brainlogs Geschlechtsverwirrung

Bundesministerin Kristina Schröder distanziert sich von Frauenquoten

von Ferdinand Knauß, 08. März 2010, 11:16

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (aber nicht für Männer!) Kristina Schröder, geborene Köhler, hat in der vergangenen Woche eine interessante Rede im Bundestag gehalten, auf die mich Alexander Ulfig aufmerksam gemacht hat. Beachtenswert ist vor allem ihre Ablehnung von Quotenregelungen. Immerhin scheint in der Geschlechterpolitik vielleicht wenigstens in Teilbereichen die Vernunft zurückzukehren.

Ein Zitat: "Ich glaube nicht, dass Gehaltsunterschiede und die fehlende Präsenz von Frauen in den Führungsetagen immer noch das Ergebnis bewusster, schenkelklopfender Diskriminierung ist. Vielmehr glaube ich, dass wir es mit kulturellen und strukturellen Ursachen zu tun haben."

Ganz frei macht sie sich allerdings auch nicht vom Gleichstellungsgeschwätz. Sehr vielsagend sind vor allem die feministischen Einwürfe von SPD-, Grünen- und Linke-Politikerinnen. Lesen Sie selbst: http://www.kristinaschroeder.de/bundestag/reden/2010/rede-im-plenum-23/





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Kommentare

  1. Goofos Schröder nähert sich wieder Frauenquoten
    16.03.2010 | 01:09

    Hat sich nicht lange von den Frauenquoten distanziert.

    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:gleichberechtigung-frauenquote-fuer-schroeder-ultima-ratio/50088311.html

  2. Almut "Mit mehr Frauen einfach besser"
    16.03.2010 | 10:41

    Wenn es jetzt zunehmend Männer (aktuell: René Obermann, Hans-Olaf Henkel) sind, die sich - sicher gut gemeint, aber mit paternalistischem Grundton - für Frauenquoten stark machen, sind ein paar kritisch reservierte Töne wie die von Ministerin Schröder ganz angebracht. (Klar, "Gleichstellungsgeschwätz" kann sie auch. Aber andere können halt nur Gleichstellungsgeschwätz.)

    Laut SpOn (http://bit.ly/amTwcz) bezeichnet René Obermann die Frauenquote als "ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness" und als "eine Notwendigkeit für den Erfolg": "Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser." Sicher?

    Gebot der gesellschaftlichen Fairness: Damit unterstellt Herr Obermann, dass Frauen unfair behandelt werden, wenn sie im Vergleich zu Männern unterrepräsentiert sind. Was dann bisher auch für die Telekom galt. Und weiterhin gilt, da das Geschlechterverhältnis in der Gesamtbevölkerung ja 50:50 beträgt und nicht 30:70.

    Notwendigkeit für den Erfolg: Ich habe noch keinen handfesten Beleg dafür gefunden, dass die Erhöhung des Frauenanteils in einem Unternehmen ursächlich für eine Gewinnsteigerung wäre. Häufig wird sich auf die McKinsey-Studie "Women matter" aus dem Jahr 2007 berufen. Aber selbst dort heißt es (auf S. 12): "Correlation is not necessarily cause, but the correlation between organisational excellence and women’s participation in management bodies is nonetheless striking." Auch eine striking correlation ist nur eine correlation.

    Darüber hinaus frage ich mich dies: Wenn man wie Obermann davon überzeugt ist, dass man "mit Frauen an der Spitze einfach besser" wird, warum braucht man dann eine Quote, um den Frauenanteil an der Spitze zu erhöhen? Und warum wird das derartig an die große Glocke gehängt? Wenn ein Unternehmen beispielsweise aus betrieblichen Gründen mehr Ingenieure einstellen will, wird doch auch keine Ingenieursquote ausgerufen.

    Fazit: Im Zusammenhang mit der Frauenquote wird erstens zu unscharf argumentiert und zweitens zu laut verkündet. Beides finde ich als Angehörige der Bevölkerungsgruppe, um die es dabei geht, ein bisschen peinlich.

