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Guido Westerwelle und die Neuroanatomie der Aufmerksamkeit

12. März 2010, 16:04

Bietet sich ja gerade an, kann ich auch meinen schlechten Ruf aufpolieren, weil ich so wenig Neurowissenschaftliches schreibe.


(Quelle: dpa. Hoffentlich darf ich das.... Nee, leider nicht. Hab das Bild entfernt. L.F.)

Wie erregt man Aufmerksamkeit? Guido macht's aktuell vor: man lasse alle Hemmungen fahren. Witzigerweise macht das Hirn das anders, mit Hemmung nämlich. Und vielleicht sollte man, wenn man Hirn hat, sich hie und da auch ein wenig zurückhalten.

Das Paper ist schon ein wenig älter, dafür aus prominenter Feder, und soweit ich sagen kann, immer noch einigermassen aktuell, was die thalamo-corticalen Mechanismen der Aufmerksamkeitssteuerung angeht:

Francis F. Crick (Ja! DER Crick!): Function of the reticular thalamic nucleus: The searchlight hypothesis. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA, Vol. 81, pp. 4586-4590 (1984).

Ist sogar schnell erklärt (siehe Abbildung, stammt aus Cricks Publikation). Was zum Cortex, zu Bewusstsein soll, muss durch den Thalamus im Zwischenhirn. Sensorische Nervenfasern kommen von links unten (in der Abbildung, in Wirklichkeit aus allen Sinnessystemen) im Thalamus an. Erregende Synapse, thalamisches Neuron schickt Faser in Cortex, alldort wieder erregende Synapse auf corticales Neuron. Auf dem letzten Wegstück - zum Cortex - hängt aber noch der Nucleus reticularis thalami dazwischen, der den Thalamus auf seiner einen Seite wie ein Becher umgibt. Die Neurone dieses Kernes sind inhibitorisch (GABA) und schicken ihre Fasern in den Thalamus. Sie sehen's in der Abbildung: Die thalamischen Nervenzellen projizieren nicht nur erregend zum Cortex - nein, sie haben kurze Seitenaxone, die die hemmenden Zellen des Nucleus reticularis erregen. Die aber hemmen nun wieder die thalamischen Neurone, die sie erregten. Kurzum: ein Neuigkeitsdetektor, ein Hochpassfilter. Von links unten, aus der Sensorik, kommt ein Signal, Durchschaltung in den Cortex. Doch dann - nach kurzer synaptischer Verzögerung - gleich wieder eine Dämpfung. Das System detektiert also Änderungen eher als Stasis. In den Worten der Physiologen: ein "phasisches System".

Der Cortex hat natürlich auch die Finger im Spiel. Er ist nicht nur auf die Information angewiesen, die ihm Thalamus und Nucleus reticularis (sozusagen "pflichtschuldigst") zukommen lassen, er kann das System aktiv modulieren. Sie sehen's in der Abbildung. Er schickt (massenweise, siehe unten) Axone hinab zum Zwischenhirn, die einerseits die Neurone des Thalamus, andererseits die hemmenden des Nucleus reticularis aktivieren.

Jetzt wird's in Cricks Modell der Sache ein wenig trickreich, denn es kommt ein Synapsentyp ins Spiel, den man "Malsburg-Synapse" nennt. Eine Synapse, die die Effektivität ihrer Übertragung in Abhängigkeit von ihren "Benutzungsbedingungen" ändert. Ganz so wie die "Hebbsche Synapse", die beim Lernen eine Rolle spielt. Stichwort "long term potentiation" (LTP). Nur soll die Malsbergsche Synapse halt nicht "long term", sondern nur sehr kurz, sekundenlang, ihre Wirkung verstärken können. Dieser Synapsentyp ist, soweit ich sagen kann, bislang hypothetisch geblieben. Die Hebbschen gibt's in Massen, im Kleinhirn, im Hippocampus - LTP ist ein eigener Forschungszweig der Neurobiologie geworden.

Die "take-home message" bleibt von der Frage nach der Existenz der Malsburgschen Synapse ganz unberührt: Der Cortex kann aktiv kontrollieren, was ihm zu Aug' und Ohren kommen soll (sozusagen), und was nicht. Er wird vom Thalamus nicht nur einfach mit sensorischer Information zugemüllt, er kann sortieren. Der Thalamus selbst und der Nucleus reticularis sortieren via Hemmung die Neuigkeiten aus. Der Cortex kann diesen Filter aber nachregulieren.

