Denkanstöße - Die Triebkräfte der Evolution
Die Evolutionstheorie ist untrennbar mit dem Namen Charles Darwin verbunden. Er hat als erster ihre Grundsätze formuliert und das damals vorherrschende Dogma von der göttlichen Schöpfung und der Einzigartigkeit des Menschen erschüttert. Darwinismus wurde die Evolutionstheorie genannt, ganz so, als sei es eine Ideologie wie der Marximus.
Dabei wird aber immer wieder vergessen, dass Darwin zwar die Grundlagen gelegt hat, aber keineswegs alle Phänomene erklären konnte. Damals wusste niemand von der DNA und den molekularen Grundlagen der Vererbung. So nahm Darwin fälschlich an, dass erworbene Merkmale an die Nachkommen weitergegeben werden konnten.
Seine Theorie beantwortete auch nicht die Frage, auf welche Weise neue Arten entstanden. Gut, Tiere und Pflanzen veränderten sich ständig und diejenigen Neuentwicklungen, die am besten mit der jeweiligen Umwelt harmonierenden, setzten sich durch. Aber nach welchen Regeln veränderten Tiere und Pflanzen ihr Aussehen oder ihren Stoffwechsel? Und auf welche Weise wurden sie selektiert? Bereits Darwin hatte erkannt, dass die sexuelle Selektion, die Auswahl des Geschlechtspartners, eine große Rolle spielte. Nur dadurch konnten sich so sinnlose, ja hinderliche Merkmale wie das riesige Geweih eines Hirschs oder die Schwanzfedern eines Pfauen ausbilden. Aber davon abgesehen sind viele Tier und Pflanzenarten keineswegs so gut angepasst, wie man es bei einer anhaltenden strengen Auswahl erwarten sollte. Die Evolutionstheorie war zweifellos ein großer Wurf, aber sie bedurfte der genauen Ausarbeitung. Im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts arbeiteten viele Wissenschaftler daran, Darwins grundlegende Ideen zu überprüfen, zu spezifizieren, zu korrigieren und zu ergänzen. (weiter)
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