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Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn - ein Interview mit Prof. Dr. Gerald Hüther

von Peter Schipek, 20. Dezember 2009, 21:06

„Wie wird ein Mann ein Mann? Oder etwas präziser: Wie wird aus dem, was ein Mann werden könnte, schließlich das, wofür sich der Betreffende aufgrund seines Geschlechtsteils hält? Diese Frage beschäftigt den Biologen, Hirnforscher und Bestsellerautors Gerald Hüther in seinem neuen Buch. Die wichtigste Erkenntnis der Hirnforschung lautet: Das menschliche Gehirn ist weitaus formbarer, in seiner inneren Struktur und Organisation anpassungsfähiger, als bisher gedacht. Die Nervenzellen und Netzwerke verknüpfen sich so, wie man sie benutzt. Das gilt vor allem für all das, was man mit besonderer Begeisterung in seinem Leben tut. Was aber ist es, wofür sich schon kleine Jungs, später halbstarke Jugendliche und schließlich die erwachsenen Vertreter des männlichen Geschlechts so ganz besonders begeistern? Und weshalb tun sie das? Warum hat für viele oft gerade das so große Bedeutung, was den Mädchen und Frauen ziemlich schnuppe ist? Männer sind von anderen Motiven geleitet und benutzen deshalb ihr Gehirn auf andere Weise – und damit bekommen sie zwangsläufig auch ein anderes Gehirn. Wenn es Männern gelänge, sich nicht an Wettbewerb und Konkurrenz auszurichten, sondern die in ihnen angelegten Potenziale zu entfalten, fände eine Transformation auf dem Weg zur Mannwerdung statt. Dann gäbe es kein schwaches Geschlecht mehr.“ (Gerald Hüther – Männer - Das schwache Geschlecht und sein Gehirn)

Peter Schipek: Männer haben ein anderes Gehirn. In vielen Sachbüchern wird uns erklärt, warum Männer nicht nach dem Weg fragen und nicht über ihre Gefühle sprechen und warum Frauen weder logisch denken noch einparken können. Das erklärt jedoch nichts. Wodurch entwickeln sich Männerhirne anders und wie unterscheidet sich das Gehirn von Männern und Frauen?

Gerald Hüther: Für die Leber hat sich ja inzwischen herumgesprochen, dass sie mit ihren Aufgaben wächst, und weil es mehr Männer gibt, die regelmäßig Alkohol trinken, haben Männer im Durchschnitt eine größere Leber. Ähnlich ist es mit dem Gehirn. Das passt sich auchdaran an, wie und wofür es benutzt wird. Und weil Männer schon vor der Geburt, als kleine Jungen, als Jugendliche und später als Erwachsene ihr Gehirn anders benutzen als Frauen, reift und strukturiert es sich auch anders. Es ist dann im Durchschnitt etwas größer und hat weniger Furchen. Die Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften, der Balken, ist dünner und beide Hemisphären sind stärker lateralisiert, d. h. die beiden Hirnhälften sind stärker für bestimmte Aufgaben spezialisiert. So ein Hirn funktioniert dann auch anders. Manches können Männer daher im Durchschnitt etwas besser, anderes weniger gut. Aber diese Unterschiede sind alle erst im Verlauf der Hirnentwicklung entstanden. Die Durchflutung des männlichen Gehirns mit Testosteron lässt es bereits vor der Geburt anders werden, deshalb kommen die kleinen Jungen schon mit etwas mehr Antrieb und etwas weniger innerer Harmonie zur Welt. Das Testosteron führt auch dazu, dass sich der Körper der Jungen anders entwickelt als der von Mädchen. Und weil das Gehirn durch die aus dem eigenen Körper ankommenden Signalmuster geformt wird, bekommen Männer ein Gehirn, das für einen Männerkörper optimal ist, während das von Frauen besonders gut geeignet ist, all das zu steuern und zu lenken, was in einem Frauenkörper passiert. Da kann man sich als Eltern noch so viel Mühe geben, Jungen und Mädchen gleich zu behandeln, diese Einflüsse lassen sich nicht verhindern. Und dass sich die kleinen Jungs so stark an männlichen Vorbildern orientieren ist wohl auch unvermeidlich. Wie sollten sie sonst eine eigene männliche Identität finden.