Als Neuroanatom und Erbsenzähler und Westerwelle-Kritiker find' ich einen Befund besonders spannend. Der Cortex schickt viel mehr "Kontrollfasern" in den Thalamus und den Nucleus reticularis als ersterer "Meldefasern" in den Cortex schickt.

(Wort-)meldung ist schon gut, wenn man Aufmerksamkeit erregen will. Aber corticale Kontrolle ist besser.



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Gorgias von Leontinoi (de nihilo)

11. Februar 2010, 17:07

Ich für meinen Teil finde Worte und das, was sich in Ihnen ausdrückt, Gedanken nämlich, gerade dann spannend, wenn sie missverständlich sind. Also schreibe ich das Folgende unter dem Caveat, dass ich alles falsch verstanden haben könnte, ja wollte. Eine Apologie der Ambiguität, ein Dikanikon über das Diffuse, ein Epideiktikon des Uneindeutigen - ein Lob der Unschärfe also.

Wie man an den schönen griechischen Worten - mit denen ich meinen Vortrag nicht um der Klarheit, sondern um des Klanges willen würze - wie man an den schönen griechischen Worten für die verschiedenen Redegattungen bemerkt, lese ich gerade ein überaus fremdwörterhaltiges Buch:

Wilfried Stroh: Die Macht der Rede: Eine kleine Geschichte der Rhetorik im alten Griechenland und Rom, Ullstein, 2009

Ich muss das lesen, denn Redenschreiben ist mein Broterwerb. Ich will das lesen, denn zusammen mit dem Evangelisten Johannes bin ich der Ansicht, dass 'en archai en he logos'. Und eben nicht 'arithmos'. Am Anfang war das vage Wort, nicht die Zahl. Also les' ich Stroh und freue mich über seine Beschreibung, wie die Alten Worte droschen, leeres Stroh und volle Garben, dass die Spelzen und die Körner nur so flogen.

Und es begegnet mir in diesem Buch der Gorgias von Leontinoi (um 400 v. Chr.), der den Rhetorikern als Hexenmeister galt, den Philosophen aber als ein nur sätzedrechselnder Sophist, der die Worte in seinem und anderer Leute Münder nach Belieben umherdrehte, wie die Drechselbank das Werkstück. Schön anzuschauen, seine Sätze, schöner wohl noch zu hören, wie sich im rhythmischen Gleichklang der Isokolie, in antithetisch verknüpften Isophonien (etc.etc. "gorgianische Redefiguren") der Zauber des Logos entfaltet - derweil die Logik zerbröselt. Sagt man. Der säulenheilige Sokrates, sakrosankter Stammvater seriöser Sprachverwendung habe, sagt man (Platon), den Gorgias und andere Sophisten sauber seziert, und ihnen nachgewiesen, dass dies alles nur Getändel sei, Wortklaubereien, an der Sache vorbei - "Sophismen" eben

Gorgias von Leontinoi oder Platon? Gorgias von Leontinoi. Oder Platon? Keine Ahnung, die Zuordnung des Portraits ist umstritten. Es könnte also sein, dass es Platon ist, ebensogut könnte er es aber nicht sein. Oder umgekehrt.

 

 

 

 

 

Seither stehen die Sophisten und ihre Sophismata in einem schlechten Ruf. Aber übel beleumundete Leute faszinieren mich. So las ich weiter, und lernte, dass Gorgias die Frechheit besass, sich mit Parmenides persönlich anzulegen. Parmenides von Elea (ca. 500 v. Chr), also 100 Jahre älter als Gorgias. Und kein Rhetoriker wie dieser, sondern ein überaus ernstzunehmender Kirchenvater der Wissensliebe, ein vielgepriesener Philosoph. Nichts wäre wie es ist, hätte es den Pamenides nicht gegeben, alles wäre womöglich den herakliteischen Bach 'runtergegangen, wäre im ewigen Fluss des Werdens und Vergehens ('panta rhei') versoffen. Parmenides ist nämlich der Philosoph des ewigwährenden immergleichen Seins, das felsenfest in sich ruht.

Er lehrte etwa Folgendes:
1. Das Sein ist.
2. Das Nichts ist nicht.
3. Ergo hüte Dich vor der Rede vom Nichts. 

Gorgias behauptete frech:
1. Es ist nichts.
2. Selbst wenn etwas wäre, könnte man es nicht erkennen.
3. Selbst wenn man etwas erkennen könnte, könnte man nicht darüber reden.

