Kinderkriegen, sondern über die Fortpflanzung der eigenen Theorie in die Köpfe der Kinder.
Zweite Suche: G. und Fortpflanzung
Das erste Ergebnis ist der Wikipedia-Eintrag über die „Doing Gender“-Methode, zentraler Begriff der Gender Studies. Der Begriff Fortpflanzung findet sich in der Literaturliste. Aber auch da geht es nicht ums Kinderkriegen: Hirschauer, Stefan: Die soziale Fortpflanzung der Zweigeschlechtlichkeit. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 1994, 46: 668 – 692.
Immerhin finde ich auch diese Ausgabe der Fachzeitschrift ‚zeitenblicke‘ über "Sexualität und Fortpflanzung in den Medien des 20. Jahrhunderts". Nur zwei Beiträge haben Fortpflanzung (und nicht Sexualität) zum Gegenstand. „Die Reproduktion als Wille und Vorstellung. Reproduktionsmedizin in den Printmedien Ende des 20. Jahrhunderts“ und „Virtuelle Schwangerschaften. Eine Mediengeschichte aktueller Formate pränataler Bildgebung“.
So funktioniert Kulturwissenschaft! Texte über Gegenstände werden für entscheidender betrachtet als die Gegenstände selbst. Wenn überhaupt Fortpflanzung interessiert, dann nur über den Umweg der Medien, die sie behandeln. Dann lässt sich natürlich schön behaupten, diese Gegenstände seien kulturell oder sozial konstruiert.
Apropos Konstruktion: Das nächste interessante google-Ergebnis ist der Eintrag „Geschlechterkonstruktion in der Biologie“ im „genderwiki“ : Eine Zusammenfassung der anti-„biologistischen“ Auffassungen, die in Gender-Studies-Kreisen Allgemeingut sind. Die bösen Biologisten „konstruieren“ demnach Zweigeschlechtlichkeit ins Tierreich hinein. Von der Fortpflanzung des Menschen oder der Säugetiere ist da allerdings überhaupt nicht die Rede. Stattdessen von Coli-Bakterien, denen die Biologie angeblich ungerechtfertigterweise Geschlechteretiketten angeklebt habe. Einen Beitrag zu diesem besonders kruden Bereich der Gender Studies – oft nennen sie das „Naturwissenschaftsforschung“ – liefert übrigens das von mir schon mal kurz vorgestellte Buch „Gender Goes Life!“ .
Bei google.scholar stoße ich dann - endlich - auf einen schon 15 Jahre alten Aufsatz: Hilge Landwehr: „Generativität und Geschlecht. Ein blinder Fleck in der sex/gender-Debatte, in: Lindemann, Gesa/Wobbe, Theresa (Hg.): Denkachsen. Zur theoretischen und institutionellen Rede vom Geschlecht. Suhrkamp Frankfurt, 1994, S. 147-176. Landwehr, Philosophin an der Humboldt-Uni hat also vor 16 Jahren, als die Gender Studies gerade die Unis zu erobern begannen, diesen blinden Fleck erkannt – doch die Gender-Gelehrten sind offenbar lieber blind geblieben. Der Sammelband aus der grauen Vor-Internet-Epoche ist für 1,95 Euro bei Amazon erhältlich. Ich hab ihn bestellt.
Und sonst? Nichts.
