brainlogs Anatomisches Allerlei scilogspreis

Fetzenflug im Feuilleton und ein Vorschlag für ein Experiment

22. Juli 2008, 09:13

Es wundert mich, dass das noch keiner hier eingestellt hat, also mach' ich es: 

http://tinyurl.com/6ncvt5

oder (gleiches link): 

Singer vs. Janich

"Wenn Elefanten kämpfen, leidet das Gras" (afrikan. Weisheit). Man sollte sich also eigentlich unauffällig aus dem Staube machen, wenn man nicht geplättet werden will. Die Herren trampeln allerdings auf ganz verschiedenen Wiesen umher, Singer auf dem vermeintlich sicheren Boden der naturwissenschaftlichen Objektivität, den Janich ihm epistemiologisch unter den Füssen wegzuziehen versucht. Singer wiederum will in Janichs Hirn gucken, was jener für überflüssig hält, weil er gar nicht vom Hirne, sondern von Gedanken reden will. Wirklich: Singer will ihn in die Röhre schieben und ihm beim Denken zugucken resp. ihn sich selbst autocerebroskopieren lassen. Janich will aber nicht...kann ich verstehen, ich würd' auch in keine Röhre wollen. Weniger aus Furcht vor dem, was herauskommt, als aus Furcht, darinnen zu sein. Ich bin ein wenig klaustrophobisch. (weiter)

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Neues vom Nichts (in eigener Sache)

16. Juli 2008, 10:01

Oha.

Was für ein herrliches, tiefes, dunkles, bodenloses Fass. Man kann fallen, fallen, fallen; ohne die Furcht, je irgendwo aufzuschlagen, nirgendwo ein Boden der Tatsachen, nur droben, beim offenen Deckel des Fasses, ein müder Schein der normativen Kraft des Faktischen, verblassend, während man fällt, fällt, fällt, der Grundlosigkeit entgegen... (weiter)

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De nihilo

30. Juni 2008, 11:52

Das ist jetzt frech: von nichts eine Ahnung haben, aber über das Nichts schreiben wollen. Die Geburt der Tragödie: eine Unterhaltung mit Christian Hoppe, hier im Blog. Bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass das "Nichts" ein spannendes Thema ist. Und dass es nichts - na, sagen wir mal: weniges, oder zumindest nicht viel, was mir bekannt wäre - dazu zu lesen gibt. Allerdings hab' ich auch, wie schon gesagt, wenig Ahnung und keine richtige Literaturrecherche betrieben. Also, faul wie ich bin, dacht' ich: schreib' ich mal einen Blogbeitrag. Vielleicht kann ich ja Leute anlocken, die Ahnung haben und mich auf die entscheidende Literatur verweisen. (weiter)

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Wissenschaftsjournalismus

19. Juni 2008, 15:59

Fachlich fundierter Wissenschaftsjournalismus, wie wir ihn gerne hätten: 

Durchbruch in der Kognitionsforschung - Substrat des Denkens entdeckt?
(g&g/wi)
In der jüngsten Ausgabe von "NeidJour", dem weltweit renommiertesten wissenschaftlichen Journal mit den höchsten Impact- und Invidialfaktoren berichten Prof. Dr. S.E. Nile und Kollegen von einem aufsehenerregenden Experiment (S.E. Nile, D. Beel, B. Schränk and N.O. Bleeder: "Substrate of complex cognitive assemblies revealed by means of (meta)-analyses of fNMRI, pharmacological and crystallographic data", NeidJour, 2008, Vol.466, p.332ff).
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Allerleyh (von Arvid Leyh)

05. Juni 2008, 09:28

Wozu dieses ganze virtuelle Gesumse, die Bloggerei, das Getwitter, der "Web 2.0"-Hype und die "p2p-peepshows" eigentlich gut sind?  Um an interessante Leute zu kommen natürlich, die man anders nicht kennen gelernt hätte.  Und um sie dann auch ganz realiter, in personam, im Fleische kennen zu lernen. So bin ich an Arvid Leyh geraten, den ich hier sicher nicht weiter vorstellen muss. Man hört ihn hier im Netz meist reden - schreiben kann er aber auch. Schon das herrliche Buchstabenspiel im Titel seines Gastbeitrages beweist es. (weiter)

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Esel mit heissen Hufeisen auf dünnem Eis

09. Mai 2008, 13:36

Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er auf's Eis. Auf dünnes Eis, auf Glatteis, womöglich sogar noch mit heissen Hufeisen, damit er um so sicherer rutsche und einbreche und sich am heissen Eisen auch noch die Finger - ääh:Hufe - verbrenne.