Peter Schipek: Interessieren sich deshalb auch Männer für andere Dinge?

Gerald Hüther: Wenn man als Mann sein Gehirn lange genug und mit viel Begeisterung für etwas benutzt hat, was einer typischen Männerrolle entspricht, z. B. als Rennfahrer, als Abenteuer, als Tüftler, als Naturwissenschaftler, als Fußballfan oder Computerfreak, dann passen sich die dabei benutzen Nervenzellverschaltungen immer besser an diese Art der Nutzung an. Dann hat man irgendwann ein Gehirn, mit dem man genau das immer besser, alles andere aber schlechter kann, z. B. Gespräche führen, zuhören, Wäsche bügeln etc. Männer neigen immer stärker dazu, solche spezifischen Rollen zu übernehmen und sich die dazu erforderlichen Fähigkeiten ins Hirn zu bauen als Frauen, sie fangen als kleine Jungen auch schon früher damit an, weil sie anfangs noch konstitutionell schwächer sind und stärker im Außen nach Halt suchen. Sie wollen immer irgendwie bedeutsam sein, mehr als die Mädchen, jedenfalls im Durchschnitt.

Peter Schipek: Männer - das schwache Geschlecht. Männliche Babys sind schon im Mutterleib einem viel höheren Risiko ausgesetzt. Das „starke Geschlecht“ kommt schwächer auf die Welt und stolpert von Anbeginn über Schwierigkeiten. Was macht uns denn schon so früh zum schwachen Geschlecht?

Gerald Hüther: Dass die Jungs das schwächere Geschlecht sind, hängt damit zusammen, dass ihnen ein zweites X-Chromosom fehlt. Sie sterben häufiger schon vor der Geburt ab und sind als Babies und Kleinkinder auch noch empfindlicher und anfälliger als Mädchen. Bewusst ist ihnen das freilich nicht. Aber sie suchen stärker nach etwas, was ihnen Halt bietet, was selbst stark und mächtig ist.

Peter Schipek: Jahrzehntelang galten die Mädchen als das schwache Geschlecht. Heute sind es eher die Jungs, die uns Sorge bereiten. Sie fallen in der Schule eher durch schlechte Noten und schlechtes Betragen auf - jugendliche Amokläufer sind in der Regel männlich. Müssen wir uns um die Männer von morgen Sorgen machen?

Gerald Hüther: Ja, das glaube ich schon. Es ist ja jetzt schon ziemlich bedenklich in welche Fehlentwicklungen immer mehr Jungen hineingeraten. Sie finden zu wenige Aufgaben, an denen sie wachsen, Kompetenzen erwerben und zu starken Persönlichkeiten heranreifen können. Ihnen fehlen Herausforderungen und Abenteuer, um sich selbst kennen zu lernen. Und sie brauchen Gemeinschaften, in denen sie sich sicher und geborgen, zu denen sie sich zugehörig fühlen, andere, mit denen sie gemeinsam Aufgaben bewältigen und Visionen entwickeln und umsetzen. Das sollten auch nicht immer nur Gleichaltrige sein, oder irgendwelche Superhelden aus den Medien, sondern erwachsene Männer, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Die werden aber offenbar leider auch immer seltener.

Peter Schipek: Männer: mutig, stark, aktiv, dominant. Jahrhunderte lang waren die Geschlechterrollen klar definiert: Der Mann ist der Ernährer, er ist für die Versorgung der Familie verantwortlich. Die Frau kümmert sich um Haus und Kinder. Ist der Mann, so wie wir ihn von früher kennen, ein Auslaufmodell - und was macht denn einen Mann heutzutage zu einem Mann?