Ich fand in einer halben Stunde Internet-Recherche sonst keine Publikationen aus dieser Disziplin, die die Fortpflanzung des Menschen (und nicht der Coli-Bakterien) in ihre Theorien der Geschlechtlichkeit zu integrieren versuchen. Die grundlegendste aller anthropologischen Tatsachen, dass nämlich Menschen sich fortpflanzen, und dass sie es auf geschlechtliche Weise tun, dass (nur) Männer zeugen und (nur) Frauen gebären, und dass dies uns Menschen mit unseren nächsten tierischen Verwandten verbindet, ist für die Geschlechterforschung ein blinder Fleck! Ausgerechnet! Da schreiben Geschlechterforscher die Bibliotheken voll über Geschlechterrollen und „Körper“ (der „Körper“-Begriff in den Gender Studies wird mein nächster Beitrag, erinnern Sie mich daran!) - und das was doch der existentielle Grund für den Unterschied der Körper und Rollen der Geschlechter ist, spielt offenbar so gut wie keine Rolle. Wie kann diese Geschlechterforschung für ihre Thesen Plausibilität behaupten, wenn sie zum zentralen Urgrund der Geschlechtlichkeit so wenig erhellendes zu sagen hat?
Oder war meine Recherche allzu oberflächlich? Wer kann mir helfen? Was sagen die Gender Studies übers Kinderkriegen?
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Material wird es nur über die Auswirkungen der Fortpflanzung geben, beispielsweise das Frauen die Mutterrolle zugewiesen wird. Über Fortpflanzung und ihre biologischen Folgen einschließlich sexueller Selektion etc wird man wenig finden, da das "Biologistisch" wäre.
Aber man wird doch was finden müssen, bzw. es sollte doch Leute geben, die sich Gedanken machen, dazu, dass eben nur Frauen gebären können und Männern diese unbeschreibliche Erfahrung für immer und ewig verwehrt bleiben wird! wenn ich da länger drüber nachdenke, werde ich ganz betroffen... ich meine, schmerz hin oder her - einen lebendigen menschen zur welt bringen, ist doch eine (auch emotionale) erfahrung der besonderen art, die ich als Nichtfrau nicht haben kann.
Da muss sich doch schonmal jemandIn drüber ausgelassen haben?
Zum Thema Geburt findet sich immerhin was bei "Beauvoir, Das andere Geschlecht"
ich hatte da gerade eine Besprechung in meinem Blog, aus der ich einfach mal zitiere:
Als wesentliche Behinderung sieht Beauvoir unter anderem die Schwangerschaft, bei der die Frau auf Kosten ihrer Energie Leben zur Welt bringt. Sie hatte daher nicht in der Lage auch noch ihr und das Leben der Kinder zu sichern und war daher auf den Mann angewiesen, ohne diesen hätte das Menschengeschlecht nicht überdauert (S 88) Weil das Leben so gefährlich war, konnte man sich auch mehr Ruhm erwerben, wenn man tötet, nicht wenn man gebiert (S. 90). Diese Herrschaft des Mannes wird schließlich gefestigt durch die Vererbung des Besitzes an die männlichen Nachkommen und dadurch, dass Frauen nicht selten „gekauft“ werden, also dem Vater bestimmte Summen gezahlt werden.
503 Results in ISI Web of Knowledge
Zum Beispiel:
2.
Title: Lesbian Motherhood: Gender, Families and Sexual Citizenship
Author(s): Ritchie A
Source: EUROPEAN JOURNAL OF WOMENS STUDIES Volume: 17 Issue: 2 Pages: 171-173 Published: MAY 2010
503. Title: ATTITUDE TOWARD MOTHERHOOD - GENDER, GENERATIONAL, AND RELIGIOUS COMPARISONS
Author(s): HAREMUSTIN RT, BENNETT SK, BRODERICK PC
Source: SEX ROLES Volume: 9 Issue: 5 Pages: 643-661 Published: 1983
Times Cited: 12
...spuckt auch einen Riesenhaufen aus, u.a. zu "gender procreation", "gender childbirth", "gender children" etc. jeweils weit mehr als 50.000 Treffer.
"Die grundlegendste aller anthropologischen Tatsachen, dass nämlich Menschen sich fortpflanzen, und dass sie es auf geschlechtliche Weise tun, dass (nur) Männer zeugen und (nur) Frauen gebären, und dass dies uns Menschen mit unseren nächsten tierischen Verwandten verbindet, ist für die Geschlechterforschung ein blinder Fleck!"
