Eine Fachgesellschaft für Gender Studies wird gegründet
von Ferdinand Knauß, 16. Dezember 2009, 16:42
Eine kurze Information: Die Gender Studies in Deutschland werden sich bald in einer eigenen Fachgesellschaft organisieren. Die Gründungsversammlung wird am 29. und 30. Januar an der TU Berlin stattfinden, wo auch das Organisationsbüro der neuen Gesellschaft sitzt, im "Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung". Die Internet-Seite fg-gender.de bzw. fg-gender.org soll in diesen Tagen aktiv werden.
Am inhaltlichen Programm "feilen wir noch", heißt es in der Einladung. Jedenfalls soll am Freitag um 13 Uhr ein Podium stattfinden mit zwei prominenten, noch nicht genannten "Vertreterinnen feministischer Wissenschaft". Das vielsagende Thema: "Wohin - woher?"
Auf einem Forum soll dann über "Inter-/Trans-/Disziplinarität" diskutiert werden und über "wo, wie, warum promovieren in den Gender Studies". "Am Abend wird es, wie sich das für eine Gründung gehört, eine hoffentlich rauschende Party geben mit Essen, Trinken und Tanz."
Ich bedaure es wieder einmal sehr, nicht in Berlin zu leben. Bei diesem Ereignis wäre ich gerne dabei. Über die Aktivitäten der künftigen Fachgesellschaft werde ich vermutlich hier noch berichten.
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Schon der Name lässt Böses ahnen ; "Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung".
Feministische Wissenschaft ist ein Widerspruch in sich. Wer sich mal die Zeit nimmt, Publikationen der sogenannten feministischen Wissenschaft anzuschauen, der stellt fest : Diese Wissenschaft folgt einer politischen Agenda, deren oberstes Ziel "Empowerment" heisst - die Ermächtigung der Frau.
Eine "Wissenschaft", deren Maxime eine ganz und gar politische ist, kann niemals Wissenschaft sein, da Wissenschaft prinzipiell ergebnisoffen sein sollte. Die politische Maxime gibt den engen Deutungsrahmen vor, in dem scheinbar ergebnisoffen Daten ausgewertet werden.
Um ein wenig konkreter zu werden : Wer ausschliesslich nach Benachteiligungen von Frauen sucht, der wird auch nicht viel mehr als dieses finden. Er oder Sie wird feststellen, dass die DAX-Vorstände allesamt oder fast alle männlich sind, nicht wahrnehmen wird unser Genderforscher hingegen, dass dies ebenso auf die Müllentsorger zutrifft.
Die Gender-Pseudowissenschaft ist die Pseudowissenschaft, die Belege für ihre eigenen Vorurteile sammelt.
Als politische Agitation ist diese Herangehensweise durchaus legitim, da bei allen politischen Interessengruppen so üblich. Allerdings sollten politische Interessengruppen als solche nicht an Universitäten zugelassen werden, sie sollten nicht Gelder wegfressen, welche eigentlich der wissenschaftlichen Bildung vorbehalten bleiben sollten.
Das grösste Ärgernis mit dem ganzen Gendertrullala ist aber die Inkonsistenz, mit welcher sie ihre Konzeptionen und Begriffe benutzen. Von intellektueller Redlichkeit keine Spur.
Da wird mit Inbrunst kritisiert, dass unsere Sicht auf die Geschlechter, all die geschlechtsspezifischen Zuschreibungen sozial konstruiert seien, gleichzeitig sind "männlich" und "weiblich" die einzigen Kategorien, welche den Genderisten sinnvoll erscheinen, um die Komplexität dieser Welt zu begründen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sie ihr besonderes Augenmerk auf all die Erscheinungsformen menschlichen Lebens richten, die sich nicht eindeutig als männlich oder weiblich klassifizieren lassen. Die Norm, welche den Vergleich induziert, das sind die Kategorien "männlich" und "weiblich".
http://www.fg-gender.de/
Die beiden "prominenten Vertreterinnen" feministischer Wissenschaft sind offenbar Gudrun-Axeli Knapp und Silke Wenk, laut Programm:
http://www.fg-gender.de/programm.html
Auch sonst ausschließlich weibliche Namen.