  3. Ferdinand Knauß @ Almut
    16.03.2010 | 11:04

    Danke. Ihre Überlegungen entlarven das Quotengeschwätz der Unternehmen sehr treffend.
    Es geht den Unternehmen darum, eine gesllschaftlich hegemononial gewordene Norm zu erfüllen und sich damit nach außen als "zeitgemäß" zu präsentieren.

    Ich kritisiere an anderer Stelle oft das Ausgreifen ökonomischer Maximen in eigentlich wirtschaftsfreie Bereiche (vor allem die Wissenschaft). Aber in diesem Fall der Frauen-Quoten in Unternehmen ist es umgekehrt. Hier muss man das Ausgreifen einer moralistischen Norm in die (Arbeits-)Marktökonomie kritisieren.

  4. Goofos @Almut
    16.03.2010 | 18:13

    Sie schreiben: Notwendigkeit für den Erfolg: Ich habe noch keinen handfesten Beleg dafür gefunden, dass die Erhöhung des Frauenanteils in einem Unternehmen ursächlich für eine Gewinnsteigerung wäre. -

    Wenn ich mich nicht täusche geht es dabei eigentlich noch nicht mal um Frauen. Eigentlich spricht man von Vielfalt/Diversity würde die Unternehmen erfolgreicher, innovativer, flexibler, toll machen. Einen handfesten Beleg dafür gibt es natürlich genau so wenig. Ein Argument für die Frauenquote war trotzdem desöfteren auch, dass erst mit Frauen eine Vielfalt hergestellt wird.

  5. Alpha-Zyniker Diversity Management
    17.03.2010 | 08:41

    @Almut: Der Satz "... the correlation between organisational excellence and women’s participation in management bodies is nonetheless striking." ist nicht nur wegen der naheliegenden Überbewertung einer Korrelation angreifbar.
    Tatsache ist, das organisational excellence zu einem erheblichen Anteil über Diversity Management definiert wird. Letzten Endes bedeutet der zitierte Satz also: "Wenn ihr unsere Bedingungen für organisational excellence erfüllt, sagen wir, dass ihr organisational excellence habt.".

    @Goofos: Wobei Diversity Management eine gute Sache ist, um Betriebsblindheit zu vermeiden. Ein Führungsgremium das mit unterschiedlichen Charaktern besetzt ist, wird gerade in schwierigen Zeiten mehr Ansätze ernsthaft diskutieren und so eher zu einem neuen, aber besseren Lösungsansatz als Weiter so... finden.

    Der Haken am real existierenden D.M. ist aber, dass die Diversität über Faktoren wie Geschlecht, Ethnie und sexuelle Orientierung definiert wird.

    Und ob ein Gremium mit Frauen, Asiaten und Schwulen die aber alle die gleiche Business School besucht haben wirklich so heterogen ist, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

  6. Elmar Diederichs @all: merci
    17.03.2010 | 10:55

    Man lernt doch nie aus in diesem Forum. :-)

    Danke an alle!

    BG

  7. Goofos @Alpha-Zyniker
    17.03.2010 | 18:19

    Wobei man sich auch bei Diversity Management auf den Glauben verlassen muss, dass dadurch Betriebsblindheit vermieden wird. Einen Beleg dafür gibt es auch nicht. Aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich mal behaupten, Vielfalt ist kein Garant für so etwas.

    Aber mir ging es dann auch erst einmal nur darum, dass allein durch die beiden Geschlechter noch keine Vielfalt gegeben ist.

  8. Almut @ Ferdinand Knauß
    19.03.2010 | 08:15

    Sie schreiben: "Es geht den Unternehmen darum, eine gesllschaftlich hegemononial gewordene Norm zu erfüllen und sich damit nach außen als 'zeitgemäß' zu präsentieren."

