"Geschlechterkampf von Rechts"? Freiewelt.net kritisiert eine Studie, die Antifeministen als Radikale darstellt
Die Internet-Zeitung freiewelt.net - auf der ich auch publiziere - nimmt den Journalisten und Autor Thomas Gesterkamp unter Feuer. Er hat in einer von der Friedrich-Ebert-Stiftung finanzierten Studie die Behauptung aufgestellt, dass sich "Männerrechtler und Familienfundamentalisten" gegen das Feindbild Feminismus radikalisieren würden. Da er, so schreibt Freiewelt-Redakteur Fabian Heinzel, "für die in seiner Studie aufgestellten Behauptungen keine ausreichenden Belege präsentiert und er außerdem versucht, einer Vielzahl von Andersdenkenden rechtsextremistische Tendenzen zu unterstellen", stellt ihm Freiewelt einige kritische Fragen, die er - hoffentlich - auf seiner Homepage beantworten wird. Und hier die Studie, die meine Leser interessieren dürfte.
Dies ist nur ein kurzer Hinweis in Eile. Ich habe die Studie selbst noch nicht gelesen, werde meine Meinung dazu wahrscheinlich hier noch kundtun. Der Titel allerdings - "Geschlechterkampf von rechts. Wie Männerrechtler und Familienfundamentalisten sich gegen das Feindbild Feminismus radikalisieren" - lässt ein Pamphlet mit politischer Absicht erahnen. Wer einem anderen ein "Feindbild" unterstellt, will sich oft gegen Grundsatzkritik absichern.
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Machen Sie sich nur nicht allzuviele Hoffnungen, daß Sie hier jemals eine Antwort erhalten. Das betreffende Schriftstück hat die Bezeichnung "Studie" in keinster Weise verdient, sondern stellt lediglich ein, wie Sie schon richtig vermuten, demagogisches Pamphlet dar, in dem Herr Gesterkamp die Männerbewegung in die rechte Ecke zu stellen versucht. Eine wissenschaftliche Methodik sucht man vergebens, Behauptungen bleiben weitesgehend unbelegt. Nichtzuletzt wegen Ausdrucksweisem wie "Arne Hoffmann, der [...] gegen alles Feministische hetzt" liest sich das Machwerk denn auch vielmehr wie eine (etwas elaborierte) polemische Meinungsäußerung, wie man sie zuhauf z.B. in Weblogs und Internetforen findet. Ich denke, daß es sich hier um das alte Spielchen "immer schön mit Schmutz bewerfen, irgendwas wird schon hängenbleiben" handelt; das eigentliche Ziel der Diffamierung und Diskreditierung ist somit ja schon erreicht. Bei einer fairen und sachlichen Diskussion kann Herr Gesterkamp somit meines Erachtens aufgrund Mangels an Sachargumenten eigentlich nur noch verlieren, und wird diese daher tunlichst meiden. Natürlich lasse ich mich hier gerne lügen strafen, allein mir fehlt der Glaube.
Sie schreiben "Das betreffende Schriftstück hat die Bezeichnung "Studie" in keinster Weise verdient."
So baut man einen Strohmann auf. Tatsächlich handelt es sich nicht um eine Studie, sondern um eine Expertise. Und nur als solche wird sie auch vom Autor bezeichnet.
Den Begriff "Studie" hat die Freie Welt ins Spiel gebracht. Also beklagen Sie sich besser dort über die unzutreffende Bezeichnung.
Nebenbei bemerkt kommt der Begriff "Rechtsextremismus" in der Expertise nur einmal (in einem allgemeinen Zusammenhang) auf Seite 7 vor, wenn ich jetzt nichts übersehen habe. (Im Quellenverzeichnis werden noch einige Links als rechtsextrem klassifiziert.) Insofern verstehe ich die ganze Aufregung nicht.
Wenn alle Stricke reißen, muss es der "Nazi" richten. Zu mehr sind die Medien offenbar nicht in der Lage.
Vielleicht ist es ja auch umgekehrt und die Freie Welt will mit einer hochgejazzten Debatte über (angebliche) Rechtsextremismus-Vorwürfe einfach nur anderen Diskussionen über inhaltliche Defizite vorbeugen.
