Gender Studies mischen den Klimawandel auf
Der Erfolg der Gender Studies an den Universitäten beruht, so behaupte ich, kaum auf der Stärke ihrer Theorien. Vielmehr gelingt es ihren Vertretern auf geschickte Art und Weise, sich mit Hilfe der Phrasen von Trans- oder Multidisziplinarität in allen möglichen akademischen Disziplinen festzusetzen. Jedes Thema (wirklich jedes!) kann mit "Genderaspekten" versehen werden - schon in der Lehre. Hier ein aktuelles Beispiel.
Das diese Taktik ein erklärtes Ziel ist, kann man auch auf der Homepage "Gender in gestufte Studiengaenge" sehen, die vom Netzwerk Frauenforschung NRW betrieben wird. Auch der Student der Önologie (Weinbau) soll in seinen kurzen Semestern mit den Erkenntissen der gender Studies vertraut gemacht werden. Kein Witz, bitte nachschlagen! Und alles mit offizieller staatlicher Unterstützung wohlgemerkt.
Nun ein aktuelles Beispiel, auf das mich Prof. Dr. Günter Buchholz freundlicherweise aufmerksam machte. An seiner Uni in Hildesheim fand am 8. Dezember ein Vortrag von Ines Weller statt mit dem absurden Thema: "Genderaspekte des Klimawandels". Wie besessen muss man dazu von dieser Theorie sein, dachte ich zuerst. Aber nein, ich denke, das ist eine konsequente Anwendung einer institutionell erfolgreichen Strategie, die kurz gefasst lauten könnte: "Überall mitmischen!"
Den Vortrag selbst habe ich leider nicht zur Verfügung, aber die Ankündigung ist schon aussagekräftig. Es gehe um "Forschungsergebnisse zu dem Einfluss von Gender auf die globalen Klimaveränderungen". Und dabei vor allem die Fragen: "nach möglichen Geschlechterdifferenzen in der Verursachung von Klimagasen. Daran schließt sich zweitens ein Überblick über Forschungsergebnisse zu dem Einfluss von Gender in der Betroffenheit durch die Folgen der Klimaveränderungen an. Im dritten Teil werden Geschlechterdifferenzen in den bevorzugten Lösungen zum Schutz des Klimas und in dem Vertrauen auf ihre Wirksamkeit betrachtet. Abschließend sollen Konsequenzen für die Umwelt- und Klimapolitik erörtert werden."
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber es gibt tatsächlich solche Forschungen. Auf Anhieb habe ich diesen Aufsatz gefunden: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/intern/upload/literatur/Weber05_Gender-Klimapolitik.pdf
Die Autorin Melanie Weber von der FU Berlin schreibt selbst, dass der Zusammenhang nicht offensichtlich sei, aber "die Bezüge" eben "hergestellt" werden müssten. So arbeiten Gender Forscher. Was nicht passt, wird passend gemacht.
Verpackt in das übliche Kulturwissenschaftler-Chinesisch wird also implizit auch der Klimawandel zum Geschlechterkampfplatz erklärt. Kurz für Nicht Gender-Ideologen: Männer sind natürlich schuldiger als Frauen.
Die Zusammenfassung für Eilige: "Im vorliegenden Diskussionspapier wird der Frage nachgegangen, wie Genderkonzepte in sozialwissenschaftliche Untersuchungen des globalen Klimawandels integriert werden können. Die Annahme ist dabei, dass es Fallstricke bei der Integration von Geschlechterverhältnissen
und Klimaschutz gibt, die eng mit der Verwendung impliziter Genderkategorien verbunden sind.
Diese Kategorien müssen aufgedeckt werden, um vor diesem Hintergrund das normative Ziel der Geschlechtergerechtigkeit diskutieren zu können.
Einleitend wird auf internationale Umwelt- und Frauenkonferenzen sowie auf politische bzw. rechtspolitische Maßnahmen und Instrumente in der Gleichstellungspolitik eingegangen. Anschließend wird die Dichotomisierung von Geschlechterkategorien und Rollenzuschreibungen diskutiert. Dies wird am Beispiel der Ressourcennutzung im Entwicklungsländerzusammenhang
ausgeführt. Ziel des Papiers ist es, einen Anstoß für eine stärkere Integration genderrelevanter Fragestellungen unter der Maßgabe des Leitbildes der Geschlechtergerechtigkeit für die sozialwissenschaftliche Klimaforschung zu geben."
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Heute stand igendwo, dass Millionen von Chinesen keine Frau finden werden - weil in den letzten Jahren bevorzugt weibliche Feten abgetrieben wurden => d.h. Frauenfeindlichkeit wirkt sich so direkt auf das Klima aus.