    So was hatte ich befürchtet. Frauen als eine Art Zeitgeist-Accessoire. Wenn dann wenigstens auf den Teil Aber-die-Wissenschaft-hat-bewiesen verzichtet würde. Natürlich nur solange es keinen vernünftigen Beleg für die Gewinnsteigerung qua Quote gibt. Ich habe jedenfalls bisher noch keinen gefunden. Stellvertretend für die vielen Obermann-Jubelartikel hier eine Passage aus einem ZEIT-Artikel von Tina Groll:

    Immer wieder konstatieren Studien, dass Unternehmen, an deren Spitzen Männer und Frauen gleichberechtigt entscheiden, wesentlich erfolgreicher, effizienter und profitabler sind. Eine Studie unter finnischen Unternehmen, die Entscheidungspositionen mit Frauen besetzten, zeigte, dass die Profitabilität durchschnittlich um bis zu 20 Prozent stieg.

    Diese finnische Studie würde mich interessieren, aber leider habe ich via Google dazu nichts gefunden. Und eine Anfrage bei der Autorin ergab bisher keine Antwort.

  9. Katharina finnische Studie
    29.03.2010 | 15:59

    mich würde diese finnische Studie auch interessieren. Haben Sie schon Feedback erhalten? Als ich die Autorin, Frau Groll anschrieb bekam ich folgende Antwort:
    "für die Studie bitte bei der finnischen Handelskammer anfragen, oder
    Botschaft hier in Berlin. Die können weiterhelfen."

  10. Almut @ Katharina
    31.03.2010 | 00:10

    Habe inzwischen auch eine Antwort erhalten. Mit dem gleichen Wortlaut wie bei Ihnen.

    Wollen wir uns das weitere Vorgehen aufteilen? Ich frag bei der Handelskammer, Sie bei der Botschaft? ;)

  11. Elmar Diederichs @all: Verteilung
    31.03.2010 | 14:38

    Mich wundert ein bisschen, dass hier ernsthaft die Frage diskutiert wird, ob die Erhöhung des Frauenanteils in einem Unternehmen ursächlich für eine Gewinnsteigerung wäre.

    Denn sollte man einer einfachen Abschaetzung nicht viel mehr vertrauen. Z.B. so:

    i) Intelligenz und sonstige Begabungen sind nicht geschlechtsspezifisch verteilt, aber selten.

    ii) Entsprechend sind Experten selten und alle reissen sich um sie. Waehlt man nur unter Frauen oder nur unter Maennern, erhoeht das die Knappheit.

    iii) Oeffent sich ein Unternehmen fuer das andere Geschlecht, so steigt die Wahrscheinlichekit gute Koepfe zu requirieren.

    Test der Hypothese: Man pruefe die mittlere Intelligenz in reinen Maenner-/Frauen-Fuehrungsriegen und teste noch mal nach der Oeffnung fuer das andere Geschlecht.

    Wetten, dass da irgendwas mit diesen besagten 20% korreliert? :-)

    Geschlechtsunterschiede sind wohl erst nach Abzug dieses Effektes zu sehen.

  12. Almut @ Elmar Diederichs
    11.04.2010 | 10:30

    Sie schreiben:

    Test der Hypothese: Man pruefe die mittlere Intelligenz in reinen Maenner-/Frauen-Fuehrungsriegen und teste noch mal nach der Oeffnung fuer das andere Geschlecht.

    Aber trifft das die Problemstellung in Sachen Frauenquote? Behauptungen hinsichtlich einer Gewinnsteigerung qua Frauenquote beziehen sich doch in der Regel auf die Lücke zwischen einem bereits existierenden, aber als zu gering erachteten Frauenanteil einerseits und der anvisierten Quote andererseits (René Obermann: "Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser."). Hinter dieser Lücke wird offenbar ein bisher ungenutztes Potenzial vermutet. Welches dann das logischerweise weniger gewinnbringende männliche Personal in gleicher Größenordnung ersetzen soll.