Auf die Herleitung, die Quellenkritik, auf den ganzen herrlichen philologischen und philosophischen Apparat muss ich leider verzichten. Es mangelt mir am Graecum, es mangelt mir an der Expertise, es mangelt mir womöglich auch an Verstand. Ja, es mangelt mir sogar an dem rhetorischen Fachausdruck für diese Sprachfigur der vorauseilenden Selbstanklage, mit der der Verteidiger einer Sache die wunden Flanken seiner Argumentation zu schliessen versucht, indem er sie offenlegt. Ich hab' Strohs Buch halt noch nicht zu Ende gelesen.

Parmenides gilt als "dunkel, aber bedeutungsschwer". Gorgias, wie gesagt, als Schwätzer. Das legen seine drei Sätze ja auch nahe. Von hinten nach vorne logisch aufgedröselt: Wenn man nicht reden könnte, wieso redet er dann? Und wenn er nichts erkannt hätte, wie könnte er mit der Erkenntnis, dass nichts ist, daherkommen? Und wie kommt er angesichts des allgegenwärtigen Seins, von dem sein Geschwätz ein nicht geringer Teil ist, zu der widersinnigen Behauptung, dass nichts sei?

Das Wenige an Quellenkritik und philosophischem Diskurs zu Gorgias' Frechheit, das ich en passant mitbekommen habe, lässt mich vermuten, dass er sich geradezu lustvoll und mit Absicht in den Ambiguitäten des Wortes "sein" verstrickt hat. Denn das ist ja das Gemeine am "sein", dass es uns gemeinhin verschweigt, dass es zugleich zweierlei meint - "sein" als Existenzbehauptung und "sein" als Eigenschaftszuordnung. Ich bin. Ich bin glatzköpfig. Das sind zweierlei Paar Stiefel, aber natürlich kann man nun versuchen, sich den linken an den rechten Fuss und umgekehrt zu ziehen.

Also, wenn das Sein ist, und das Nicht-Sein nicht ist, dann ist das Nicht-Sein doch immerhin in dem Sinne ein Sein, dass es ein Etwas ist, dem die Eigenschaft des Seins abgeht, ergo ist es ein Etwas, das eine Eigenschaft hat, nämlich das Nicht sein, ergo ist es, ergo sind Sein und Nicht-Sein dasselbe, indem sie beide sind....(usw).

Ad nauseam lässt sich die Gorgias'sche Seinschraube der Doppeldeutigkeit weiterdrehen, und wenn ich nicht ganz falsch informiert bin, hat endlich sogar Hegel, der vielgerühmte und -gescholtene, die Identität vom Sein und dem Nichts erklärt.

Was soll das? Diese aberwitzigen Sprachfiguren, die wie betrunkene Marionetten an den Fäden der Doppeldeutigkeit und der Metaphern zappeln, wie eben dieser Satz selbst, der sich des fadenpüppigen Bildes bedient, um noch weitere, fadenscheinigere Verwirrungen zu stiften? Warum den Knoten schürzen, statt ihn durchzuhauen, warum Wirrheiten weben, warum ein Dickicht errichten, wo ein Weg sein könnte?

Ganz einfach, in diesem Falle: weil der Weg des Parmenides ein Zirkel ist, ein Gedanke, der stets immer nur in sich zurückführt. Das Sein kennt nichts ausser sich, alles Sein führt zurück ins Sein, jeder Gedanke, der von ihm weg will, findet sich sogleich wieder in die Seinsfesseln gelegt. Das Sein ist totalitär. Es drückt sogar seiner Negation den Seinsstempel auf. Auf diese gewalttätige Totalität des Seins gründen sich - so will mir es zumindest scheinen - auch Christian Hoppes theologische Argumente hier in dem "Wirklichkeit"- Blog. Schade, ich habe lange nichts mehr von ihm gelesen. Also: die Wege des Szientismus, des Naturalismus, der Naturwissenschaften, der allermeisten Theologien und Ideologien: alle führen sie in die Seinsverstrickung.

Natürlich ist Ihnen längst klar, was ich will: mit Gorgias als Sprachrohr den Buddha gegen den Parmenides in Stellung bringen. Oder den Diabolos, den Mephisto: "...drum besser wär's, dass nichts bestünde." Diabolos trägt die Methode des Stellungskampfes im Namen, den "diaballein" heisst "durcheinanderwerfen"

Das Sein ist mit Logik nicht zu knacken. Vielleicht aber mit dem Logos, den vagen Wort. Das Sein lässt sich nicht sezieren, seine Härte spottet jedem Messer, die klarsten Gedanken sind jene, die man ganz unmittelbar aus der Kristallkugel des Seins empfängt: "cogito ergo sum", "esse est percipi", "shit happens" - die Grundlage allen Denkens und aller philosophischen Sicherheiten liegt in Seins- und Geschehensbehauptungen.

