Phönix, Orpheus, innere Uhren und Zeit
Wie Phönix der Asche bin ich gerade der Dusche entstiegen: gereinigt, erfrischt - aber keineswegs verjüngt oder gar verschönt, wie der mythische Vogel. Die Zeit nagt an mir. Der Phönix geht durch's Feuer, um der Zeit zu entfliehen, mein Purgatorium aber ist die Zeit selbst. Die Forschung an ihr, um genau zu sein.
Die Dusche, der ich entstieg, ist am Anatomischen Institut. Ich hab' da genächtigt. Das kommt hin und wieder vor, weil ich eben an der Zeit forsche, an der circadianen Zeit, an den inneren Uhren der Lebewesen. Und so geschieht es eben, dass man rund um die Uhr Proben nehmen muss. Also bleibt man abends, wenn alle anderen gegangen sind, am Institut, spielt am Computer herum, und bereitet sich darauf vor, alle vier Stunden in die Unterwelt der Anatomie absteigen zu müssen. (weiter)
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