Wenn man sich den Wissenschaftsteil der Freien Welt anschaut, liest sich die Autorenliste wie ein Who is Who der meistumstrittenen deutschen Wissenschaftsjournalisten - Leute wie Rolf Froböse (http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2009/05/froboese-quantenmedizin.php), Klaus-Dieter Krause (http://www.scienceblogs.de/primaklima/2009/07/die-freie-welt-nimmt-sich-des-klimas-an.php) oder Benno Kirsch (http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/fischblog/physik/2008-07-16/was-ist-eigentlich-euer-problem/page/2).
Wohlgemerkt - das alles hat nicht im Entferntesten mit Rechtsextremismus zu tun, es handelt sich einfach nur um extrem schlechten Wissenschaftsjournalismus. Auf eine Diskussion dazu wird man bei der Freien Welt wohl vergeblich warten. Stattdessen versucht man dort, sich in eine Opferrolle wegen (angeblicher) Rechtsextremismusvorwürfe zu begeben. Die theatralische Art, wie die Gersterkamp-Expertise (in der die Freie Welt ja nur ganz am Rande erwähnt wird), auf deren Webseiten jetzt zum Topthema gemacht wird, hat doch offensichtlich nur einen Zweck: sich selbst als Opfer einer politisch motivierten Kampagne darzustellen und damit inhaltlichen Diskussionen über die Freie Welt (die es ja inzwischen sicher auch bei der Naumann-Stiftung gibt) vorzubeugen.
Wer lesen und zählen kann ist klar im Vorteil!
In der sogenannten Expertise (noch nichteinmal das ist das verlogene Pamphlet des Herrn Gesterkamp) ergibt die Suche nach "rechtsextrem" 14 Treffer. Nur drei davon unter "Quellen, Literatur".
Sie neigen wohl genau wie Herr Gesterkamp zu einer etwas einseitigen (um nicht zu sagen verlogenen) Darstellung (um nicht zu sagen Verdrehung) von Fakten.
Ihre persönlichen Spekulationen über die "wahren" Motive/Intentionen des Autoren bzw. FreieWelt.net seien Ihnen gegönnt.
Mich interessiert vielmehr, ob und wie Herr Gesterkamp auf die angesprochenen Schwächen und Widersprüche antworten wird.
Dass es sich lediglich um eine Expertise handelt, macht die Fragen deswegen doch nicht uninteressanter. Bin gespannt!
Können wir nicht mal über ein erfreulicheres Thema sprechen? Aktuelle DVD-Veröffentlichungen zum Beispiel?
Gestern Abend habe ich etwa "Der fremde Sohn" mit Angelina Jolie gesehen. Bisschen melodramatisch, aber ganz okay. Es geht darin um die wahre Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die im Los Angeles der zwanziger Jahre lebte und deren Sohn spurlos verschwindet. Ein paar Wochen später bringt ihr das komplett unfähige und unverantwortliche LA-Police-Department einen aufgegriffenen wildfremden Jungen und behauptet, es handele sich um den von ihr vermissten Sohn. Als die Mutter sich dagegen sträubt, das als Tatsache anzuerkennen, und der Polizei weiter auf den Wecker fällt, wird sie von einem schmierigen Gutachter öffentlich als hysterisch und gefährlich abgestempelt und in eine Klinik für Geisteskranke eingewiesen, damit sie nicht länger stört.
Die Filmkritik interpretiert den Film so, dass in dieser Geschichte die grundsätzliche Entmachtung ("disempowerment") von Frauen das zentrale Thema sei. Die Heldin stünde stellvertretend für alle Frauen der damaligen Zeit, die mit ihrer Lebensführung gegen die herrschende Ideologie verstießen und dafür ausgegrenzt und bestraft werden müssten. Sobald Frauen begonnen hatten, über ihre Diskriminierungserfahrungen zu sprechen und damit nicht mehr so leicht handhabbar zu sein, musste ihr Wille gebrochen und sie zu Gehorsam gezwungen werden. Clint Eastwood, der Regisseur des Films, erklärte, das Verhalten der Obrigkeit zeige, wie Frauen damals gesehen wurden: "Etwas stimmt nicht mit dir. Du bist eine unabhängige Frau. Das konnte die damalige Zeit nicht akzeptieren."
Weiß auch nicht, wie ich jetzt im Zusammenhang mit der Gesterkamp-Debatte darauf komme. War halt ein ganz aufschlussreicher Film. Bisschen lang vielleicht.
1. Inhaltliche Diskussionen können auf FreieWelt.net sehr wohl zu allen Beiträgen geführt werden - es gibt überall einen Kommentarbereich. Für die Inhalte sind die Autoren selbst verantwortlich, ich schlage daher vor, die Diskussion über die Inhalte von Froböse, Kirsch und Krause in die Kommentarbereiche der entsprechenden Blogs zu verlagern, da sie mit der Diskussion um Gesterkamps Arbeit nicht das Geringste zu tun hat.