Woher wissen Sie denn, das "Frauenfeindschaft" die höheren Abtreibungsraten weiblicher Feten erklärt?
Könnte es sein, dass dies nichts mit Frauenfeindschaft zu tun hat, sondern mit sozialen Traditionen einer Bauerngesellschaft, in der der Mann als derjenige, der körperlich kräftiger und seltener schwanger als die Frau ist, den höheren Ertrag erwirtschaften kann, deshalb den Hof, das Produktionsmittel, erbt und verpflichtet wird, für die alten Eltern zu sorgen.
Während die Tochter mit Mitgift ausgestattet den Hof verlässt und nicht verpflichtet ist, die alten Eltern zu versorgen.
Was sollen also Eltern tun, wenn ihnen nur ein Kind erlaubt wird und sich im Ultraschall herausstellt, das es ein Mädchen ist?
Darauf vertrauen, dass ihre Tochter schon so viel Ertrag erwirtschaften wird, um sie, entgegen aller Tradition und Wahrscheinlichkeit, in einem Lande ohne gesicherte auskömmliche Altersversorgung staatlicherseits, durchzufüttern?
Oder auf Nummer sicher gehen und solange abzutreiben, bis das erste Kind ein Junge ist?
Wäre das eine mögliche Erklärung für dieses Verhalten jenseits von Frauenfeindschaft?
Oder fällt es zu schwer, auf die vor allem Männern immer wieder gerne unterstellte "Frauenfeindschaft" zu verzichten, weil damit ein Grundpfeiler der Männer-sind-böse-Täter-Frauen-gute-unschuldige-Opfer-Ideologie, die der Feminismus zuvörderst ja ist, fiele?
Ob man Tradition sagt oder Frauenfeindlichkeit, sind lediglich intellekuelle Spitzfindigkeiten.
Man kann Bauernhöfe auch an Frauen vererben. Nehmen wir z.B. einige Himalayaregionen. Dort wurde Besitz über die Frauen vererbt und Frauen hatten mehrere Männer (die Brüder ihres Ehemannes).
In China ist kommen auch noch Aspekte der spirituellen Ahnenverehrung hinzu, welche dort eine große Rolle spielen. Dort ist es in der Regel der älteste Sohn, der dafür verantwortlich ist.
Um als Frau einen Bauernhof zu erben muss man nicht in den Himalaya gehen. Meine Großmutter erbte als eine von sechs Schwestern, den väterlichen Bauernhof in Bayern. Sie heiratete einen Mann, der selber nicht erbte. Solche "Einheirat" ist doch überall verbreitet.
Bevor hier das preußische Landrecht eingeführt wurde, wonach der erste Sohn erbte, gab es nicht einmal eine zentrale Regelung, jeder freie Bauer konnte vererben wie er wollte. Dies wurde fasst ausnahmslos in Ehe- und Erbverträgen festgelegt und war von Region zu Region unterschiedlich.
Siehe: http://dlib-pr.mpier.mpg.de/m/kleioc/0010/exec/wrapbooks/%22136863%22
sondern logisches verhalten.
Männer sind nun einmal stärker und ausdauernder als Frauen. Und was in einigen obskuren Himalaia Regionen los ist, interessiert in Zentralchina nicht.
Das ist keine Frauenfeindlichkeit. Wer das als Frauenfeindlichkeit sieht, weiss nicht was Frauenfeindlichkeit wirklich ist. Und fördert die Gesellschaftliche Tendenz das bald viele Frauen kennenlernen was Frauenfeindlichkeit wirklich ist. Weil der dämliche Sexismus gegenüber Männer und die ständigen Vorwürfe (Vielleicht treiben ja NUR die Frauen ab, weil sie es wollen???) der sinistren Bosheit dieses Geschlechtes nur noch agressiv macht.
Achso, ich dachte Frauen waren Jahrmillionen Lang von Männern unterdrückt und hatten null Rechte? Sie konnten also Bauernhöfe erben? Also waren sie gar nicht Rechtlos? Sie haben also DOCH die Kultur mitbeeinflusst? Huiuiuuii warum gibt es dann den Feminismus?
Was denn nu? In übrigen war die Aussage von Roslin Spekulation.
/ajk
Natürlich war die Aussage von Roslin Spekulation, denn Frauen fallen in China wegen Schwangerschaft nur sehr kurzzeitig als Arbeitskraft aus. Das sind ca 2-5 Wochen über die ganze Lebenszeit; weil in China 1-Kind-Politik gilt > d.h. nur eine Schwangerschaft pro Frau
Ich denke, Sie haben Roslin nicht verstanden. Die Pointe einer Behauptung war, daß Nachteile, die Frauen treffen, Frauen nicht deshalb treffen müssen, weil sie Frauen sind.