Kein Interesse an Quotierungen, an Geschlechtergerechtigkeit in den eigenen Reihen?
Unter Quothilden?
Wie glaubwürdig ist das denn, der Anspruch "GeschlechtERstudien zu betreiben?
Es gibt doch offenbar nur ein Geschlecht.
Ich entnehme den Namen der Beteiligten, dass Geschlechterstudien bedeutet: Frauenstudien von Frauen für Frauen, präziser wohl:
Frauenbenachteiligungsermittlungsforschung durch Feministinnen zur argumentativen Aufmunitionierung feministischer Lobbygruppen, also "Forschung" im Dienste der Feministinnenprivilegierung, der Selbstförderung der versammelten Berufsdiskriminierten.
Das ist natürlich eine Unterstellung.
Aber auch nicht dreister als zu behaupten, man betriebe "GeschlechtERstudien".
Liebe Leute,
da ich in Berlin wohne, kann ich mich vielleicht am Freitag freimachen und mich dort umsehen.
Lieber Herr Knauß, würden Sie meinen Bericht als Gastbetrag akzeptieren?
Das wäre sehr interessant, Herr Diederichs.
Seien Sie stark, Gott befohlen.
Wir werden Ihnen alle ein ehrendes Andenken bewahren, sollte Ihnen etwas zustoßen!
Auch der Maskulismus wächst mit der Zahl seiner Märtyrer.
Viel, viel Glück.
PS:
Besorgen Sie sich eine Burka.
Das erleichtert Ihnen den Zugang, sorgt für Sympathie und als sprachunkundige Ausländerin können Sie gefahrlos schweigen, müssen sich nicht durch Ihre Stimmlage verraten.
Allerdings nützt das nichts, sollten Sie über 1,80 groß sein.
Eine z.B. 1,90 m hoch aufgeständerte Burka erregt feministisches Urmisstrauen, da hilft alles nichts.
Dann sollten Sie ein Kostüm Marke "Bajuwarischer Waldschratt" wählen, also grob-wollene Kniestrümpfe, Lederhose, Gamsbarthut, Trachtenjanker.
Hoffnungslos patriarchale Hinterwäldler erwecken kulturhistorisches Interesse, gelten gerade in Berlin als farbige Bereicherer des Multikultipanels, werden schlimmstenfalls mitleidig belächelt...das hoffe ich wenigstens...für Sie!
>sollten Sie über 1,80 groß sein.
1,93m, die Tarnung wird daher nicht so einfach. Oder sollte ich in den verbleibenden 4 Wochen extra viel trainieren, um möglichst furchteinflössend zu wirken? Vielleicht lenkt das eher Aufmerksamkeit auf mich ....
Bei der Idee mit der Burka habe ich gut gelacht. ;-D Aber nichts zu sagen, und wirklich nur zu protokollieren könnte der Objektivität meines Berichtes vielleicht förderlich sein.
Versprechen kann ich im Moment leider noch nichts, schließlich ist der Freitag ein normaler Arbeitstag. Aber ich werde mein Bestes tun.
Das wäre großartig, ob mit oder ohne Burka. Im Ernst. Ihr Bericht ist hier hochwillkommen. Schicken Sie ihn, wenn Sie die Zeit finden, an: f.knauss@vhb.de
.... ich werde dranbleiben. :-)
Beste Wünsche für alle Autoren und Kommentatoren auf scilogs für das neue Jahr!
Ihr
Elmar Diederichs
ich wünsche ein gutes und friedliches neues jahr. möge es für uns alle besser werden, als das alte. auf jeden fall finde ich es klasse, dass ich es fertig gebracht habe, selber eine webseite zu bauen. ich hoffe mein elan lässt dieses jahr nicht nach.