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"Dann hätte mein Leben, glaube ich, einen Sinn" - ein Gespräch mit Dr. Waltraut Barnowski-Geiser

29. April 2010, 23:14

Peter Schipek: Frau Dr. Barnowski-Geiser - ich habe für den Titel unseres Interviews einen Satz vom 11-jährigen Felix aus Ihrem Buch gewählt. Wir stecken viele Kinder in die "ADHS-Schublade". Ist das gesellschaftlich gesehen nicht ein trauriges Spiegelbild unserer Gesellschaft?

Waltraut Barnowski-Geiser: Ich freue mich sehr, dass sie den Satz gerade dieses Jungen ausgewählt haben - eine fein-„sinnige“ Wahl, Herr Schipek. Ich erinnere mich sehr an die Arbeit mit Felix, der mich in seiner feinsinnigen Hochsensibilität mit seiner großen Klugheit, aber auch in seinem Ausmaß an allein gelassen Sein sehr berührt hat – all dies hatte den Stempel „ADHS“ erhalten. Das war falsch und traurig, natürlich auch im Blick auf unsere Gesellschaft - Gesellschaft sind für Kinder vor allem die Menschen, die sie unmittelbar umgeben.
Felix wurde im frühesten Kindesalter emotional allein gelassen von einer überforderten Mutter, und einem Vater, der nur noch irgendwie mit der familiären Existenzsicherung beschäftigt war. Felix wurde schon in der Grundschule gewalttätig, hochgradig unruhig und aggressiv. Fehlende haltende Bindungserfahrungen, fehlender Platz für seine Emotionen, etwa die Trauer über die nicht bekommene Mutterliebe, führte dazu, dass er sich nicht mehr spüren wollte, Gefühle durch Gefühllosigkeit ersetzte, seine Sinne und letztlich sich nicht mehr wahrnehmen wollte, so seinen „Sinn“ verlor.
Das Etikett ADHS erwies sich für Felix, wie oftmals auch für andere Kinder, als wenig hilfreich und verweist meines Erachtens in die falsche Richtung. Felix brauchte nicht Tabletten, sondern Beziehungen und Wege, die ihm ermöglichten, sich wieder zu spüren, mit seinen Sinnen in Kontakt zu kommen, sich auszudrücken. Felix äußert, seinen  Sinn darin zu finden, anderen Kindern zu helfen: wohl weil es das ist, was ihm gerade hilft –  das stimmt mich auch hoffnungsvoll: ich werte es als Votum eines kompetenten Betroffenen pro Beziehungsarbeit.

Peter Schipek: Diagnose ADHS. Sehr oft wird eine Diagnose ohne eine gründliche Abklärung gestellt - oft auch durch Nicht-Fachleute. Wer sollte denn überhaupt eine Diagnose stellen und wo setzt man die Grenze zwischen "krank" und "gesund"?

