brainlogs Anatomisches Allerlei scilogspreis

Wissenschaftsjournalismus

19. Juni 2008, 15:59

Fachlich fundierter Wissenschaftsjournalismus, wie wir ihn gerne hätten: 

Durchbruch in der Kognitionsforschung - Substrat des Denkens entdeckt?
(g&g/wi)
In der jüngsten Ausgabe von "NeidJour", dem weltweit renommiertesten wissenschaftlichen Journal mit den höchsten Impact- und Invidialfaktoren berichten Prof. Dr. S.E. Nile und Kollegen von einem aufsehenerregenden Experiment (S.E. Nile, D. Beel, B. Schränk and N.O. Bleeder: "Substrate of complex cognitive assemblies revealed by means of (meta)-analyses of fNMRI, pharmacological and crystallographic data", NeidJour, 2008, Vol.466, p.332ff).
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Allerleyh (von Arvid Leyh)

05. Juni 2008, 09:28

Wozu dieses ganze virtuelle Gesumse, die Bloggerei, das Getwitter, der "Web 2.0"-Hype und die "p2p-peepshows" eigentlich gut sind?  Um an interessante Leute zu kommen natürlich, die man anders nicht kennen gelernt hätte.  Und um sie dann auch ganz realiter, in personam, im Fleische kennen zu lernen. So bin ich an Arvid Leyh geraten, den ich hier sicher nicht weiter vorstellen muss. Man hört ihn hier im Netz meist reden - schreiben kann er aber auch. Schon das herrliche Buchstabenspiel im Titel seines Gastbeitrages beweist es. (weiter)

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Esel mit heissen Hufeisen auf dünnem Eis

09. Mai 2008, 13:36

Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er auf's Eis. Auf dünnes Eis, auf Glatteis, womöglich sogar noch mit heissen Hufeisen, damit er um so sicherer rutsche und einbreche und sich am heissen Eisen auch noch die Finger - ääh:Hufe - verbrenne.

Ich bin so ein Esel und hab' das dringende Bedürfnis, etwas zum Thema "Evolution der Religionen" zu sagen. Anlass ist ein Workshop zum Thema, der demnächst (am 15. Mai) in meiner Heimatstadt, Frankfurt am Main, stattfindet. Mal sehen, vielleicht geh' ich sogar hin, denn der Dr. Michael Blume (Wissenlogs, "Natur des Glaubens") ist da mit von der Partie. Und den hab' ich in Deidesheim kennen gelernt und er schien mir ein kluger Mann zu sein. Wenn er aber klug ist, dann ist er vielleicht auch gnädig und wird mir vergeben, oder mich vielleicht sogar eines besseren lehren. Erstmal aber will ich schimpfen, also den Esel spielen, der nicht "IA,IA,JA;jajajaja!" ruft, sondern "Neinneinnein!". Der Asinus diaboli (oder Dei?) sozusagen. (weiter)

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Fundsache

15. April 2008, 10:45

Man hält mir - womöglich zu Recht - vor, meine Aufmerksamkeit auf Nebensachen, auf Marginalien zu richten, mich im Gestrüpp meiner Assoziationen zu verheddern und lieber in Labyrinthen als auf hellen Wegen zu wandern. Stünde mir ein Zen-Meister zu Seite, er würde vermutlich sagen, dass das Äffchen meiner Aufmerksamkeit mal hierhin und mal dahin hüpft und dabei allerlei wirre Knoten knüpft. Ich kann nichts dafür, so ist der Fadenlauf des geistigen Hemdes, das mein Hirn webt. (weiter)

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RMV

04. April 2008, 12:35

Das folgende hat mit Hirn zu tun.
Besser gesagt: mit dessen Abwesenheit.

Heut' abend wird in Frankfurt mal wieder 'was geboten:

Public lecture: "Consciousness, the phenomenal self, and first-person perspective - Solving the core-problem in consciousness research."
Veranstalter: FIAS
18:00 - 19:30 Uhr; FIAS Hörsaal, Ruth-Moufang-Str.
1 (Campus Riedberg)
Public evening lecture by Prof. Metzinger, Professor of Philosophy at the University of Mainz and FIAS Adjunct Fellow (weiter)

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Federvieh

18. März 2008, 15:53

Man sollte nicht immerfort schreiben. Man sollte auch mal lesen. Das bildet. Das da zum Beispiel:

Ann B. Butler (2008) Evolution of brains, cognition and consciousness. Brain Research Bulletin, 75, 442-449

Hier ist ein Link - wahrscheinlich kriegen Sie aber nur das "Abstract" zu sehen. Ich hab' (ätsch!) via Uni einen Zugang zum vollen Text. (weiter)