Ich bin so ein Esel und hab' das dringende Bedürfnis, etwas zum Thema "Evolution der Religionen" zu sagen. Anlass ist ein Workshop zum Thema, der demnächst (am 15. Mai) in meiner Heimatstadt, Frankfurt am Main, stattfindet. Mal sehen, vielleicht geh' ich sogar hin, denn der Dr. Michael Blume (Wissenlogs, "Natur des Glaubens") ist da mit von der Partie. Und den hab' ich in Deidesheim kennen gelernt und er schien mir ein kluger Mann zu sein. Wenn er aber klug ist, dann ist er vielleicht auch gnädig und wird mir vergeben, oder mich vielleicht sogar eines besseren lehren. Erstmal aber will ich schimpfen, also den Esel spielen, der nicht "IA,IA,JA;jajajaja!" ruft, sondern "Neinneinnein!". Der Asinus diaboli (oder Dei?) sozusagen. (weiter)

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Fundsache

15. April 2008, 10:45

Man hält mir - womöglich zu Recht - vor, meine Aufmerksamkeit auf Nebensachen, auf Marginalien zu richten, mich im Gestrüpp meiner Assoziationen zu verheddern und lieber in Labyrinthen als auf hellen Wegen zu wandern. Stünde mir ein Zen-Meister zu Seite, er würde vermutlich sagen, dass das Äffchen meiner Aufmerksamkeit mal hierhin und mal dahin hüpft und dabei allerlei wirre Knoten knüpft. Ich kann nichts dafür, so ist der Fadenlauf des geistigen Hemdes, das mein Hirn webt. (weiter)

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RMV

04. April 2008, 12:35

Das folgende hat mit Hirn zu tun.
Besser gesagt: mit dessen Abwesenheit.

Heut' abend wird in Frankfurt mal wieder 'was geboten:

Public lecture: "Consciousness, the phenomenal self, and first-person perspective - Solving the core-problem in consciousness research."
Veranstalter: FIAS
18:00 - 19:30 Uhr; FIAS Hörsaal, Ruth-Moufang-Str.
1 (Campus Riedberg)
Public evening lecture by Prof. Metzinger, Professor of Philosophy at the University of Mainz and FIAS Adjunct Fellow (weiter)

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Federvieh

18. März 2008, 15:53

Man sollte nicht immerfort schreiben. Man sollte auch mal lesen. Das bildet. Das da zum Beispiel:

Ann B. Butler (2008) Evolution of brains, cognition and consciousness. Brain Research Bulletin, 75, 442-449

Hier ist ein Link - wahrscheinlich kriegen Sie aber nur das "Abstract" zu sehen. Ich hab' (ätsch!) via Uni einen Zugang zum vollen Text. (weiter)

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Glaubensbekenntnis

15. März 2008, 12:17

Paris, Friedhof Père Lachaise, der "Fleischfresser". Schon in der Metro-Station riecht es ein wenig nach Verwesung, auf dem Friedhof selbst hie und da auch. In der Südwestecke des riesigen, hügeligen Geländes wird der Friedhof zur Nekropole, zur Totenstadt. Dicht an dicht krallen sich marmorne Häuschen, Miniaturausgaben von griechischen Tempeln, etruskischen Tomben und gotischen Schreinen ins abschüssige, feuchte Gelände. Einst waren viele von ihnen begehbar - das heisst, sie waren es nicht, denn die Eingänge zu den kleinen Andachtsräumen, unter deren marmornen Böden die Leiber faulen, waren mit schiedeeisernen Gittern bewehrt. Jetzt aber rosten die Gatter aus den Angeln, man könnte hinein, wären nicht die Böden eingebrochen in die Gräber, in die Hohlräume, die die zerfallenen Körper und Särge hinterliessen. (weiter)

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szmtag