Waltraut Barnowski-Geiser: Ich sehe das Problem der Diagnostik in zweierlei Hinsicht als fragwürdig, einerseits: wer stellt die Diagnose und andererseits, worauf bezieht sich Diagnostik. Die Diagnose als Urteil von Außen ist zunächst das, was frag-würdig ist nach meiner Auffassung. Da werden oft schnell Kriterien abgefragt, die erfüllt sein sollen, etwa im Sinne des ICD10. Grundlage sind dann subjektive Einschätzungen und Beobachtungen - verschiedene Experten werden leicht zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, je nachdem, aus welchem Blickwinkel sie auf das Kind schauen. Die eigentlichen Experten, nämlich die Kinder selbst, werden tragischer Weise oftmals kaum gehört, allenfalls noch ihre Eltern - dabei sind gerade die Kinder selbst die Kompetenten für sich und für das, was sie wirklich bewegt, in Unruhe versetzt oder ablenkt.
Professionalisierte Diagnosestellung ist natürlich wünschenswert, aber diese erfordert nach meinen Erfahrungen einen deutlich breiteren Blick als es klassische Diagnosesysteme bislang hergeben. Die so wichtige Innenwelt von Kindern, ihr inneres Erleben wird tragischer Weise außen vor gelassen. Aber was bewegt die Kinder wirklich, was speist ihre Unruhe, was hat das mit ihrem konkreten Leben zu tun, welches Coping ist in diesem kindlichen Verhalten enthalten: Diagnostik muss individuelle Puzzleteile erfassen - nur der individuelle Blick wird wirkliche Hilfestellung ermöglichen. Diagnoseraster dienen leider manchmal mehr Bedürfnissen Erwachsener nach Sortierung, schneller Einordnung und dem Prinzip etwas abrechnungsfähig zu machen, weniger dem Kind selbst. Mein Kollege Udo Baer und ich, die wir nach dem Semnos-Konzept arbeiten, bemühen uns, das Erleben und das innen Gespürte von Kindern zu würdigen: das heißt wir arbeiten, wenn ein Kind an seiner Befindlichkeit leidet, wenn Eltern oder Lehrer es tun: dann sind nicht die Diagnosekriterien im Vordergrund, sondern zunächst mal die Not des Kindes oder des Systems selbst. Dies ist nicht fokussiert auf eine Unterscheidung von krank und gesund, sondern der subjektive Maßstab der Betroffenen und des Systems, in dem sie leben, bislang sträflich vernachlässigt , wird ausdrücklich einbezogen - ebenso wie die innere Welt des Kindes.

Peter Schipek: Das Kind erhält die Botschaft, es sei krank. Es definiert sich dann z.B. nicht als besonders temperamentvolles, sondern als krankes Kind. Welche Gefahren birgt denn hier eine falsche Diagnose?

Waltraut Barnowski-Geiser: Natürlich neben der mit der Zuschreibung „krank“ verbundenen erhofften Hilfe große Gefahren. Die Einsicht: „Ich bin falsch, ich bin nicht richtig, ich brauche Psychopharmaka oder Suchtmittel, um anerkannt und richtig zu sein“: bildet eine Brücke ins Leben, zwischen dem Kind und den anderen, eine soziale Verheißung, die tragisch sein kann. Selbstvertrauen droht ersetzt zu werden durch Anpassungspille - Diese Erfahrung kann bestimmen, wie ein Kind künftig in die Welt gehen wird, mit welchen Gefühlen es anderen Menschen begegnet und , wenn sie dauerhaft und wiederholt gemacht wird, wird diese Erfahrung doch auch neuronal verankert.
Ich habe in meiner Praxis zahlreiche Kinder erlebt, die lange Zeit medikamentös beruhigt wurden: sie waren tatsächlich still, aber tragischer Weise nicht mehr beziehungsfähig: sie schienen mit der Pille schlichtweg verlernt zu haben, wer sie sind, was sie fühlen und wollen, ihr innerer Ort der Bewertung schien verloren gegangen – also angepasst, aber nicht mehr vorhanden - schlimmer geht’s nimmer!

Peter Schipek: Immer mehr Kindern wird Ritalin® oder ein ähnliches Medikament verabreicht. Da kann das Kind kaum umhin, zu verstehen: "Erträglich bin ich nur, wenn ich Pillen schlucke." Welche Therapiealternativen gibt es? Können nicht veränderte Lebensbedingungen und veränderte Beziehungen zu Menschen das Verhalten des Kindes günstig beeinflussen?