Das Sein lässt sich nicht sezieren. Aber womöglich kann man es zerreden. Weil Worte so herrlich doppeldeutig sein können. Deshalb find' ich Gorgias momentan gerade so klasse. Wegen der Ambiguität, die ein Weg ins Nichts sein könnte.

Am Rande und zum Schluss, ernsthaft und wahr und weil wir hier bei den "Brainlogs" und im "Anatomischen Allerlei" sind: diejenige Gruppe von Nervenzellen im Gehirn, die die Muskeln unseres Kehlkopfes kontrolliert und die uns mithin sprechen lässt, heisst "Nucleus ambiguus". Wirklich.



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Wattwanderung

08. Januar 2010, 11:35

Wattwanderung

(oder: 7 = 5 und die Evolution des Fippthelers)

Warnung: der folgende Text ist gänzlich hirnlos, hat aber Hand und Fuss.

Eine Zeit lang wollte ich Paläontologe werden. Nicht wegen der Saurier - die fand ich nie spannend. Zu gross, zu plärrig, zuviel Hype. Das Devon fand ich aufregend, jene mittlere Periode des Paläozoikums, "als die Fische an Land gingen". 350 Millionen Jahre ist das her. "Major e longinquo reverentia", dacht' ich mir schon damals, "die Ehrfurcht nimmt mit der (zeitlichen) Entfernung zu". Und so beschaute ich die Fossilien der diversen devonischen Dachschädler (Stegocephalia - was für ein Name!) mit grösserer Ehrfurcht als jene der Dinos. Dort, im Devon, unter den dachschädelnden Fusskriechern ("Pederpes" ist der Gattungsname von so einem Stegocephalen), dort krauchte mein, kroch unser aller erster Ahn, das früheste Vierfusswesen, der erste Tetrapod. Die Saurier: ein Seitenzweig. (weiter)

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"Einförmig stellt Natur sich her..."

01. Dezember 2009, 11:10

"Einförmig stellt Natur sich her..."
(Einstimmung aufs Schopenhauerjahr 2010)


"Im unendlichen Raum zahllose leuchtende Kugeln, um jede von welchen etwan ein Dutzend kleinerer, beleuchteter sich wälzt, die inwendig heiß, mit erstarrter, kalter Rinde überzogen sind, auf der ein Schimmelüberzug lebende und erkennende Wesen erzeugt hat: – dies ist die empirische Wahrheit, das Reale, die Welt."
(Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, Band II, dessen erster Satz) (weiter)

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Dicke Fische und dicke Hirne

28. Oktober 2009, 12:57

Der Leviathan...

Auslese 2009Am vergangenen Mittwoch, abends, in der 636. Sitzung der altehrwürdigen Frankfurter Medizinischen Gesellschaft ... ich döste so vor mich hin, weil mich der "Autismus des Kindesalters" nicht wirklich interessiert. Die hohe Kunst des akademischen Vortrags-Nickerchens - die mir anzutrainieren ich ein Berufsleben lang Zeit hatte - besteht nun darin, das "Sensorium commune" und die "Vis cogitativa" fast ganz zu entkoppeln. Mit anderen Worten: man guckt und hört zwar zu, denkt aber an etwas ganz anderes. Nur ein dünnes Fädchen, ein tröpfelndes Rinnsaal verbindet den Strom der Sinnesdaten mit dem Ozean der Imagination: die "keywords". Bei bestimmten "Schlüsselwörtern" taucht die "Vis cogitativa" plötzlich aus den Abgründen ihres Assoziationsozeanes auf, wie ein Wal, der unvermittelt aus dem spiegelglatten Meer hervorbricht, von einer Gloriole glitzernder Gischt gerahmt, für einen winzigen, unwirklichen Moment im Zenith seines Parabolsprunges wie angenagelt, ein Zeno'sches Paradox, die Welt steht still, doch dann, wenn die Zeit wieder einsetzt, die krachende Auflösung des Paradoxons, wenn der Wal ins Meer zurückstürzt, gewaltige Wellen schlagend.

Ich glaube, ich schweife gerade ab... (weiter)

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Neuro-Enhancement: Pimp your brain!