    Es stellt sich also die Frage, ob eine Frauenquote dieses bisher ungenutzte weibliche Potenzial, das besser qualifiziert wäre als die derzeit noch männlichen Führungsposteninhaber, zutage fördern kann.

    In dem bereits erwähnten Artikel auf ZEIT ONLINE war eine Studie mit dem Titel "How costly is diversity? Affirmative Action in Light of Gender Differences in Competitiveness" verlinkt, die ein paar Hinweise zu der genannten Frage geben könnte.

    Dort wird mit einem Experiment u.a. gezeigt, dass die offizielle Einrichtung einer Frauenquote zur Folge haben kann, dass aufgrund des "mutigeren" weiblichen Bewerbungsverhaltens weniger Männer mit besseren (Rechen-)Leistungen übergangen werden müssen, als wenn man ein unter "normalen" Konkurrenzbedingungen zustande gekommenes Bewerberfeld im Nachhinein mit einer Frauenquote belegt. In jedem Fall aber muss auf Männer mit besseren Testleistungen verzichtet werden.

    Mit anderen Worten: In keinem Fall scheint es so zu sein (wie die Gewinnsteigerungsbehauptung der Quotenbefürworter impliziert), dass durch eine Frauenquote die Qualität des Führungspersonals insgesamt ansteigt - eher ist sogar ein leichter Rückgang an intellektueller Leistung zu verzeichnen.

    Natürlich besteht die "Qualität" des Personals nicht nur aus Rechenleistungen. Aber was wenn die Rechenleistungen aus dem Experiment ein Indikator für die allgemeine Intelligenz sind? Um mein Unternehmen erfolgreicher zu machen, würde ich jedenfalls nicht als erste Maßnahme über eine - wenn auch geringfügige - Absenkung des Durchschnitts-IQs in meinen Führungsetagen nachdenken.

  13. Elmar Diederichs @Almut: Der Witz beim Testen
    11.04.2010 | 12:17

    "Aber trifft das die Problemstellung in Sachen Frauenquote?"

    Das tut sie, wenn man nicht wie Sie - so wie ich Ihren Kommentar verstehe - die Möglichkeit eine begabungsunabhängigen aber geschlechtsspezifischen Potentials im Kopf hat. Was ich vorschlage ist doch gerade so gestrickt, daß diese Annahme witzlos wird genau dann, wenn sich eine Intelligenzunterschied findet.

    Im Einzelnen:

    >Hinter dieser Lücke wird offenbar ein bisher ungenutztes Potenzial vermutet."

    Richtig, aber die Frage ist doch, wie das Potential realisiert ist, wo sein Ursprung liegt.

    "Es stellt sich also die Frage, ob eine Frauenquote dieses bisher ungenutzte weibliche Potenzial, das besser qualifiziert wäre als die derzeit noch männlichen Führungsposteninhaber, zutage fördern kann."

    Nein. Denn wir wissen nicht, ob dieses weibliche Potential existiert. Wir möchte vielmehr herausfinden, ob es ein solche Potential gibt. Und würde man via statistischem Test keine Intelligenzunterschiede finden, dann und nur dann könnte man darüber nachdenken, ob das von Ihnen intendierte weibliche Potential ein geeigneter Kandidat zur Erklärung sein könnte oder nicht. Denn natürlich ist ein solche Potential nicht die einzige Erklärung: Man könnte sich auch vorstellen, daß die Männer durch die Anwesendheit von Frauen zur Leistung angeheizt werden. In Sportstudios ist das ein bekanntes Phänomen.

    Dort wird mit einem Experiment u.a. gezeigt, dass die offizielle Einrichtung einer Frauenquote zur Folge haben kann, dass aufgrund des "mutigeren" weiblichen Bewerbungsverhaltens weniger Männer mit besseren (Rechen-)Leistungen übergangen werden müssen, als wenn man ein unter "normalen" Konkurrenzbedingungen zustande gekommenes Bewerberfeld im Nachhinein mit einer Frauenquote belegt. In jedem Fall aber muss auf Männer mit besseren Testleistungen verzichtet werden.