2. Eine Expertise ist das Gutachten eines Experten, das sogar vor Gericht Bestand haben sollte. Die Verwendung dieses Begriffs spricht Gesterkamp also nicht von der Verantwortung frei, seine Behauptungen belegen zu müssen - eher im Gegenteil. Es ist auch nicht einzusehen, warum an einen promovierten Wissenschaftler, der im Auftrag eines Forschungsbereichs eine "kritische Analyse" (siehe Vorwort) erstellt, kein wissenschaftlicher Anspruch gestellt werden sollte.
3. Gesterkamp bewegt sich teilweise zumindest hart an der Grenze zur Verleumdung. Er sollte lieber froh sein, dass ihm von FreieWelt.net nur ein paar kritische Fragen gestellt werden. Wir haben ihm sogar angeboten, seine Antworten unmittelbar bei uns zu veröffentlichen, aber das wollte er nicht. Es ist durchaus denkbar, dass andere Organisationen juristisch gegen ihn vorgehen werden.
Die "Freie Welt" wird im gesamten Text genau ZWEIMAL erwähnt, nämlich auf Seite 5 und Seite 20 mit dem Kommentar, daß "Freie Welt - Internetzeitung für die Zivilgesellschaft" in Titel und Untertitel ein Beispiel für die rechte Umdeutung von Begriffen sei.
Diese Meinung können Sie teilen oder auch nicht, eine Verleumdung ist das jedenfalls nicht.
@ chrima: "Rechtsextremismus" kommt nur 2 mal vor, "rechtsextrem" tatsächlich 13 mal, aber - haben Sie sich überhaupt angesehen, in welchen Zusammenhängen das Wort "rechtsextrem" eigentlich verwendet wird??
Zum Beispiel vier mal auf Seite 13, wo es um genau die entgegengesetzten Aussagen geht wie von ihnen insinuiert (z.B. "nicht jeder ... ist automatisch rechtsextrem"), noch zweimal in einem ähnlichen Kontext auf Seite 17.
(Und schließlich wie gesagt bei Links zu Quellen).
Also: nicht nur zählen, auch lesen!
@tk
Ich habe auch nicht behauptet, dass Gesterkamp FreieWelt.net verleumdet (obwohl er auch über die Freie Welt Behauptungen aufstellt, die so nicht richtig sind). Vielmehr sind die Vorwürfe gegen Mixa, Amendt und Liminski in meinen Augen zumindest hart an der Grenze dazu.
Die Begriffe "Studie" und "Expertise" werden tatsächlich häufig synonym verwendet. Wie Herr Heinzel außerdem schon richtig angemerkt hat spricht die Bezeichnung als Expertise nicht davon frei, einem wissenschaftlichen Anspruch genügen zu müssen. Wer dann letztendlich welche Bezeichnung für diese Machwerk eingeführt oder verwendet hat ist im übrigen für die sachlich-kritische Auseinandersetzung absolut unerheblich, meinen Sie nicht?
Die Häufigkeit des Auftretens bestimmter Stichworte wie "rechtsextrem" spielt ebensowenig eine Rolle. Statt per Volltextsuche nur Wörter zu zählen sollten Sie das Papier vielleicht einfach erstmal lesen, bevor Sie es hier weiter so vehement verteidigen. Die Diffamierung von Männerechtlern als Rechtsradikale ist doch als Ziel eindeutig schon aus dem Titel ersichtlich ("von rechts", "Fundamentalisten", "radikalisieren").
Auf Seite 13 erklärt Herr Gesterkamp zwar als erstes, daß "Guilt by Association" nicht zulässig sein sollte, da dies zu Trugschlüssen führe, und "nicht jeder, der [...] in einer rechtslastigen Zeitschrift publiziert, ist automatisch selber rechtsextrem". Dann fährt er allerdings damit fort, genau das eben doch zu tun, nennt es nur anders (Beleuchten des "Dunstkreises", "fehlende Berührungsängste [...] dem rechstextremen Milieu gegenüber").