Er hat keine Aussage darüber getroffen, wie es de facto und ganz konkret in China ist.
Und das ist auch keine intellektuelle Spitzfindigkeit, sondern wichtig für das Verständnis der Welt, in der leben. Und in dem Moment, in dem man den Anspruch aufgibt, sie zu verstehen, wird jede Diskussion sinnlos und es setzen sich die durch, die stärker sind. Ich kann mir kaum vorstellen, daß das im Sinne des Feminismus ist.
Die Diskussion hat sich von meiner Hypothese im Beitrag entfernt.
Die lautet verkürzt: Gender Studies (und vergleichbare akademische "Soziotope") sind deswegen so erfolgreich, weil sie sich in alle Disziplinen einmischen und ihnen ihr ideologisches Postulat injizieren - auch wenn es noch so absurd ist.
Was halten Sie davon?
Es geht mir nicht um Feminismus.
Wenn immer wieder das Argument kommt, das Frauen wegen Schwangerschaft und körperlicher Schwäche kein Höfe erben und bewirtschaften könnten - dann sollte man mal nachdenken und die Welt betrachten, wie sie ist.
Speziell in China haben die Frauen so wenige Schwangerschaften, dass dieses ´Argument´ (Ausfallzeut) längst nicht mehr zählt. Und außerdem arbeiten Frauen weltweit oft viel mehr als die Männer - aber das wäre ein anderes Thema.
Der Sinn meines ersten Beitrages war aber, darauf hinzuweisen dass sich die vorherschende Frauenbenachteiligung in China auf das Weltklima auswirkt. > Wenn für viele Männer keine Frauen mehr vorhanden sind, können sie keine Kinder zeugen > die Bevölkerungszahl sinkt.
Sie haben recht: Wir haben uns verzettelt.
Zu ihrem ursprünglichen Thema ist mein Eindruck, daß es geradezu zum Programm der gender-Gedankens gehört, nicht von einem spezifischen Mißstand auszugehen, sondern die Hypothese zu vertreten und ihre Reichweite zu testen, daß das (sozial konstruierte) Geschlecht Unterschiede in allen Lebensbereichen erzeugt: Das Ziel ist es, diese zu finden und - falls nötig - zu korrigieren.
Daran kann ich im Moment nichts Problematisches erkennen. Physiker probieren die Idee, daß natürliche Vergänge nicht kontinuierlich, sondern diskret in Quanten ablaufen, auch überall aus. Manchmal stimmt die Vermutung und manchmal liefert eine quantisierte Beschreibung keinen Nährwert. Insofern scheint mir nichts gegen die Strategie der gender studies zu sprechen.
Stattdessen scheint es darauf anzukommen, wie wissenschaftlich und intellektuell redlich bei den gender studies vorgegangen wird. Und ihre Funde scheinen immer wieder darauf hinzudeuten, daß da noch einiges verbessert werden kann.
K.Richard schrieb :
Heute stand igendwo, dass Millionen von Chinesen keine Frau finden werden - weil in den letzten Jahren bevorzugt weibliche Feten abgetrieben wurden => d.h. Frauenfeindlichkeit wirkt sich so direkt auf das Klima aus.
Der Sinn meines ersten Beitrages war aber, darauf hinzuweisen dass sich die vorherschende Frauenbenachteiligung in China auf das Weltklima auswirkt. > Wenn für viele Männer keine Frauen mehr vorhanden sind, können sie keine Kinder zeugen > die Bevölkerungszahl sinkt.
Das heisst also, wenn ich ihre Prämissen mal gelten lasse, dass in diesem Fall Frauenbenachteiligung dem Weltklima nützt.
Ich kann Ihnen versichern, dass die Genderisten zum gegenteiligen Resultat gelangen werden, dass nämlich Frauenförderung dem Klima nutzt, Frauenbenachteigung aber dem Klima schadet. Alles in allem halte ich aber den "Forschungsansatz" für absurd.
Es liesse sich natürlich auch erforschen, ob diejenigen mit den grauen Socken mehr Umweltschäden verursachen als diejenigen mit den braunen. Und vergessen wir nicht die Barfussläufer !
Der Genderist unterscheidet ja bekanntlich zwischen (biologischem) Geschlecht und Gender, das man als "soziales Geschlecht" übersetzen darf.
Es zeigt sich dabei immer wieder, dass die Genderisten gewisse Eigenschaften des Menschen dem "Männlichen", mal dem "Weiblichen" zuordnen, was das auch immer heissen mag - so genau weiss das eigentlich keiner.