Ich kann allein auf der Basis meiner Suchergebnisse nicht beurteilen, was die Genderforschung übers Kinderkriegen sagt. Die Qualität der Recherche, auf der diese doch recht steile These basiert, dagegen schon eher.
Liebe Gender-Forscherinnen, seht doch bitte endlich ein, dass ihr zum Kinderkriegen da seid! Der Herr Knauß hat es euch doch schon sooo oft erklärt.
Und wenn ihr schon forschen müsst, dann bitte nur über diese Tatsache.
Und außerdem ist es gemein von euch, diese Forschung dann so zu verstecken, dass der Herr Knauß sie nicht finden kann.
schon oft gesagt wurde: Polemisch zu werden, hilft bei diesem Thema nun wirklich nicht weiter.
Der Verlauf der posts in diesem blog hat das nun wirklich ausreichend deutlich gezeigt. Und daß immer wieder darauf hingewiesen werden muß, nervt.
Und wann bekommen wir in diesem Blog etwas zu lesen, das bei diesem Thema weiter hilft?
Oder zumindest etwas das mir Grund gibt, das Thema und seine Vertreter ernst zu nehmen? Damit tu ich mir inzwischen ein bisschen schwer, bei dem, was es hier insgesamt so zu lesen gibt.
"Und wann bekommen wir in diesem Blog etwas zu lesen, das bei diesem Thema weiter hilft?"
Das Einzige, was ich an dieser Stelle tun kann, ist, mir etwas Nützliches auszudenken. Ich habe auch eine Idee, die ich dir gerne mailen kann. Ich brauche auf jeden Fall Hilfe bei der Recherche - allein schon aus Zeitgründen. Du könntest da einen Beitrag leisten, wenn du willst.
"Damit tu ich mir inzwischen ein bisschen schwer, bei dem, was es hier insgesamt so zu lesen gibt."
Ich denke, ich verstehe das Problem, aber die beste Reaktion darauf besteht nicht darin, rumzumaulen, sondern sich selbst anzustrengen. Ich wär soweit. Wie steht es mit dir?
Nun, ich kann da nur aus eigener Erfahrung schreiben: In der Evolutionsforschung zu Religiosität und Religionen beziehen wir zunehmend die Gender-Perspektive (z.B. Verhaltensvergleiche je von Männern und Frauen, die soziohistorischen Entwicklungen von Geschlechterrollen etc.) ein und bei der BGAEU hatte ich 2008 gezielt auch zum Fortpflanzungserfolg je konfessionslos und religiös vergemeinschafteter Frauen gesprochen und publiziert, siehe hier S. 30 ff., mit Datentabellen:
http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/BlumeBGAEUEvolutionsgeschichteReligion.pdf
Das stieß eigentlich eher bei Männlein und Weiblein auf erfreutes Interesse und dieses Jahr im Juli soll ich das Thema bei einem weiteren Vortrag zu "Die Rolle der Frauen in der Frühgeschichte der Religion" sogar vertiefen. Feministische Tabus erlebe ich auch bei solchen Fragestellungen nur sehr vereinzelt, eher schon ein starkes Interesse an den Beiträgen auch weiblicher Primatologen wie z.B. Sarah Hrdy, die wegweisend über die Bedeutung menschlicher Reproduktion und gemeinschaftlichen Kinderaufziehens geschrieben hat:
http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2010-01-28/mutter-natur-verstehen-die-evolutionsforscherin-sarah-hrdy
Früher gab es sicher - und historisch durchaus nicht unbegründet - feministische Vorbehalte gegen "die Naturwissenschaften" oder "die Demografie", aber nach meinem Eindruck ändert sich das zusehends.
Ein reizvolles Angebot. Zumal der Gedanke, dass die Genderforschung politisierter ist als ihr gut tut, teilweise so abwegig gar nicht ist. Ich erinnere mich da an deinen Gastbeitrag hier, den ich tatsächlich recht erhellend fand.