Waltraut Barnowski-Geiser: Udo Baer und ich haben in unseren Arbeiten und Befragungen sehr gute Erfahrungen mit kreativen Verfahren gemacht. Eine Therapie, die über Worte hinausgeht, die Spielräume und Veränderung erfahrbar macht, eröffnet völlig neue Möglichkeiten, sich der inneren Welt der Kinder zu nähern. Nach meinen Erfahrungen sind Musiktherapie und Beziehung ein unschlagbares Duo!
Natürlich eröffnen veränderte Lebensbedingungen und Beziehungen neue Chancen - Kinder erzählen in ihrem Verhalten auch etwas über die Erfahrungen, die sie alltäglich machen. Da besuche ich, auf Einladung verzweifelter Klassenlehrer als Schultherapeutin einen Jungen während seines Klassenunterrichts, der keine Sekunde aufhört, andere Kinder anzupacken - scheinbar ist er grenzenlos und „ärgert“ andere Kinder- tatsächlich greift er bei einer Mutter, die psychisch erkrankt ist, alltäglich ins Leere und sucht und sucht, die Lehrerin versucht ihn zu ignorieren – er greift nun zu aus tiefer Verzweiflung. Auch zeigte sich hier, wie so oft, hilfreich, wenn mehrere Menschen mit den unterschiedlichen Teilsystemen der Familie arbeiten und multimodal angesetzt wird.
Dieser Junge, von dem ich gerade erzählte, brauchte neuartige Beziehungserfahrungen, mit greifbaren und präsenten Gegenübern – dies konnte zunächst die Therapeutin für ihn sein. Oftmals werden  Beziehungskonflikte, wie im Beispiel eben in der Familie, aber auch in der Klasse, mit dem Lehrer usw. zu einem Spannungspotenzial für Kinder, das sie ängstigt. Bleiben diese Probleme unausgesprochen oder tabuisiert, versetzt es sie in höchste Erregung – sie werden sehr unruhig oder ziehen sich in sich zurück. Udo Baer und ich haben mit dem Semnoskonzept versucht, dem Individuellen und dem Würdigenden einen entsprechenden Platz zu geben - kreative Therapie und Beziehung zeigte sich als unschlagbares Duo, das es zu nutzen gilt. Eltern sind unersetzlich: Eltern, die den Kontaktfaden halten und sichern, haben die tägliche Chance der Veränderung - manchmal brauchen die darin Hilfe und Unterstützung, etwas, wenn sie das als Kinder selber nicht erfahren haben. Eltern und Lehrer können würdigen und retten, aber auch beschämen und entwerten und vernichten. Das Kind nur als „hyperaktiv“ einzustufen, wird ihm wenig gerecht- es kann entwürdigend sein.
 


Peter Schipek: Warum sprechen wir denn überhaupt von einem "aufmerksamkeitsgestörten" Kind, das doch in bestimmten Situationen sehr wohl über Aufmerksamkeitsfähigkeit verfügt?

Waltraut Barnowski-Geiser: Aufmerksamkeit braucht Motivation und Richtung. Mir begegnen viele Kinder, die so voll sind mit Gefühlen und belastenden Erfahrungen, dass in ihrer Bewertung, dessen, was ihnen wichtig ist, ganz anderes ihre Aufmerksamkeit findet als das, was der Lehrer gerade erzählt. Sie benötigen vielleicht dringend gerade einen Freund, sind etwa Außenseiter in der Klasse, das ist in ihrer subjektiven Bewertung vielleicht viel wichtiger, deshalb beschäftigen sie sich mit ihrem wichtigsten Bedürfnis - da interessiert der Lehrstoff wenig. Hier gilt es, zunächst die Ursache der fehlenden Aufmerksamkeit zu finden. Und zugleich macht mich meine langjährige Erfahrung als Lehrerin wirklich demütig: in der Einzeltherapie spielt das Phänomen der fehlenden Aufmerksamkeit oft eine untergeordnete Rolle, da sie hier gut zu handeln ist, aber in einer Klasse mit 30 Kindern fordern die Kinder ohne Aufmerksamkeit in besonderem Maße heraus.
Sie können aufmerksam sein, wenn es sie interessiert, aber 90% eines Schulalltags oftmals nicht - das führt zu massiven sozialen Problemen mit anderen Kindern und Lehrern. Ich hatte schon Kinder in der Therapie, die geweint haben: ich halte nicht aus, wenn ich neben dem hyperaktiven x sitzen muss, es kommen zunehmend Lehrer in Therapie, die unter unruhigen Kindern leiden - auch diese Kinder und ihre Lehrer wollen ernst genommen werden. Ich denke, wir können nur helfen, indem wir dem Kind mit dem Aufmerksamkeitsproblem eine ihm gerechte Struktur anbieten und andererseits aufmerksam sind, was das Kind besonders bewegt, etwa in einer Einzelförderung oder in einer Therapie.