Gerald Hüther: In jeder Kultur haben die Männer irgendwelche Rollen übernommen. Meist freiwillig und meist schon von Kindesbeinen an. Ernährer, Geldbeschaffer oder Beschützer, Erfinder, Abenteurer, Krieger und Verteidiger – es war egal, was es war, nur eines musste es unbedingt sein: bedeutsam, wichtig, geschätzt und halt-bietend. Auf ihrer Suche nach Halt und Anerkennung sind Männer sehr leicht dazu zu bringen, alle möglichen Aufgaben zu übernehmen und die dazugehörigen Rollen zu spielen - oft so lange, bis sie sich mit diesen Rollen völlig identifizieren. Eine besonders beliebte Rolle war die des Machthabers - über andere, vor allem über Frauen. Das ist nun alles in relativ kurzer Zeit ins Wanken geraten. Männer haben es heutzutage sehr schwer, eine Rolle zu finden, die ihnen Anerkennung, Achtung und Bedeutsamkeit verschafft. Viele dieser tradierten Rollen sind „out“ oder werden inzwischen von Frauen sehr kompetent besetzt. Männer sind so gezwungen, wieder zu Suchenden zu werden. Und diese Suche beginnt nicht im Außen, sondern im Innen, bei ihnen selbst. Der moderne Mann wäre einer, der seine Stärke nutzt, um anderen zu helfen und nicht, wie das die alleingelassenen Jungs heute noch immer üben, um andere in den Sack zu hauen und fertig zu machen. Der moderne Mann müsste ein Liebender werden.

Peter Schipek: Das klassische männliche Rollenverständnis hilft uns Männern nicht weiter. Sie beschreiben in Ihrem Buch 12 entscheidende Stationen, die der Mann bei seiner gelungenen Transformation vom schwachen Geschlecht zu echter Stärke durchläuft. Besteht denn Hoffnung, auch im höheren Alter diese ausgetretenen Pfade noch zu verlassen?

Gerald Hüther: Das ist ja die frohe Botschaft der modernen Hirnforschung: es geht und zwar ein Leben lang, auch noch im Alter. Man(n) kann sich ändern, man(n) kann sein Hirn noch einmal ganz anders benutzen als bisher. Dann ändern sich dort auch die alten, eingefahrenen Verschaltungsmuster. Das kann sehr viel Spaß machen und auch sehr beglückend sein. Aber von allein passiert es eben nicht.

Peter Schipek: Wann würden Sie ein männliches Leben als geglückt bezeichnen?

Gerald Hüther: Wenn sich ein Mann jeden Abend zu sich selbst sagen kann, dass das wieder ein Tag war, an dem es ihm gelungen ist, einen oder mehrere andere Menschen einzuladen, zu ermutigen oder gar zu inspirieren, noch einmal eine andere, eine positivere Erfahrung als bisher zu machen, zu entdecken, was in ihm oder in ihr steckt, was es heißt seine Potenziale wirklich entfalten zu können.

Peter Schipek: Herr Prof. Hüther – herzlichen Dank für das interessante und ausführliche Gespräch.

Aus den Vorbemerkungen: Eine Bitte an die Frauen
Eigentlich ist dies ein Buch für Männer. Es soll Männer dazu ermutigen, sich auf den Weg zu machen, um sich selbst besser verstehen zu lernen und die in ihnen angelegten Potentiale wirklich entfalten zu können. Das Problem ist nur, dass Frauen im statistischen Mittel sehr viel mehr Bücher lesen als Männer. Und sie haben sich wohl auch schon seit längerem auf den Weg zu sich selbst gemacht. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass sie Zielgruppe für dieses Buch nur eingeschränkt erreicht wird. Es sei denn, Sie, liebe Leserinnen, kommen nach der Lektüre zu der Überzeugung, dass es den Versuch wert wäre, es auch an den Mann zu bringen. Wie man das am Geschicktesten bewerkstelligt,wissen Sie selbst am besten.(Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn)



Gerald Hüther, Dr. rer. nat. Dr. med. habil. ist Professor für Neurobiologe
und leitet die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen und des Instituts für Public Health der Universität Mannheim/Heidelberg. Wissenschaftlich befasst er sich mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, mit den Auswirkungen von Angst und Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und populärwissenschaftlicher Darstellungen (Sachbuchautor).

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Kommentare

  1. J.Werner Unklare Geschlechterrollen?
    23.12.2009 | 18:15

    Kein Problem bei der zunehmenden Islamisierung Europas. Da wissen wir doch, was auf uns zukommt.