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Glaubensbekenntnis

15. März 2008, 12:17

Paris, Friedhof Père Lachaise, der "Fleischfresser". Schon in der Metro-Station riecht es ein wenig nach Verwesung, auf dem Friedhof selbst hie und da auch. In der Südwestecke des riesigen, hügeligen Geländes wird der Friedhof zur Nekropole, zur Totenstadt. Dicht an dicht krallen sich marmorne Häuschen, Miniaturausgaben von griechischen Tempeln, etruskischen Tomben und gotischen Schreinen ins abschüssige, feuchte Gelände. Einst waren viele von ihnen begehbar - das heisst, sie waren es nicht, denn die Eingänge zu den kleinen Andachtsräumen, unter deren marmornen Böden die Leiber faulen, waren mit schiedeeisernen Gittern bewehrt. Jetzt aber rosten die Gatter aus den Angeln, man könnte hinein, wären nicht die Böden eingebrochen in die Gräber, in die Hohlräume, die die zerfallenen Körper und Särge hinterliessen. (weiter)

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Sing' er, Singer!

11. März 2008, 16:44

Au weia. Das wird jetzt, so fürchte ich, ziemlich technisch, kompliziert und noch dazu lang. Also genau so, wie man einen Blog-Eintrag eigentlich nicht machen sollte. Deshalb fang' ich erstmal heiter und kalauernd an, auch wenn's dadurch noch länger wird. Aber immerhin kann ich auf diese Art und Weise auch die Atmosphäre schildern, in der sich das zutrug, wovon ich berichten will. (weiter)

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Olle Kamellen, aufgewärmt

07. März 2008, 14:43

Die Kraft eines Muskels ist proportional zur Summe der Querschnitte seiner Muskelfasern, und die wiederum ist proportional zur Quadratwurzel seines Volumens. Dicker Bizeps - dicke Kraft. Viel Hirn - viel Geist?

Die Volumina des Menschenhirns wurden eifrigst vermessen, vor allem in den letzten zwei Jahrhunderten des vergangenen Milleniums. Weltrekord: Iwan Turgenjew ("Väter und Söhne"): knapp über 2 Kilogramm. Im Durchschnitt hat die Menschheit so etwa 1300 bis 1400 Gramm Hirnschmalz unter der Schädeldecke. Unter 1000 Gramm wird es so langsam eng: da liegt die Grenze zu dem, was man früher kollektiv als "Idiotie" bezeichnet hat. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen Hirngrösse und mentaler Kapazität, zumindest gibt es eine kritische untere Grenze. Oberhalb dieser Grenze aber: keinerlei Korrelation von "Mens" und "Massa" (Geist und Masse). Einsteins Hirn wog 1230 Gramm, und wahrscheinlich haben viele von Ihnen mehr Masse im Kopf, ohne dass Ihr Name jedoch je dem Nobelpreiskomittee zu Ohren kommen würde. (weiter)

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Wort zum Sonntag (Apologie der Irrelevanz)

01. Februar 2008, 13:19

Vorab das Wort zum Sonntag, von Joseph Hyrtl, 1889, Lehrbuch der Anatomie des Menschen, 20. Auflage, Wien, Verlag von Wilhelm Braumüller, S. 893/894

"Was nun die Functionenlehre des Gehirn anbelangt, beugen die Physiologen demüthig ihr Haupt, und bekennen, dass das menschliche Seelenwesen ihr durchaus unbekannt ist. Keine, wie immer verlautbarte Ansicht über die Hirnthätigkeit kann und wird es uns erklären, wie und wodurch den Factoren dieser Thätigkeit, den Ganglienzellen [=Neuronen, Anm.d.V] Bewusstsein [Hervorhebung im Original] innewohnen kann. ... Der Materialismus hat sich zwar bemüht, zu beweisen, dass das unbekannte Seelenwesen nur die Summe der materiellen Vorgänge des Gehirnorganismus sei. Die materiellen Vorgänge aber erfolgen in allen Organen mit unverbrüchlicher Nothwendigkeit und laufen in einer bestimmten Reihenfolge ab, an welcher die Organe selbst nichts ändern können. Ist die Seele nur eine Erscheinungsform des materiellen Hirnlebens, so ist sie auch in dieselben Fesseln der Nothwendigkeit gelegt, wie dieses. Selbstbestimmung, Spontaneität, Freiheit, und was wir sonst noch der Seele zuzumuthen gewohnt sind, fällt Alles hinweg, und es muss mit der neuen Lehre auch eine neue Weltordnung geschaffen werden, die sicher keine moralische sein wird." (weiter)

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