Wir müssen Raum anbieten, in dem fehlende Aufmerksamkeit nachgeholt werden kann und Platz für die kindliche Seele ist.

 

Peter Schipek: Ist nicht die Schule ein besonderes Risiko für die kindliche Entwicklung? Die Schule möchte ja nach wie vor ein "schulgerechtes" Kind, anstatt den Kindern eine "kindgerechte Schule" zu bieten. Dazu möchte ich gerne für  ie Leser eine Antwort auf die letzte Frage in Ihrem Buch: "Mein Kind kommt in die Schule, was nun?"

Waltraut Barnowski-Geiser: Gut; wie werden uns immer bewegen in einem Spannungsfeld zwischen Autonomie und Sozialisation. Da braucht es viel Fingerspitzengefühl und viel guten Willen auf alles Seiten: sowohl Eltern müssen lernen, das ein Kind nicht völlig „Sein Ding“, wie die Schüler es sagen würden, leben kann, aber auch Lehrerinnen und Lehrer müssen Kinder endlich als Menschen mit Leib und Seele begreifen und nicht als Lernmaschinen. Kinder wollen als individuelle Wesen geachtet sein - Beziehungsarbeit von feinfühligen Pädagogen eröffnen große Chancen- sie setzt aber voraus, das Pädagoginnen nicht nur wissen, was ADHS ist, also kognitiv ein paar Fakten über das Krankheitsbild kennen, sondern sich in Kinder wirklich einfühlen können - erst das macht Beziehung möglich: Einfühlung und Identifikation.
Das kommt in der Lehrerausbildung bislang kaum vor. Zudem braucht es in Schulen ein Zusammenwirken von Expertenteams, Kreativtherapeuten, Sozialarbeiter und Lehrer müssen Kindern in der Schule vor Ort ein schnell eingreifendes Netzwerk der Hilfe anbieten.
Ja, Schule, was nun: nach Schulen und Institutionen suchen, in denen Beziehung und Würdigung einen hohen Stellenwert haben, in denen spürbar wird, das den Erziehenden Kinder wirklich am Herzen liegen. Nur in einer Schule, in der sich ein Kind wohlfühlt, kann es angemessen lernen. Und dann braucht das Kind seine Eltern nun ganz besonders, als Begleiter und als Rückenstärker, aber auch als Übersetzer seiner Probleme an Lehrerinnen.

Peter Schipek: Zum Schluss unseres Gespräches noch ein Satz eines Jungen aus Ihrem Buch: "Rettet den bedrohten Ole". Was sollen Eltern und Lehrer eines betroffenen Kindes beachten, bzw. vermeiden?
 

Waltraut Barnowski-Geiser: Mach ich es mal kurz und prägnant. Vermeiden: dreimal A: Abstempeln, Allein lassen, Abwerten.
Beachten: Zuneigung und echtes Interesse zeigen, offene Ohren haben, besonders auch für den im Kind verborgenen Subtext, seine Innenwelt, ganz und gar da sei und: immer wieder gut für sich selbst sorgen. Spannung und Druck abbauen hilft - auch den Kindern.


Dr. Waltraut Barnowski-Geiser

Musiktherapeutin, Kreative Leibtherapeutin/HP Psychotherapie und Lehrerin arbeitet heute als Musiktherapeutin in einer Gesamtschule sowie in ihrer Praxis "KlangRaum" in Erkelenz. Sie leitet verschiedene therapeutische Ausbildungsgänge (u. a. Arbeit mit Kindern aus belasteten Familien) sowie den Fachbereich Kinder- und Jugendlichentherapie an der Zukunftswerkstatt "therapie kreativ", hier auch wissenschaftliche Leitung des Projektes "Drachenflug" (für Kinder psychisch oder suchterkrankter Eltern).