  2. Peter Das galante Geschlecht
    21.01.2010 | 21:16

    Das schwache Geschlecht ? Warum sollten Männer ein solches Buch lesen, ist doch zu vermuten, dass es sich an ein weibliches Publikum wendet, indem schon die Auswahl des Titels den Frauen schmeichelt !

    Galant, fürwahr, welch ein Charmeur ! Doch richtige Männer lesen sowas nicht. :)

  3. Melanie Burghardt Männer im Wandel
    22.01.2010 | 22:50

    Das es mit den traditionellen Geschlechterrollen vorbei ist, wissen wir längst. Das hat nichts mit dem Islam zu tun, dort wird auch eher an den traditionellen Geschlechterrollen festgehalten, wie im christlichen Glauben. Es ist nur einfach so, dass es einem Computer egal ist, ob Männerfinger ihn bedienen, oder Frauenfinger, solange diese Finger kompetent sind, oder besser, von einem kompetenten Gehirn geführt werden. Zum anderen, aufgrund der geschlechtsbedingten Prozesse entwickeln sich männliche und weibliche Körper und auch deren Gehirne verschieden. Es war schon immer fatal, das Männliche und Weibliche als Gegensätzlich zu beschreiben. Die Eigenschaften ergänzen sich, so ist das nämlich; das eine geht nicht ohne das andere. Diese Geschichte von Venus und Mars ist totaler Blödsinn.Es ist hinreichend bewiesen das weibliche Soldaten ebenso tapfer kämpfen können, wie ihre männlichen Kollegen.
    Wir Menschen jeden Geschlechts sollten endlich darüber nachdenken, wie wir gemeinsam die Probleme unserer Zeit lösen können, anstatt darüber zu lamentieren, dass Frauen besser Gespräche führen und Männer besser rückwärts einparken können.
    Ein Geheimnis will ich den richtigen Männern noch verraten: Das die Männer das starke Geschlecht sind ist nur eine vom Patriarchat verbreitete Lüge.

  4. Michael Blume Starkes Interview, danke!
    29.01.2010 | 22:35

    Soeben habe ich den Blog und das Interview entdeckt - und bin sehr angetan! Zumal von der anderen Seite her bei mir derzeit eine ganz ähnliche Diskussion läuft:
    http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2010-01-28/mutter-natur-verstehen-die-evolutionsforscherin-sarah-hrdy

    Den Beitrag hier werde ich sogleich empfehlen und hier im Blog öfter vorbeischauen. Danke schonmal für den interessanten Lern-Ansatz!

  5. Peter Bosshard Analyse und Konsequenz
    02.02.2010 | 17:33

    Die gemachten Aussagen im Interview hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck.
    Mit einigen Befunden kann ich mich durchaus einverstanden erklären. So wäre es wünschenswert, wenn Jungs mehr männliche Vorbilder hätten, abseits von Rambo und Terminator, sprich reale Vorbilder, die auch etwas taugen.

    Männer: mutig, stark, aktiv, dominant. Jahrhunderte lang waren die Geschlechterrollen klar definiert: Der Mann ist der Ernährer, er ist für die Versorgung der Familie verantwortlich. Die Frau kümmert sich um Haus und Kinder.

    Ein veraltetes Modell, so scheint es. Doch ist das wirklich so ?
    Sind die Männer nicht vielmehr genau das oder streben zumindest danach, was die Mehrheit der Frauen wirklich will, nämlich den finanziell potenten Ernährer ? Wurden Männer in jungen Jahren nicht von Frauen, und hier zuerst der Mutter, sozialisiert ?

    Das grundsätzliche Problem, welches einer Emanzipation des Mannes im Wege steht, das ist sein Bedürfnis, weibliche Erwartungshaltungen gerecht zu werden.

    Die Apelle an den Mann, sich neue Horizonte zu erschliessen, wird fruchtlos bleiben, solange Männer sich nicht von weiblichen Erwartungshaltungen befreien, sprich emanzipieren können.