Ich muss aber leider passen, aus Zeitgründen und weil mich das Thema auch ehrlich gesagt nicht genug interessiert. Das sind alles nicht meine Thesen hier.
Ich guck mir deinen Vorschlag gerne an und seh, ob ich was dazu beitragen kann, aber ich bin ausgelastet.
Um weibliche Primatologinnen oder andere Naturwissenschaftler gehts mir ja gerade nicht. Ich behaupte natürlich nicht, dass sich alle weiblichen Wissenschaftler diesem Thema Fortpflanzung verschließen. Es geht mir um "Gender Studies" im engen Sinne, also um die kulturwissenschaftliche Disziplin, und für die ist "Biologie" oft ein rotes Tuch.
Dass mittlerweile auch viele Naturwisenschaftler den Begriff "Gender" verwenden ist verwirrend, denn sie tun das oft ziemlich unbedarft, ohne zu bedenken, dass damit eigentlich ein unbiologisches, rein kulturelles Geschlecht gemeint ist. Von "Gender-Medizin" zum Beispiel sollte man eigentlich nicht sprechen, wenn es um Geschlechterunterschiede etwa bei Krankheitsbildern geht.
Was wollen Sie denn von mir? Ich habe doch selbst angekündigt, dass ich keine gründliche Recherche veranstaltet habe. Dieser Beitrag ist kein wissenschaftlicher Aufsatz. Ich will nur auf die seltsame Tatsache hinweisen, dass Fortpflanzung für die Theoriebildung der kulturwissenschaftlichen Geschlechterforschung keine herausragende Rolle spielt. Wäre es anders müsste man beim googlen schnell (das ist das entscheidende Adverb!) entsprechende Ergebnisse finden.
Und wenn Sie hier etwas lesen wollen, dass Ihnen "weiterhilft", dann muss ich Sie generell enttäuschen. Den Anspruch habe ich nicht.
Und wenn Sie "das Thema und seine Vertreter" nicht ernst nehmen, dann kann ich das ganz gut verstehen. Die Gender Studies verzapfen ja auch sehr viel Unsinn. Das ist ja einer der zentralen Gründe, warum ich diesen Blog betreibe. Man sollte sie allerdings durchaus ernst nehmen, denn sie sind extrem gesellschaftlich wirkmächtig.
Und schließlich: Dies ist kein Wissenschaftsblog, sondern ein journalistischer. Ich bitte das zu bedenken.
Ich mag mich über die Gender Studies manchmal wundern, ernst nehme ich sie als Kulturwissenschaft natürlich trotzdem.
Sie haben bislang nicht erkennen lassen, dass Sie von Ihrem selbstgewählten Thema irgendetwas verstehen oder auch nur Interesse daran hätten, ein solches Verständnis zu erwerben. Sie polemisieren hier nur herum.
Was daran im engeren Sinne journalistisch sein soll, kann ich auch nicht erkennen. Mit dem, was mir als Journalismus beigebracht wurde, hat es nicht viel zu tun.
Ich wünsche mir mehr Sorgfalt von Ihnen, mehr will ich eigentlich gar nicht.
Bevor das hier ausufert.
"Die Gender Studies verzapfen ja auch sehr viel Unsinn. Das ist ja einer der zentralen Gründe, warum ich diesen Blog betreibe."
Absolut. Nur: Die Chemie verzapft auch sehr viel Unsinn, ich habe das gerade mal wieder thematisieren müssen. Das gehört einfach zur Wissenschaft dazu. Trotzdem ist die Chemie natürlich eine funktionierende Wissenschaft mit validen Ergebnissen.
Jetzt sagen Sie, das was in "den Gender Studies" passiert, geht über normale Reibungsverluste hinaus, wird sich nicht wieder ausbügeln und ist ein echtes Problem. Das bedarf einer Begründung.