    "Mit anderen Worten:"

    Die Wendung "Mit anderen Worten" sollte man nur benutzen, wenn man etwas paraphrasiert. Doch das tun Sie nicht. Denn eine Frauenquote impliziert nur, daß es mindestens einen Mann gibt, der trotz besserer (allgemeiner) Leistung zurückgewiesen wird. Was wir hier brauchen, ist die Behauptung, daß in allen Fällen, die der oben diskutierten Statistik zugrunde liegt, kein Intelligenz- oder sonstiger Begabungsunterschied geschlechtsspezifisch ist. Eine Aussage, darüber, wie es zu den gemessenen oder nicht gefunden Unterschieden kam, ist unerheblich.

    Wenn ich Sie richtig verstehe, dann gehen Sie sogar noch weiter: Sie vermuten, daß Erfolg und Intelligenz/Begabung nicht wirklich korrelieren. Verstehe ich sie richtig? Welche andere Erklärung wirtschaftlichen Erfolges schlagen Sie vor?

  14. Almut @ Elmar Diederichs
    11.04.2010 | 19:11

    Danke für Ihre Kommentare. Ich muss zugeben, dass ich bis auf Ihre Kritik an meiner Formulierung "mit anderen Worten" Ihre Einwände nicht so recht verstanden habe. Jetzt bin ich etwas ratlos bzgl. des Fortgangs der Diskussion. Zumindest zu diesem Satz

    Sie vermuten, daß Erfolg und Intelligenz/Begabung nicht wirklich korrelieren.

    kann ich sagen: Nein, das vermute ich nicht. Woraus schließen Sie, dass ich solches vermute?

  15. Elmar Diederichs @Almut: Nochmal gelesen
    11.04.2010 | 20:03

    "Einwände nicht so recht verstanden habe. Jetzt bin ich etwas ratlos bzgl. des Fortgangs der Diskussion."

    Na ja, vielleicht habe ich Sie ja auch mißverstanden. Sagten Sie nicht folgendes:

    1) Zwischen Wirtschaftserfolg, Intelligenz und Frauenquote gibt es eigentlich keinen Zusammenhang.

    Denn: "Aber trifft das die Problemstellung in Sachen Frauenquote?"

    2) Es gibt ein Potential der Frauen, daß mit Intelligenz nichts zu tun hat.

    Denn: "Hinter dieser Lücke wird offenbar ein bisher ungenutztes Potenzial vermutet. Welches dann das logischerweise weniger gewinnbringende männliche Personal in gleicher Größenordnung ersetzen soll."

    Und: "Es stellt sich also die Frage, ob eine Frauenquote dieses bisher ungenutzte weibliche Potenzial, das besser qualifiziert wäre als die derzeit noch männlichen Führungsposteninhaber, zutage fördern kann."

    Allerdings sehe ich das auch so, daß diese Äußerung zu den bisherigen Thesen nicht so recht passen will:

    "Um mein Unternehmen erfolgreicher zu machen, würde ich jedenfalls nicht als erste Maßnahme über eine - wenn auch geringfügige - Absenkung des Durchschnitts-IQs in meinen Führungsetagen nachdenken."

    Ich hoffe, daß hilft Ihnen weiter, noch einmal den Punkt stark zu machen, auf den es Ihnen ankommt.

  16. Almut @ Elmar Diederichs
    11.04.2010 | 23:42

    Ok, ich versuch's noch mal.

    Na ja, vielleicht habe ich Sie ja auch mißverstanden. Sagten Sie nicht folgendes: 1) Zwischen Wirtschaftserfolg, Intelligenz und Frauenquote gibt es eigentlich keinen Zusammenhang.

    Zwischen Frauenquote und Wirtschaftserfolg gibt es laut einer wachsenden Zahl von Journalisten, Politikern und Wirtschaftsführern einen Kausalzusammenhang. Wovon ich nicht überzeugt bin. Korrelationen zeigen sich hier und da aber schon.