Jetzt ratet mal, wo Positives und wo Negatives von den Genderisten verortet wird.
Nun gibt es sicher Lebensweisen, die wenig Ressourcen verbrauchen, und Lebensweisen, die sehr viel Ressourcen verbrauchen, Lebensweisen, die viel Schadstoffe verursachen, und andere, die wenig verursachen.
Der durchschnittliche Westeuropäer oder Amerikaner vebraucht mit Sicherheit ein Vielfaches der Ressourcen eines Inders ( als Beispiel eines Menschen aus einem wenig industrialisierten Land ).
Um die Absurdität des pseudowissenschaftlichen Ansatzes auf die Spitze zu treiben, stelle ich fest, dass an den menschenverursachten Umweltschäden einzig und allein die Frauen schuld sind, denn sie sind es, welche all die Umweltsünder produzieren, sprich gebären.
Sollten wir deshalb die Frauen beschuldigen ? Nicht wirklich, oder ?
Ich erlaube mir, mal einige Passagen aus dem von F.Knauss genannten Link (sozial-oekologische Forschung ) hier reinzukopieren und zu kommentieren.
Internationale Konferenzen wie der Erdgipfel für Umwelt- und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro
und die Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking bieten eine Möglichkeit, um auf umwelt-,
klima- und frauenpolitische Zusammenhänge hinzuweisen.
Danke. Ich sehe nämlich so gut wie keine Zusammenhänge.
Hinsichtlich der internationalen Frauen- und Klimakonferenzen gibt es unterschiedliche Einschätzungen
ihrer Wirksamkeit für die Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit. So fanden
Geschlechtergerechtigkeit und Frauenförderung weder in der Klimarahmenkonvention von 1992
noch im Kyoto-Protokoll von 1997 Erwähnung
An der Klimarahmenkonvention wurde also nicht über Frauenförderung gesprochen. Obwohl das doch eine "Querschnittsaufgabe" sein soll !
Auf der anderen Seite wurde bereits auf der 3. Weltfrauenkonferenz 1985 in Nairobi auf die prekäre Lage von Frauen in Entwicklungsländern und den direkten Zusammenhang zwischen Folgen von Umweltzerstörung und Versorgungssicherheit besonders für Frauen aufmerksam gemacht.
Frauen sind also besonders betroffen. Sie leiden mehr als alle anderen.
Der Schutz natürlicher Ressourcen, vor allem von Wasser, durch Natur- und Umweltschutzmaßnahmen
war dabei eine wesentliche Forderung in diesem Zusammenhang wurde auch
eine Stärkung der Rechte von Frauen gefordert.
Eigentlich wird das ja immer und überall gefordert. Aber Zusammenhang ? Welcher Zusammenhang ? Müsste es nicht heissen : Bei dieser Gelegenheit ?
In Kapitel 24 der Agenda 21, einem der Abschlussdokumente der Konferenz, werden Frauen als Hauptakteurinnen für Nachhaltigkeitsprozesse herausgestellt.
Ja, sowas stellen Genderisten heraus.
In der Agenda 21 findet sich außerdem ein umfassender Forderungskatalog
für nationale Regierungen zur Förderung von Partizipation von Frauen
Ja, unbedingt. Es geht schliesslich ums Klima !
In Rio wurde aber auch unter
dem Stichwort der ‚globalen Hausfrau im Umweltschutz’ davor gewarnt, Frauen durch ihre Versorgungsrolle
die primäre Verantwortung für den Umweltschutz aufzubürden
Humm, wer soll denn die primäre Verantwortung übernehmen ? Die globale Hausfrau des Umweltschutzes ist schon mehrfach belastet, da geht nichts mehr.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat die Bereiche Mobilität, demographischer Wandel, Flächenverbrauch
und Erneuerbare Energien auf ihren ‚Gender Impact’ überprüft.
Reaktorsicherheit ? Die Genderisten sind für die Reaktorsicherheit zuständig ? Ich befürchte einen ganz grossen Gender-Impact !
Auch im Umweltverhalten selbst unterscheiden sich Frauen und Männer.
Was ? Die biologischen Geschlechter ? Gender ? Wie ? Was ?
Frauen sind
demnach umweltbewusster und technikskeptischer als Männer.
Also, viel Positives über Männer gibts in dem Paper ja nicht gerade zu vermelden. Mann könnt glatt ein schlechtes Gewissen kriegen, und geneigt sein, dieses durch die Unterstützung feministischer Positionen zu kompensieren. Aber das ist jetzt blosse Spekulation.