Im Falle von MANNdat z.B. nennt er dann ein (!) Interview des Vorsitzenden Eugen Maus mit der Zeitschrift "Junge Freiheit". Schaut man sich die Liste der Personen an, die der Zeitung schon ein Interview gegeben haben [1], so findet man dort ein breites politisches Spektrum, inklusive Mitgliedern aller derzeit im Bundestag vertretenen Parteien, inklusive so rechtsextremen wie der SPD, den Grünen und der PDS (jetzt: die Linke). Es wäre interessant zu erfahren, ob Herr Gesterkamp demnächst eine ähnlich Expertise zu politischen Parteien veröffentlicht, wo er dann SPD, Grüne und Linke ebenfalls im "Dunstkreis" der Rechsextremen verorten würde.
[1] http://www.jungefreiheit.de/Interview-Partner.51.0.html
Der Geschlechterkampf wurde und wird zuallererst von links geführt.
Erinnert sei an dieser Stelle, symptomatisch und beispielhaft für die Pervertierung des Gleichberechtigungsgedankens, an das Frauenstatut der Partei "Die Grünen".
http://www.gruene-partei.de/cms/files/dokbin/43/43470.satzungfrauenstatut.pdf
Wie soll sich ein Mann, der sich einen Rest an Selbstachtung bewahrt hat, mit solchen Luschen identifizieren, die sich derart offensichtlich diskriminieren lassen ? Fähnchen im Wind, die uns ihren feigen Opportunismus und ihr devotes Gehabe als progressive Männlichkeit anzudrehen versuchen ?
Was bleibt einem Männerrechtler, der sich gesellschaftspolitisch als liberal versteht, sozialen Ausgleich befürwortet und die Gleichberechtigung der Geschlechter für selbstverständlich hält denn anderes übrig, als sich von diesen Parteien und ihren bornierten Ideologen, die männliche Benachteiligungen selbst dann nicht anerkennen, wenn man sie ihnen vor den Latz knallt, angewidert abzuwenden ?
Herr Gesterkamp, der sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen für einen Experten in Sachen Geschlechterfragen hält, sei gesagt : Das Büsserhemd, auch das selbstgebügelte, ist nicht wirklich sexy. Und belästigen Sie Männer, die sich für ihre Rechte wehren, nicht mehr mit ihren dummdreisten Unterstellungen.
Worüber die Leute hier diskutieren entscheidet nur herr Knauß. Sie können niemandem die Diskussion verbieten.
Sie kritisieren die totalitäre Ideologie des Feminismus, verteidigen aber auf Ihrem blog die totalitäre Ideologie des Islam. Mit einer totalitären ideologie bekämpfen Sie eine andere totalitäre Ideologie. Das kann nicht gut gehen.
Religionen sind totalitär, sie stellen totalitäre Ansprüche, absolute Wahrheit, Gott weiß alles, hat alles erschaffen etc.Das brauche ich hier nicht ztu erklären. Das wissen die leser von scienceblogs.
Im Islam wird man als Moslem geboren. Man kann aus dem Isalm nicht austreten. Moslems behandeln Nichtmoslems wenn überhaupt als Menschen, dann als menschen zweiter Klasse. Das ist doch rechtsextrem. Ich weiß, Sie werde sagen, ich habe Vorurteile gegen Moslems. Dann lesen Sie doch im Koran nach oder schauen Sie sich die MInerheitenpolitik in moslemischen Ländern.
Sie diffamieren auf Ihrem Blog pauschal alle Kritiker des Islam. Thomas Gesterkamp diffamiert pauschal die Kritiker des Feminismus. Der Inhalt der Diffamierung ist unterschiedlich, die Form genau dieselbe.
@ JK: Ich habe in meinem Blog etliche Artikel verlinkt, die wieder und wieder erklären, worin sich notwendige Islamkritik und kulturrassistische Ftremdenfeindlichkeit unterscheiden. Hier nur der neueste davon:
http://arnehoffmann.blogspot.com/2010/03/wenn-skepsis-gegen-moslems-zur.html
Wenn Sie zum Beispiel schreiben "Moslems behandeln Nichtmoslems wenn überhaupt als Menschen, dann als Menschen zweiter Klasse." dann ist das rassistisch. Es gibt zahllose Moslems, die das nicht tun, die Sie aber nicht wahrnehmen wollen. Wenn hingegen beispielsweise Irshad Manji in ihrem Buch "Der Aufbruch: Plädoyer für einen aufgeklärten Islam" (dem ich bei Amazon fünf Sterne gegeben habe) erklärt, was in dieser Religion alles schiefläuft und wie man das verbessern könnte, dann ist das sinnvolle Religionskritik.