"Jetzt reden wir"

In diesem Buch, das die "Innenwelten" von hyperaktiven Kindern zeigt, kommen diese Kinder erstmals selbst zu Wort - mit überraschenden Einsichten, die zu einer unverzichtbaren Orientierungshilfe für Eltern, LehrerInnen und TherapeutInnen werden. Und unser Verständnis dieser Kinder um eine entscheidende, bisher unbeachtete Dimension erweitern.

 

 



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Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn - ein Interview mit Prof. Dr. Gerald Hüther

20. Dezember 2009, 21:06

„Wie wird ein Mann ein Mann? Oder etwas präziser: Wie wird aus dem, was ein Mann werden könnte, schließlich das, wofür sich der Betreffende aufgrund seines Geschlechtsteils hält? Diese Frage beschäftigt den Biologen, Hirnforscher und Bestsellerautors Gerald Hüther in seinem neuen Buch.  (weiter)

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Musik macht stark! - Emotionale und kognitive Intelligenz für Kinder

10. Dezember 2009, 19:05

Musik macht stark! - Emotionale und kognitive Intelligenz für Kinder
Eine Dokumentation von Susanne Bauer-Schramm auf BR-alpha. - Musizieren beeinflusst die Entwicklung des Gehirns positiv: Das zeigen neue Forschungsergebnisse. Sie belegen, dass Musizieren die Entwicklung des Gehirns in Masse und Klasse unterstützt. Drei Lehrbeispiele aus der Musikpädagogik erzählen Spannendes aus der Praxis! (weiter)

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"ReSonanz & AkzepTanz" erhält ECHO Klassik-Sonderpreis für Nachwuchsförderung

17. Oktober 2009, 23:17

Das Integrationsprojekt ReSonanz &AkzepTanz erhält den ECHO-Klassik "Sonderpreis der Jury für Nachwuchsförderung im Bereich der Klassik". Soeben ist bei Kösel das Buch zum Projekt der Begründer Michael Kaufmann und Klaus Feßmann erschienen. (weiter)

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Klug wird niemand von allein - Peter Schipek im Gespräch mit Dr. Karl Gebauer

05. Oktober 2009, 21:57

Kinder fördern durch Liebe
Lernprobleme, Schulsorgen. Was können Eltern tun, um ihre Kinder zu fördern? Wie können Kinder ihre natürliche Neugier behalten, statt in den "Lernfabriken" jegliches Interesse zu verlieren?
Was macht Kinder wirklich klug? Erziehung und Bildung hängen mit unseren Gefühlen zusammen. Gelingendes Lernen findet in erster Linie in einer anregenden, wertschätzenden Atmosphäre statt - sei es in der Familie, im Kindergarten oder auch in der Schule.
Nur Liebe und Zuwendung machen wirklich klug, wie der Autor eindrucksvoll anhand vieler Fallbeispiele aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Lehrer und Schulleiter belegt. Ohne Liebe und Zuwendung kein Lernen - das zeigt auf eindrucksvolle Weise der erfahrene Pädagoge Karl Gebauer. (weiter)

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„Versuchung des Bösen“

31. Mai 2009, 10:31

ein Gespräch mit Dr.Dr. Hans-Otto Thomashoff
„Wohin wir auch schauen: Krieg, Gewalt und Zerstörung. Das Böse hält die Menschheit seit jeher in Atem und scheint fortwährend neue Nahrung zu bekommen. Bleiben wir dieser Dynamik für immer ausgeliefert? „Nein“, sagt der Psychoanalytiker Hans - Otto Thomashoff und rüttelt mit seinen Erkenntnissen an unserem gewohnten Denkbild. Denn radikal neue Denkansätze zeigen, wie wir der Aggressionsspirale entkommen können. Ein Schlüsselfaktor dabei ist die Umwertung von Aggression. Wird sie nicht ausschließlich destruktiv gesehen, sondern auch ihr konstruktives Potenzial anerkannt, so besteht die Aussicht, dass zerstörerische Aggressivität sich selbst und anderen gegenüber durch neue und bessere Handlungsstrategien ersetzt werden kann.“
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Die Bedeutung des Vaters - ein Gespräch mit Dr. Karl Gebauer