Wenn in China mangels Frauen weniger Kinder auf die Welt kommen werden. Dann ist das ein Thema für die von Herrn Knauß hier angesprochenen Studien Gender/Klimawandel.
Mehr nicht - (deshalb möchte ich Ihre Spekulationen auch nicht werten).
an sich ist Gender Forschung nur eine Art der Sozialforschung. Es werden bei dem nur Frauen und Männer unterschieden und nicht Chinesen und Deutsche.
Ich finde es schade, dass die Gender Forschung immer so attakiert wird. Es gibt nun mal so viele Unterschiede zwischen Männer und Frauen. ABer auch Gemeinsamkeiten. Die Gender Forschung hilft einfach die, in der GEsellschaftbefestigten, Vorurteile zu beseitigen. Ursprünglich. Leider wird die Forschung immer mehr in den 'GEschlechterkampf' mit rein gezogen. Ich finde es traurig das die Forschungsergebnisse von Beidenseiten (und ich meine die Seiten sind nicht Männer und Frauen sondern Feministen und Anti-Feministen) zu ihren Zwecken misbraucht wird.
Wäre ein anderes Ergebnis bei dieser Forschung raus gekommen, nämlich das Männer weniger am Klimawandel schuld sind als Frauen, dann wäre es kein Thema gewesen und niemand würde diskutieren.
Wenn bei der Forschung jeder nur das beforschen würde was Sinn macht, dann wäre wenig zu forschen, insbesondere bei der SOzialforschung. Sozialforschung ist einfach spannend, weil man jeden Menschen in verschiede Kategorien stecken kann und dann andere Ergebnisse raus kommen würde. Es ist nur ein VErsuch die Welt besser zu verstehen. Genauso wie bei der Chemie, Biologie, Physik usw.
Verändert es mein Leben, weil ich jetzt weiß das mein Mann schuld am Klimawandel ist und nicht ich? Nein, genauso wie mich nicht tangiert, dass ruasgefunden wurde das der Stern xyz schon 1 Millionen Jahre alt ist anstatt 2 Millionen, trotzdem sagt keiner Sternenkunde ist unnötig.
Es ist, was man aus diesen Ergebnissen macht, das Problem.
Wenn mich jemand gefragt hätte: was glaubst du, sind Männer mehr die verschmutzer oder die Frauen. Hätte ich auch Männer gesagt (und ich bin glücklich verheiratet, ich habe nichts gegen Männer) einfach nur weil ich mir so einem klischee Mann schnelle Autos, Computer und Fleisch vorstelle. Schnelleautos verbrauchen viel mehr als mein kleiner Aygo. Und immer wenn ein neuer Computer gekauft wird, entsteht Elektroschrott. Das hat aber nichts mit meinem Feminismus zu tun sondern einfach mit dem Klischee.
Das aus diesem Thema jetzt so ein Streit entsteht, über die Abtreibung von Mädchen in China, ist undlogisch und fehl am Platz. Ihre Forschungergebnisse besagten, Frauen sind Umeltbewusster als Männer. Nimmt es hin wie bei dem Stern der 1 Millionjahre alt ist.
Das auf der Welt Ungerechtigkeit gibt, auch zwischen den Geschlechtern und woanders mehr als hier, ist klar. Und mit Tradition zu argumentieren finde ich falsch. Nur weil es früher Tradition wahr die Kinder zu schlagen und sie nicht als vollwertige Menschen anzusehen, heißt nicht dass es richtig ist. Mehr Toleranz heißt auch die Frauen als gleichwertigen Mensch anzusehen genauso wie Chinesen zu Deutschen gleichwertig sind.
"Wäre ein anderes Ergebnis bei dieser Forschung raus gekommen, nämlich das Männer weniger am Klimawandel schuld sind als Frauen, dann wäre es kein Thema gewesen und niemand würde diskutieren."
Hmm ... vielleicht ist das ein Hinweis, den wir bisher vernachlässigt haben: Wissenschaft zu treiben bedeutet heute zu allerst, Geld dafür zu beschaffen (Danke, liebe Volksvertreter). Und Frauen haben sich in den letzten 20 Jahren eine politische Macht erarbeitet, die einfach beeindruckt ist. Kriterien der politischen Korrektheit zu bedienen, hilft daher einfach bei der Geldbeschaffung. Insofern scheint Herrn Knauß These, daß politisch gewollte Forschungsergebnisse die Folge einer ideologischen Durchseuchung ist, nicht notwendigerweise alternativlos: Vielleicht sind gender studies heute bereits zu einer Geldmaschine geworden, von der Arbeitsplätze abhängen und wer auf einem solchen sitzt, wird möglicherweise sehr viel leichter politisch korrekte Resultate finden als irgendjemand anderes.