Für jemanden, der nicht a priori Ihrer Meinung ist, liefern Sie bislang keine Gründe, sich mit Ihrer These zu befassen. Im Gegenteil.
Wer sich mit der Fortpflanzung des Menschen beschäftigt, der stößt irgendwann auf die Frage, weshalb es eigentlich überhaupt zwei unterschiedliche Geschlechter gibt.
Der muß sich mit Fragen der Evolution, der sexuellen Selektion und den damit einhergehenden Vorteilen einer geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung beschäftigen.
So wie ich die Gender-Studies wahrnehme, wurden sie ja gerade deswegen gegründet, um zu beweisen, das die oben angesprochenen Punkte keinesfalls in der Natur des Menschen angelegt sind, sondern kulturell bedingt sind (insbesondere die unterschiedlichen Rollen der Geschlechter in der Gesellschaft).
Man kann ja auch mal die Frage stellen, weshalb die Menschheit eigentlich nicht aus Zwittern besteht, wenn die Unterschiede zwischen den Geschlechtern laut den Gender-Studies ja quasi kaum vorhanden sind.
"So wie ich die Gender-Studies wahrnehme, wurden sie ja gerade deswegen gegründet, um zu beweisen, das die oben angesprochenen Punkte keinesfalls in der Natur des Menschen angelegt sind, sondern kulturell bedingt sind (insbesondere die unterschiedlichen Rollen der Geschlechter in der Gesellschaft)."
Nicht nur Sie nehmen die Gender Studies so wahr.
Jeder Versuch, auch biologische Gründe für geschlechtstypisches Verhalten zu bedenken, wird in den Gender Studies als biologistisch, essentialistisch etc. diffamiert.
Gender Studies wie auch weite Teile der heutigen Soziologie sind biologisch blind, genauer gesagt, haben sich selbst, aus ideologischen Gründen, verblendet, haben nichts mit Wissenschaft, aber sehr viel mit empiriefreier Ideologie zu tun, die behauptet, mit unbewiesenen, unterstellenden Prämissen arbeitet usw.
Wichtigste Prämissen:
1) Männer handeln in erster Linie inhärent aus egoistischen Motiven heraus, sie sind aktive "Sünder", wollen Frauen einschränken, unterwerfen, überwältigen, unterdrücken.
Alles männliche Handeln/Verhalten, bereits das von männlichen Kindern, gegenüber Mädchen/Frauen wird durch dieses Interpretationraster gepresst.
Andere, "edlere". legitimere Motive werden männlichen Wesen nicht zugebilligt.
Der egoistische, unterdrückerische Mann handelt offenbar im Einklang mit sich selbst.
2.) Frauen handeln dagegen in erster Linie inhärent selbstlos, jedenfalls wesentlich selbstloser als Männer.
Egoismus scheint Frauen wesensfremd.
Sie sind eigentlich grundgut, nur leider schwach, zu "Bösem" verführt durch gesellschaftliche, natürlich "männliche", patriarchale Einflüsse, die sie so zu unverantwortlichen Wesen machen oder durch männliche Überwältigung gezwungen, "böse" zu handeln, jedenfalls ohne eigenes, genuin weibliches Interesse etwa an patriarchalen Zuständen, ohne eigenes weibliches Verschulden.
Frauen werden letzten Endes IMMER als Opfer eigentlich von Männern zu verantwortender Ursachen exkulpiert.
Die Schlange im feministischen Gender Study Paradies hat männlich zu sein.
