brainlogs Anatomisches Allerlei scilogspreis

Rosskur

22. Oktober 2007, 11:43

Mitunter bin ich depressiv. Eigentlich, so sag' ich mir dann immer, ist das nur recht und billig, denn jemand, der angesichts des Gesamtzustandes der Welt keine Depressionen kriegt, kann eigentlich keinen guten Charakter haben. Manchmal hilft diese Überlegung. Es kam aber auch schon vor, dass sie nicht mehr half. Die Lage wurde so finster, dass ich mich gezwungen sah, einen Therapeuten aufzusuchen. Ich war damals so Mitte vierzig. (weiter)

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Vieh

19. Oktober 2007, 14:02

Vorab: es ist mir mit dem, was ich hier schreibe, tödlich ernst.

Ich beziehe mich auf das gestrige Feuilleton der FAZ, in dem David Litchfield die bestialische Geschichte der Gräfin Margit von Batthyany, geborene Thyssen-Bornemisza, ausbreitet. Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges gab sie auf ihrem Schloss im Burgenland eine Party für Angehörige der SS und andere Bonzen des Regimes. Zur Zerstreuung der Gäste wurden nach Mitternacht Waffen ausgegeben, man trieb etwa 200 im Keller des Schlosses intenierte jüdische Zwangsarbeiter in eine Scheune, wo sie zum Jokus von den betrunkenen Herrenmenschen erschossen und mit Latten erschlagen wurden. Die Gräfin lebte später, bis zu ihrem Tode, unbehelligt in der Schweiz. (weiter)

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Einsteins Hirn

18. Oktober 2007, 09:37

Einsteins Hirn wurde, so entnehme ich einem überaus lesenswerten Buch (s.u.), nach seinem Tode entnommen. Gegen Einsteins ausdrücklichen Willen, von einem räuberischen Pathologen. Das war 1955. Der Pathologe  machte später eine (sehr amerikanische) "inverse Karriere" - er verbrachte seine Tage als automobiler Tramp "on the road" und in diversen "mobile homes". Ein veritables "road-movie" also, und, wer hätte das gedacht: Einstein war mit dabei im "cast". (weiter)

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Von der Unmöglichkeit des Vergessens

15. Oktober 2007, 17:40

Das kennen Sie auch: man vergisst etwas. Wenn es etwas war, was man erledigen wollte, dann läuft man eben noch mal los. Wenn es etwas war, was man mal wusste, dann grübelt man lange nach, findet es mitunter in den Rumpelkammern des Gedächtnisses wieder, manchmal aber auch nicht. Trivial. (weiter)

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Kleiderordnung

11. Oktober 2007, 13:24

Zwei deutsche Wissenschaftler stehen vor einem delikaten Problem: was zieht man anlässlich der Nobelpreisverleihung an? Laborkittel? Anzug? Frack?

Vornehm, vornehm muss es natürlich sein! Vom unnachahmlichen Hauke Reddmann (doch doch, den gibt's, machen Sie sich mal im Usenet auf die Suche) stammt dieser gereimte Rat bezüglich der Oberbekleidung:

"Müsst' ich mich beim Nobel zeigen,
würde ich zum Zobel neigen." (weiter)

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Nobelpreis für Medizin 2007

10. Oktober 2007, 09:04

Wie kann es eigentlich angesichts der Verleihung des Nobelpreises für die Technologie der "Knock-out-Mäuse" (notabene: nicht AN die Mäuse) noch irgendwelche Zweifel am Verhältnis von Mensch und Natur geben? Ein technischer K.O. für den Weltmeister! Schon fiebern wir dem nächsten Match entgegen und erwarten natürlich nur ein Ergebnis: einen klaren Niederschlag... 



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Der Begriffsapparat des Anatomen - eine satirische Fussnote

02. Oktober 2007, 15:10

Über einen schöneren, ausgefeilteren terminologischen Apparat als die Anatomie verfügt eigentlich keine Wissenschaft. Vor allem, weil's lauter Latein und Griechisch ist, und das klingt ja schon von vorneherein so furchtbar schlau. Lassen Sie mich einige Bauteile dieses Apparates, dieses feinbegrifflichen Wunderwerks, definieren und erläutern. (weiter)

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