"das der Stern xyz schon 1 Millionen Jahre alt ist anstatt 2 Millionen trotzdem sagt keiner Sternenkunde ist unnötig."
Oh nein, das stimmt so wirklich nicht: Wenn das und nichts sonst das Resultat ist, dann streicht sogar die DFG die Mittel. Wenn sie aber zeigen können, daß dieser Unterschied z.B. eine grundsätzliche Rolle beim Verständnis der Entstehung (oder einen Beitrag dazu) unseres eigenen Sonnensystems spielt, dann ist das Resultat durchaus ok: Jeder wird nachvollziehen, daß dieses Wissen auch für die Menschheit mal relevant sein kann.
"Es ist, was man aus diesen Ergebnissen macht, das Problem."
"klischee Mann schnelle Autos, Computer und Fleisch vorstelle"
Das trifft es schon eher: Ist es eigentlich nicht auch ein Klischee, an bestimmte Sachen nicht zu denken? Wie viel Energie verschlingen frauentypische Produkte wie z.B. die Herstellung von Schmuck? Von überflüssiger Kleidung, sinnlosen Schuhen, Kosmetikbesuche etc. Männer sind da oft nicht so behängt wie die Christbäume. Und Metalle herzustellen und zu bearbeiten, kostet enorme Energiemengen. Gold- und Diamantminen z.B. sind sehr tiefe Minen und die Arbeit wird von Männern gemacht, ist gefährlich und schadet der Gesundheit. Was davon wird nur für Frauen gemacht?
Und wird bei all dem eigentlich fair gerechnet? Im Kapitalismus bestimmt die Nachfrage die Produktion und das Angebot begrenzt die Nachfrage. Sollte man daher nicht vielmehr nach dem Käufer und nicht nach dem Verbraucher fragen? Wieviele Frauen bestimmen, was ihr Mann für Kleidung trägt oder die Familie täglich isst und verbraucht? Von welchen Klischees hängt ihre Kaufentscheidung ab? Geben vielleicht Frauen das Geld ihrer Männer aus, das sie nicht selbst verdienen? (Und wenn es so ist, vielleicht verdanken wir ja dem femininen Kaufverhalten die permanent sichtbaren Tittenmonster in der Werbung, nicht aber einer illuminatisch-phallozentristischen Wirtschaftsorganisation?) Bestimmte Fragen zu stellen oder nicht zu stellen (so wie die Polizei jahrhundertelang und noch bis heute primär nach Männern als Täter sucht) sind nach meiner Ansicht dominant bei der Etablierung bestimmter Klischees.
"Nimmt es hin wie bei dem Stern der 1 Millionjahre alt ist."
Ich hoffe, daß meine Beispiele deutlich machen, was ich unter Klischees verstehe. Und deshalb kann man solche "Foschungsergebnisse" nicht einfach hinnehmen oder unkommentiert lassen, weil sie suggerieren, worüber nachzudenken ist, welche Fragen interessant und welche uninformativ sind, wie Erkenntnisse zu gewinnen sind und in welche "Richtung" man dafür gehen muß.
Kurz und klein: Sie haben recht, wenn Sie sich fragen, was man mit Forschungsergebnissen machen kann. Wenn es also ein geldbringendes Ergebnis ist, daß Männer, nicht aber Frauen primär schuld sind am Klimawandel, dann müssen wir fragen, welche gesellschaftliche oder politische Entwicklung man damit betreiben kann - und was unterlassen wird. (Klar geworden? Das BKA z.B. erhebt seine Daten auch nicht zum Spaß.)
Und diese Frage gebe ich zurück an alle.
"und Kinder nicht als vollwertige Menschen anzusehen"
Früher wurden Kinder sehr viel stärker als kleine Erwachsene behandelt als heute. Die langfristige Entwicklung von Kindern und ihre Schwächen zu betonen, ist - soweit ich weiß - eher ein Nachkriegstrend. Weiß da jemand Genaueres?
"Wenn mich jemand gefragt hätte: was glaubst du, sind Männer mehr die verschmutzer oder die Frauen. Hätte ich auch Männer gesagt (und ich bin glücklich verheiratet, ich habe nichts gegen Männer) einfach nur weil ich mir so einem klischee Mann schnelle Autos, Computer und Fleisch vorstelle. Schnelleautos verbrauchen viel mehr als mein kleiner Aygo. Und immer wenn ein neuer Computer gekauft wird, entsteht Elektroschrott. Das hat aber nichts mit meinem Feminismus zu tun sondern einfach mit dem Klischee."
Zunächst einmal: Kischees stehen in einem unverdient schlechten Ruf.