18. April 2009, 19:00

Was heißt Vatersein heute? Autoritätsverlust, veränderte Männerbilder, Patchwork-Familien - kaum eine Rolle ist so sehr im Umbruch wie die des Vaters. Die Verunsicherung ist groß - wie gehen Väter mit der Veränderung ihrer Rolle und der daran gestellten Ansprüche um? (weiter)

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WIN-FUTURE - ein Wissenschaftliches Interdisziplinäres Netzwerk

13. Januar 2009, 21:59

für Entwicklungs- und Bildungsforschung.
Gegründet von Prof. Dr. Gerald Hüther und Dr. Karl Gebauer, um eine Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis herzustellen.

Das Netzwerk von WissenschaftlerInnen behandelt ein weites Spektrum der Neurobiologie. Es dient der Verbreitung und dem Austausch von zukunftsweisenden wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen im Bereich Erziehung und Sozialisation. (weiter)

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Achtsamkeit in der Schule - ein Gespräch mit Vera Kaltwasser

08. Dezember 2008, 18:13

Sind Körper, Geist und Gefühl in Einklang, lernt es sich leichter – diese Erkenntnis bestätigen Erziehungswissenschaftler wie Klaus Hurrelmann, Psychologen und Hirnforscher wie Gerald Hüther. Vera Kaltwasser hat daraus praktische Konsequenzen für den Unterricht gezogen: In ihrem Buch beschreibt sie, wie sich Entspannungsübungen wie QiGong u. a. so in den Unterricht einfügen lassen, dass die Lernbereitschaft, die Selbstwahrnehmung und Selbstkompetenz der Schüler signifikant erhöht werden. Vera Kaltwasser stellt in ihrem Buch ein Konzept vor, wie Jugendliche ihre Selbstwahrnehmung verfeinern und die Fähigkeit der Selbstwirksamkeit ausbilden können, so dass sie ihre  Aufmerksamkeit besser lenken und ihre Kreativität entfalten können. Es lässt sich – ab der 5. Klasse – aber auch schon in der Grundschule nahtlos in den Unterricht einfügen. Mit einfachen Übungen der Selbstwahrnehmung über QiGong-Übungen und Phantasiereisen werden die Schüler zu Forschern in eigener Sache und sie lernen, das Steuer ihrer Persönlichkeit selbst in die Hand zu nehmen. (über das Buch: "Achtsamkeit in der Schule" - Beltz Verlag(weiter)

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Schulproblem Mobbing - ein Gespräch mit Mustafa Jannan

11. November 2008, 21:07

„Gewalt an Schulen hat als Thema eine zunehmende Bedeutung in der öffentlichen Aufmerksamkeit. Vielfach wird dabei übersehen, dass nicht schwere physische Gewalt bis hin zu Amokläufen das Problem an den Schulen ist, sondern die alltägliche Gewalt des Mobbings. Möglicherweise spielt die Darstellung durch die Medien eine Rolle für die Einschätzung der schulischen Realität. Die Berichterstattung zeigt nämlich bevorzugt Fälle schwerer Gewalt, diejenigen Fälle also, die eine »gute Schlagzeile« ausmachen. Mobbing wird damit in der Wahrnehmung vieler Menschen zu einem eher untergeordneten Problem, einer Form der Gewalt, die in ihren Auswirkungen und ihrer Häufigkeit an Schulen häufig unterschätzt wird.“

(Aus dem Vorwort des Buches „Das Anti-Mobbing-Buch“) (weiter)

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