    Zwischen Intelligenz und Wirtschaftserfolg liegt eventuell ein gewisser Kausalzusammenhang vor.

    Die Einrichtung einer Frauenquote führte in einem Experiment dazu, dass Männer mit besseren Ergebnissen aus einem Rechentest zugunsten von Frauen übergangen werden mussten.

    Falls diese Testergebnisse mit dem IQ der Teilnehmer korrelieren, würde dies bedeuten, dass im Zuge der Einrichtung einer Frauenquote Männer mit einem höheren IQ zugunsten von Frauen mit einem niedrigeren IQ übergangen werden müssen.

    Für den vermuteten Kausalzusammenhang zwischen IQ und Wirtschaftserfolg würde dies bedeuten, dass der via Frauenquote gesunkene Durchschnitts-IQ des Führungspersonals den Wirtschaftserfolg eher negativ als positiv beeinflusst.

    Also genau der umgekehrte Effekt dessen eintritt, was immer mehr Journalisten, Politiker und Wirtschaftsführer behaupten.

    Es könnte also sein, dass Obermann, Henkel & Co. mit ihrem Vertrauen auf einen Kausalzusammenhang zwischen Frauenquote und Wirtschaftserfolg falsch liegen, dass sie also hinter der Lücke zwischen bereits existierendem und künftig angestrebtem Frauenanteil zu Unrecht ein gewinnträchtigeres Potenzial vermuten, als es das aktuell beschäftigte männliche Personal in gleicher Größenordnung darstellt.

    Aber vielleicht reihe ich hier gerade Denkfehler an Denkfehler. Was ich aufgrund der Missverständnisse, die ich anscheinend produziere, nicht ausschließen kann.

  17. Elmar Diederichs kein Betreff
    12.04.2010 | 13:18

    >Ok, ich versuch's noch mal.

    Danke für Ihre Mühe. Nun habe ich den Eindruck, Sie beim ersten Mal doch mißverstanden zu haben.

    "Für den vermuteten Kausalzusammenhang zwischen IQ und Wirtschaftserfolg würde dies bedeuten, dass der via Frauenquote gesunkene Durchschnitts-IQ des Führungspersonals den Wirtschaftserfolg eher negativ als positiv beeinflusst."

    Ich finde es nicht unbedingt selbstverständlich, daß eine höherer IQ des Managements zu einen größeren Wirtschaftserfolg führt. Daher wäre der von mir vorgeschlagene Test schon informativ.

    Die Pointe Ihres Kommentars steckt wohl aber hier:

    "Es könnte also sein, dass Obermann, Henkel & Co. mit ihrem Vertrauen auf einen Kausalzusammenhang zwischen Frauenquote und Wirtschaftserfolg falsch liegen, dass sie also hinter der Lücke zwischen bereits existierendem und künftig angestrebtem Frauenanteil zu Unrecht ein gewinnträchtigeres Potenzial vermuten."

    Wirtschaftlicher Erfolg hängt von vielen Variablen ab. Die Glaubwürdigkeit einer vorgegebenen Studie zu beurteilen, ist eine Sache, aber die Rationalität von Obermann & Co wird nicht unbedingt durch solche Studien bestimmt.

    In die Welt hinauszuposauen, wie feministisch und damit politisch korrekt man sei, ist vor allem eines - politisch.

    Beispiel: Wer nachweislich mit Kinderarbeit seine Produkte erzeugt, hat Probleme sie zu verkaufen. Und andere Unternehmen wollen dann auch nicht mehr koopieren, weil sie vielleicht denken, daß es ihnen genauso ergeht. Auch Personal zu bekommen, hängt vom Ruf ab. Vielleicht gibt es eine Studie, die wir beide nicht kennen, nach der das Unternehmen durch solche Effekte viel Geld gewinnen oder verlieren würde, wenn es sich neutral verhielte.

    In summa würde ich solche Studien sehr genau hinterfragen.

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