Sind sie "echte" Klischees - und die meisten Geschlechterklischees sind echte Klischees - dann enthalten sie einen wahren Kern, sind ein vergröbernder, verwaschener Abklatsch der Wirklichkeit.
Sonst hätten sie nie Klischees werden können, ohne diesen realen Kern.
Männer und Frauen verhalten sich mehrheitlich TATSÄCHLICH oft genau so, wie im Klischeebild beschrieben, das allerdings nur ein verwaschenes, verschwommenes, oft undifferenziertes Abbild des Urbildes liefert.
Aber immerhin.
Zur Frage der "Schuld".
Warum zeigen Männer Imponiergehabe?
Warum demonstrieren sie Status, Macht, "Potenz" über Statussymbole, Machtsymbole, Potenzsymbole, äußere Anzeichen des Erfolges, der "Güte" des Mannes, letzten Endes der Güte seiner Gene, Anzeichen dessen, dass dieser Mann in der Lage ist, sich in seiner Umwelt erfoglreich zu behaupten, Ressourcen zu erwerben, die er in seine schwangere, stillende Partnerin zu investieren in der Lage ist und in den gemeinsamen Nachwuchs. Er signalisiert damit, dass er Schutz und Geborgenheit für beide liefern kann, signalisiert die Möglichkeit erfolgreicher Fortpflanzung mit ihm, gerade gegenüber potentiellen Partnerinnen.
Und Sie werden es als Frau erfahrungsgemäß kaum glauben: ABER ES WIRKT!
Ja, "imponierende" Männer sind sehr erfolgreich bei Frauen.
Frauen stehen drauf.
Ich weiß, nicht alle Frauen stehen auf allzu Offensichtliches und nicht alle Männer wollen mit allzu Offensichtlichem prunken, jeder menschlich-männliche Pfau schlägt sein eigenes Rad, je nach intellektuellem und materiellem Vermögen, die ja, wie angenehm für Frauen, praktischerweise in einem hohen Maße positiv korrelieren.
Aber Radschlagen muss er, wenn er gefallen will, auf die eine oder andere Art.
Die Frau muss, um zu gefallen, vor allem schön sein, jugendlich sein, fürsorglich sein.
Der Mann muss, um zu gefallen, vor allem "potent" sein, auch und gerade symbolisch.
Denn nur so kann eine Frau "Potenz" erkennen, auf den ersten Blick.
Beide Geschlechter müssen auf je eigene Art "Fruchtbarkeit" signalisieren, wollen sie erfolgreich sein bei der Partnersuche.
Wenn also Frauen "potente" Männer nicht so attraktiv fänden, sich nicht so heftig und oft in "Sieger" verliebten, sich mit Siegern fortpflanzen wollten, dann müssten Männer nicht so heftig danach streben, Sieger zu sein, müssten nicht so heftig bemüht sein, ihr Siegersein zu demonstrieren, Karriere zu machen.
Wenn Männer sich nicht so heftig und oft in schöne und jugendliche Frauen verliebten, müssten Frauen nicht so häufig zum Schönheitschirurgen und in die Kosmetikabteilung rennen, müssten nicht so viel für Schmuck und Mode ausgeben.
Wer ist also "schuld" am Verhalten des jeweils anderen Geschlechtes?
Und dann haben wir noch nicht einmal in Betracht gezogen, was es bedeutet,dass - wie jeder Marketingfachmann weiß - Frauen über 80% der Konsumausgaben entscheiden, auch bei den ganz großen Anschaffungen (Haus!).
Wer ist also schuld?
Wer hat wann welche und wieviel Macht in welchem Zusammenhang, auf welche Weise?
Gar nicht so einfach, das zu beantworten.
Gender Studies kommen immer zu dem einfachen Ergebnis: DER MANN IST SCHULD.
Der Weg, um zu dieser Schlußfolgerung zu kommen, ist oft etwas steinig und kompliziert, aber das Ziel wird IMMER und unfehlbar erreicht: DER MANN IST SCHULD.
An allem Übel dieser Welt.
Frauen sind arme, schwache, unschuldige Opfer böser, aber leider mächtiger Männer.
Deshalb muss man Mädchen/Frauen fördern, stärken, subventionieren, quotieren, wo sie gehen und stehen, POSITIV diskriminieren.
FRAUEN MUSS MAN HELFEN.
Damit sie endlich zeigen können, wie gut stark und tüchtig sie eigentlich sind.
Das können sie ja nur deshalb nicht, weil böse, übel wollende Männer sie jahrtausendelang daran hinderten, es zu zeigen.
Eigentlich bis heute tun die bösen Männer das.