Worin die "Patriarchatsdividende" für Frauen liegen könnte, die Frauen aus genuinem Eigeninteresse dazu bewegen könnte, z.B. ihre Söhne zu "Patriarchen" zu sozialisieren, sich als glühende Verfechterinnen patriarchaler Religionen zu gerieren, das alles darf nur zur Sprache kommen unter dem grundsätzlichen Vorbehalt, dass letzten Endes daran nur Männer schuld sein können, Frauen schlimmstenfalls als verführte Opfer, als Missgeleitete, die eigentlich gegen ihre ureigenen Interessen handeln, am patriarchalen System mitwirken, nie aber als Lebewesen, die sehr wohl im Einklang mit ihren eigenen (Fortpflanzungs-) Interessen, ihren "genetischen" Interessen, von patriarchalen Zuständen profitieren.
Welche ureigenen Fraueninteressen im Patriarchat umgesetzt sein könnten, das darf nicht bedacht werden, gefährdete ein solcher Ansatz doch den bequemen weiblichen Opfermythos, der poltisch-finanziell so ertragreich ist.
Über die wissenschaftlichen Zustände an US-amerikanischen Gender Study Fakultäten äußert sich hier eine Kritikerin: Prof. Christina Hoff-Summers
http://chronicle.com/article/Persistent-Myths-in-Feminis/46965
Gender Studies, das beinhaltet auch in Deutschland weithin nur feministische Ideologie, die sich als Wissenschaft tarnt.
Dass die in Gender Study Kreisen gepflegte Aufteilung der Welt in das aktiv-wirkmächtige männlich "Böse" und das "schwache" selbstlose, inhärent gute Weibliche, das dem starken Männlichen zum Opfer fällt, die platteste aller mögllichen biologistischen und sexistischen Denkweisen verkörpert, fällt im Eifer der frauenbefreienden Gefechtsführung gar nicht mehr auf.
Es ist sehr verdienstvoll, das Herr Knauß das in seinem Blog thematisiert.
Es gehört mittlerweile Mut dazu, den zur Staatsideologie geronnen Feminismus zu kritisieren.
Sie schreiben: "Die Chemie verzapft auch sehr viel Unsinn, ich habe das gerade mal wieder thematisieren müssen. Das gehört einfach zur Wissenschaft dazu. Trotzdem ist die Chemie natürlich eine funktionierende Wissenschaft mit validen Ergebnissen."
Die Gender Studies sind als Kulturwissenschaft in keiner Weise mit der experimentelen Naturwissenschaft Chemie vergleichbar. Meinen Sie wirklich, in den Kulturwissenschaften gehe es darum, "valide Ergebnisse" zu produzieren? Sie scheinen wenig zu verstehen von dem, was in den philosophischen Fakultäten passiert.
"Jetzt sagen Sie, das was in "den Gender Studies" passiert, geht über normale Reibungsverluste hinaus, wird sich nicht wieder ausbügeln und ist ein echtes Problem. Das bedarf einer Begründung." Mit Reibungsverlust hat das gar nichts zu tun. Lesen Sie meine Beiträge, dann wissen Sie, was ich kritisiere. Und Sie werden auch Begründungen finden. Ich hab keine Lust auf solche Pauschalbehauptungen zu antworten.
"Für jemanden, der nicht a priori Ihrer Meinung ist, liefern Sie bislang keine Gründe, sich mit Ihrer These zu befassen. Im Gegenteil."
Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie meine Beiträge und die ausführlichen Diskussionen darüber einigermaßen aufmerksam verfolgt haben. Sie sagen ja selbst, dass Sie das Thema gar nicht besonders interessiert. Warum greifen Sie mich dann hier derart emotional an?
Zum Vorwurf des Polemisierens: Dazu stehe ich. Ich will hier streiten, demaskieren, auch anklagen. Und das durchaus auch mit den rhetorischen Mitteln der Übertreibung und der Ironie. Wenn Sie meine Beiträge lesen, werden Sie aber auch bemerken, dass ich durchaus in der Lage bin zu differenzieren. Ich würde nie sagen, dass alles und jede These der Gender Studies völliger Quatsch sind. Es kommentieren ja auch viele, die nicht meiner Meinung sind. Das freut mich auch, denn sonst würde es bald langweilig.