09. Oktober 2009, 09:06

Pimp your brain!
(Neuro-Enhancement)

Neuro Enhancement

Querer Einstieg über Frisuren und Krafträder

Als Buben haben wir selbstverständlich an unseren Mopeds herumgebastelt, und um den Preis des penetranten zwiebacksägenartigen Zweitaktradaus versucht, die Leistungsgrenzen, die das Gesetz uns vorschrieb, niederzuringen. "Frisieren" nannte man das damals, heute heisst es "Pimp your ride!". Wem die Mopedfrisur nicht recht gelingen wollte, der versuchte wenigstens, der Um- und Mädchenwelt mit einer modischen VoKuHiLa-Frisur zu imponieren. Und jetzt, wo uns die Haare ausgehen -- und zwar zunächst vorne und oben, und erst dann seitlich und hinten, so dass wir, ganz ohne Friseur und Frisur, nur durch's Wirken der Natur, zu einer schicken VoNiHiFra-Frise kommen könnten (will heissen: "vorne nichts, hinten Fransen") -- jetzt sollen wir auf unsere alten Tage unsere Hirne frisieren. Oder wollen sie frisieren. (weiter)

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Zur Psychopathologie des Weibes, Teil II

06. August 2009, 08:31

Zur Psychopathologie des Weibes, Teil II

(Apologese und Prolegomena)
Sommerloch, wir sind mitten im Sommerloch. Das füll' ich jetzt mit dem zweiten Teil einer Textserie, deren ersten ich hier zu veröffentlichen mich nicht getraue. Ausserdem distanziere ich mich natürlich sofort von dem folgenden Text, den irgendein etwas in mir, das sich "ich" nannte, im Zustand der Traumatisierung schrieb. Der Text ist schon ein wenig älter.

(Prolog)
Im Gegensatz zu dem, was die diversen "Brigitte", "Maxi", "Muschi" und Sonstwie-Magazine, die sich auf unserem Klo in zunehmender Zahl unter die Motorradheftchen mischen, im Gegensatz zu dem, was diese Magazine insinuieren (schickes Wort, nicht?), also, im Gegensatz zu dem, was man meinen könnte, wenn man diese Magazine zwischen den Zeilen liest - dass der Mann nämlich keine Seele habe - im Gegensatz dazu SCHREIE ich es jetzt in die Welt hinaus: jawohl, der Mann HAT eine Psyche, das Weib hingegen eine Psychopathologie. (weiter)

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Wissenschaft, brühwarm

24. Juni 2009, 14:43

Es klingt zunächst nicht so, aber was folgt, ist eigentlich ein direkter Folgebeitrag zu den Plagen des Herrn Meier, die ich hier geschildert habe. Der englische Text da unten ist der Auftakt des Manuskriptes zu einer wissenschaftlichen Publikation, an der ich gerade schreibe. Ich denke, Sie können die Fachausdrücke einfach überlesen - es reicht, wenn Sie wissen, dass ich von dem Fisch reden will, dessen Vorderende Sie unten im Bild sehen. Und der Fisch - besser gesagt: die Gruppe von Fischen zu der er gehört - hat viele Namen. Er ist recht eng mit uns Menschen verwandt - jedenfalls enger als, sagen wir mal: ein Hummer. (weiter)

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Wie es der Herr Meier mit dem Tod hält

21. Juni 2009, 12:28

Genug. Ich hab' genug von Bologna. Es wird Zeit für ernsthafteren Blödsinn, der subito weiter unten folgen wird. Eigentlich ist es die Fortsetzung eines Gedankens, den ich in "De Nihilo" und "Neues vom Nichts" angedacht habe. Eine Fortsetzung mit anderen Mitteln. Das übliche Caveat: ein "experimenteller" Text, womöglich ist er mir ja ein wenig zu innerlich und pathetisch geraten. (weiter)

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"Bloggewitter" - Gastbeitrag Prof. Dr. Hörisch

20. Juni 2009, 12:27

10 Jahre Bologna

hörischIch freu' mich arg, den Herrn Prof. Dr. Jochen Hörisch als germanistischen Gast im Allerlei des Anatomen zu haben. Er ist Ordinarius an der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim, er lehrt und forscht über neuere deutsche Literatur und Medienanalyse.

Wie Sie sehen werden: ein Träumer wie ich. Nur - ei der Daus! - er träumt politischer als ich, wie Sie im zweiten Teil seines Beitrages sehen werden. Nun, das mag damit zu tun haben, dass er als Professor in eben jenen Mühlen steckt, deren Mahlwerk ich in der "Traumzeit" knirschen liess.

Hier ist sein Beitrag: (weiter)

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