    In dieser Hinsicht ist auch das vorliegende Interview bezeichnend. Es wird nicht gefragt, was Männer wollen, sondern wie sie sein sollen, in welcher Art und Weise sie sich zu verändern hätten, in welcher Weise sie zu funktionieren hätten um nicht als "Auslaufmodell" entsorgt ( oder noch schlimmer, von Frauen nicht mehr geliebt ) zu werden. Ansprüche werden gestellt. Unnötig zu erwähnen, dass die Erfüllung der Ansprüche zu seinem eigenen Nutzen sein sollen.

    Der erste Schritt zu einer Emanzipation des Mannes wäre, diesen Ansprüchen eine Absage zu erteilen und eigene Ansprüche zu formulieren.

    Auf ihrer Suche nach Halt und Anerkennung sind Männer sehr leicht dazu zu bringen, alle möglichen Aufgaben zu übernehmen und die dazugehörigen Rollen zu spielen - oft so lange, bis sie sich mit diesen Rollen völlig identifizieren.

    Dem stimme ich zu ! Männer sind sehr leicht zu manipulieren. Nichts kann einen Mann so erschrecken, wie von Frauen verachtet zu werden.
    Ein manipulierter Mensch ist aber gewiss nicht mächtig. Der Manipulator ist es.

    Wenn Männer tatsächlich das schwache Geschlecht sind, dann haben sie Anspruch auf Hilfestellungen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.

    Geschlechterpolitische Massnahmen gehen davon aus, dass den Mädchen oder der Frau geholfen werden muss.

    Es wäre hilfreich, wenn diese ambivalente Haltung endlich überdacht und entschieden würde, was der Mann denn sein soll; der Schwache, dem Hilfe zusteht, oder der traditionell Starke, der Versorger, der Ernährer und Beschützer, der hilft und dem nicht wirklich geholfen werden muss.

    Die so oft zitierte Verunsicherung des Mannes ist die logische Konsequenz der ambivalenten, widersprüchliche Ansprüche an ihn, die schlicht unerfüllbar sind.

  6. Melanie Burghardt Nicht sollen, wollen
    04.02.2010 | 16:33

    Ich denke, die Frage nach den Geschlechterrollen sollte gestellt werden nach dem: was wollen die Männer, das ist wichtig, nicht das sollen. Allerdings ist das eine Fragestellung der sich auch die Frauen stellen müssen, trotz aller Emanzipationsbewegung. Es gibt einen sehr interessanten Roman von Robert Merle "Die geschützten Männer". Darin wird eine Gesellschaft beschrieben, in der alles umgekehrt ist, die Frauen haben alle Macht, weil die Männer diese aufgrund einer Krankheit verloren haben. Im Grunde genommen alles dasselbe, nur mit anderen Vorzeichen. Das ist es sicher nicht was wir wollen.
    Die Antiker meinten: "Man muss herausfinden was man kann, damit man fortan nur noch will, was man kann. Es geht darum das eigene Können kennenzulernen, damit man das Richtige will, also das, was man kann." Entnommen aus "Das Böse" von Rüdiger Safranski. Das geht aber beide Geschlechter an und ich denke da brauchen beide Geschlechter Hilfe. Was sich in Jahrtausenden Zivilisationsentwicklung ins gesellschaftliche Gedächtnis eingeprägt hat, lässt sich nicht in 50 Jahren über Bord werfen. Ich denke, diese Frage nach den Geschlechterrollen wird uns Menschen noch lange begleiten. Wichtig ist dabei, dass dies nicht zu einer Machtfrage ausartet. Ich wünscht, eine solche Diskussion um dieses Thema könnte breiter, offener und ehrlicher geführt werden, ohne Angst vielleicht etwas zu verlieren, was zwar nicht gut ist, aber liebgeworden.

    Melanie

  7. A. Malik Anwort für J.Werner!!!!!!
    06.03.2010 | 22:28

    Zunehmende Islamisierung!!! Wer hat denn gesagt, dass ihr alle Muslime werden sollt oder müsst.
    Außerdem was die Rollenverteilung betrifft, so bin ich der Auffassung, dass diese sich so oder so immer wieder von selbst einrichtet. Denn mal ganz im ernst, welcher Mann beteiligt sich im Haushalt und an der Erziehung der Kinder, wenn er eine Frau hat? Ich denke, dass das eben wieder an den Frauen hängen bleibt. Vielleicht ist es ja sogar besser so :)

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