30. März 2009, 11:58
Es gibt Blogbeiträge, die
haben Nebenwirkungen. Edgar Dahls Aufsatz nebenan, in den Wissenslogs, mit dem
Titel "Nichts als Sex im Kopf" ist so einer. Er
berichtet da von einer Dame, die sich - um dem Mangel an Libido abzuhelfen,
unter dem sie offenbar litt - einen Hirnstimulator in (unter? auf? siehe unten!)
den Frontallappen des Grosshirns setzen liess. Der Apparat funktionierte, aber
die Lust der resultierenden Nymphomanie fand die Dame dann auch wieder nicht
lustig, und liess das Ding wieder ausbauen. Es sei nicht verschwiegen, dass die
Faktenlage zu dieser Geschichte ziemlich dünne ist. Ein Neurochirurg habe einem
anderen Neurochirurgen erzählt, dass er einen Kollegen kenne, der wiederum eine
Patientin habe .... so ähnlich klingt's in der Pressemeldung, auf die Edgar Dahl
sich bezog. Könnte also ebensogut eine "urban legend" sein, zumal mir
von einem "Libido-Zentrum" im eigentlichen Cortex des Frontallappens
nichts bekannt ist. Bestenfalls im Septum, tief drin im Frontallappen, oder unten, am queren
Band von Broca. (Was es nicht alles im Hirn gibt, nicht wahr? Die Stria
diagonalis Brocae liegt schamhaft versteckt zwischen den Schenkeln -- äh:
Crura, wollt' ich sagen, was aber auch schon wieder "Schenkel" heisst
-- also: liegt schamhaft verborgen zwischen den beiden Crura des olfaktorischen
Traktes an der Basis des Frontallappens. Aus Stimulationsexperimenten bei
Mensch und Tier weiss man, dass diese Region und das Septum durchaus etwas mit
den Gefühlen der Lust und Unlust zu tun haben.) (weiter)
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