Darum ist die unterstellte ubiquitäre "Frauenfeindlichkeit" DER Männer so wichtig für's feministische Denken.
Sonst kann man die Weltgeschichte nicht so erklären, dass dabei das eigene Selbstbewußtsein geschont wird.
Gibt es auch eine ubiquitäre Männerfeindlichkeit von FeministInnen/Frauen?
Die hilft, ihrerseits einen Minderertigkeitskomplex zu kompensieren, analog zu dem, was die Frauenfeindlichkeit der Männer im umgekehrten Falle auch leisten soll?
Oder darf man so "böse" nicht denken, als Mann, so "böse" über Frauen?
Ja, ich glaube, wäre ich Frau, eine solche Ideologie, die den Mann zum Sündenbock und mein Geschlecht zum "unschuldigen" besseren erklärte, die fände ich dann auch sehr überzeugend.
Zumal ich für meine eigentlich bessere "Schwäche", meine verborgene schwache "Stärke" jede Menge Hilfe, Unterstützung, Förderkrücken, Mitleid, Sympathie, Aufmerksamkeit, Zuspruch, EMPOWERMENT einwerben könnte.
Doch, das könnte mir gefallen, könnte mich überzeugen, wenn ich das richtige Geschlecht hätte.
"Und Sie werden es als Frau erfahrungsgemäß kaum glauben: ABER ES WIRKT! Ja, 'imponierende' Männer sind sehr erfolgreich bei Frauen. Frauen stehen drauf."
Nicht nur das: Selbst in Zeiten der Emanzipation ist es für eine Frau nicht peinlich, "richtige Männer" zu bevorzugen - die selbstverständlich bei Bedarf auf eine Fußreflexmassage absondern sowie Lustschweiß auf Bestellung. Gibt es eigentlich überhaupt noch Felder, wo Frauen sich nicht alles erlauben können?
Warum sieht keiner die soziale und rechtliche Unterdrückung von Männern? Wie kommt es, daß sich religöse Minderheiten mit einem Anteil von wenigen Prozent erheben und Jahrhunderte Gesellschaften und Staaten entnerven können und dennoch niemand auf die Idee kommt, daß die Unterdrückung der Frau nur lokal erfolgen konnte und global gesehen durch anderen Vorteile ausgeglichen worden sein muß - weil sich andernfalls über 50% der Bevölkerung nicht so lange ruhig verhalten hätten. Schließlich hat es sogar die RAF mit weniger als 100 Mitglieder geschafft, einen Rechtstaat ein Vierteljahrhundert in den Ausnahmezustand zu zwingen.
Und ich kann nicht glauben, daß an diesem Gedanken alles falsch ist. Aber vielleicht hat hier ja jemand ein Argument für mich.
Diese "Forschungsbereiche", wie noch so manche andere, sehen ganz nach einer Sinekure aus. Einer Pfründe. Natürlich weckt es Begehrlichkeiten, wenn es akademische Forschungsstellen gibt, wo man es sich ohne viel Aufwand bequem machen kann.
Die politischen Argumente sind natürlich sehr hilfreich, wenn man sich erst einmal in einer solchen Position eingenistet hat und verhindern muss, dass einem die Mittel gekürzt werden.
Das gemachte Nest verteidigt man mit Zähnen und Klauen. Wer sich gegen die Proliferation von Gender Studies wendet, kriegt eins mit der Keule des Vorwurfs der patriarchalischen Argumentation übergebraten. Wer will sich diesem Vorwurf aussetzen, zumal der so vage und undefiniert ist, dass man ihn praktisch auf jeden mit einem y-Chromosom anwenden kann?
Wenn man so ein praktisches Argument nutzen kann, dass nämlich die Beschneidung eigener Privilegien nicht nur für einen selbst ärgerlich, sondern auch noch politisch verdammenswert weil patriarchalisch ist, dann hat man einen viel besseren argumentativen Stand als ein Naturwissenschaftler, der mit solchen Nebensächlichkeiten wie Brain Drain und naturwissenschaftlich-technischer Konkurrenzfähigkeit argumentieren muss, die eh keinen interessieren.
Insofern sehe ich im Verhalten derjenigen, die es sich in den "Gender Studies" bequem gemacht haben, nichts Außergewoehnliches.
Das ist halt ein Zweig des akademischen Betriebs, der das Glück hat, über ein besonders wirksames Argument zu verfügen. Männer würden ein solch schoenes Argument natürlich ebenso gern einsetzen, wenn es ihnen in den Schoß fällt - und in anderen Bereichen tun sie es auch - bloß dass dies es in diesem spezifischen Fall eben nicht geht.