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Wenn Gerüche und Düfte (lebens-)gefährlich werden können...

von Monika Armand, 05. März 2009, 23:54

dann schüttelt der Normalbürger den Kopf und glaubt sich im falschen Film. Was mir aus früheren Zeiten vertraut, ist für mich seit wenigen Jahren zum Fluch geworden: Ich konnte mich unbeschwert mit meinem Lieblingsparfüm parfümieren und freute mich über einen besonderen Duft. Ein Highlight für besondere Anlässe.....man gönnt sich etwas ganz Besonderes. Große Veranstaltungen, Feste, Feiern....hier wird geduftet. Und manche Düfte kosten sogar ein kleines Vermögen.....was die "eigene" Besonderheit irgendwie unterstreicht...

All das ist vorbei. Für mich gilt ein unfreiwilliges "Duftverbot", weil ein Duft mir "gefährlich"  werden kann. Mancher Leser schüttelt vermutlich den Kopf...hier schreibt ein weiblicher Hypochonder, eine eingebildete Kranke? Ich kann diese Leser verstehen, fällt es mir doch selbst ziemlich schwer zu fassen, dass das Wort "normal" bei diesem Thema aus meinem Vokabular verschwunden ist. Eine Exotin zu sein ist ja ganz nett, wenn man diesen Status sich freiwillig wählen kann. Aber so?

Ein Glück, dass Kontakte über das Internet "duftfrei" möglich sind, ansonsten würde der Fluch, welcher auf mir lastet,  mich mehr oder weniger vereinsamen lassen. Meine Freunde wissen Bescheid: Wenn sie mich besuchen, dann kommen sie bewusst unparfümiert. In der Praxis meines Mannes mussten wir einen Aushang deswegen anbringen. Für Körperpflegeartikel ist mir die "Babyabteilung" in der Drogerie wohlvertraut und mit Deosprays mache ich keine Experimente mehr....

So oute ich mich hier an dieser Stelle: Ja ich bin eine Mimose....... Das Internet belässt nichts im Geheimen und natürlich habe ich mir überlegt, ob oder ob nicht....ein solches Thema auf einen Blog gehört.

Ja, ich denke schon , denn irgendwie hat das Thema auch mit den Grenzen der Wissenschaft zu tun und mit den Grenzen der Medizin, denn hier gibt es nur Hilfe für das Symptom und keine Abhilfe für die Ursache. Besonders erstaunlich ist, wie herzlich wenig man immer noch über die Ursachen und auch die detaillierten "Wirkungen" asthmaauslösender Situationen, Wetterverhältnisse  und Substanzen weiß.

Die Suche nach nichtallergischen Duftumgebungen ist zwecklos. Die Möglichkeit persönlicher sozialer Kontakte wird schlagartig in manchen Situationen auf Null reduziert. Die Kommunikation wird erschwert: wer hat schon spontan Verständnis dafür, dass man fluchtartig ein Gespräch, einen Raum oder einen Sitzplatz verlassen muss, in der Hoffnung "nur" mit einem kleinen Anfall davon zu kommen? Keine Bus- oder Bahnfahrt ist möglich, weil "Duftbegegnungen" hier nicht vorhersehbar sind, keine großen Anlässe und Feiern. Jeder Aufenthalt in "öffentlicher" Umgebung können im Körper irgendwelche chaotischen, biologischen Reiheneffekte auslösen, welche zudem noch völlig unberechenbar sind. Bislang waren sie unter Kontrolle zu bringen und es reichten die medizinisch verfügbaren Infusionscocktails aus, um dieser Lage Herr zu werden.

Auch wenn es gut riecht....mich kann der gute Geruch ruck zuck in die Notfallambulanz unseres Krankenhauses bringen. Dort bin ich heute gelandet, weil unsere Wohnung von einem wirklich angenehmen und wohlriechend Duft umnebelt war. Eine Klientin meines Mannes mit sehr viel Geschmack für einen wahrlich wohlriechenden Duft hat ihre Spuren hinterlassen (und wenn Sie meine Stimme zu diesem Satz vernehmen könnten, dann bekämen sie keinen Funken Ironie zu hören, sondern eher einen wehmütigen Beiton, welcher meine Erinnerungen an vergangene Zeiten widerspiegelt). Jedem normalen Bürger wäre dies eine Nasenschmeichelei, ein Erlebnis der Sinne gewesen.

Aber was tut man, wenn man zu jenen seltenen Exemplaren der Spezies Mensch gehört, welcher diese Düfte gerne riecht und damit in Gefahr gerät? Nur wenige Duftmoleküle haben heute gereicht, damit ich in schneller Fahrt in das glücklicherweise nur 5-Autominuten entfernte Krankenhaus in Halle (Westf.) gebracht werden konnte. Nicht überall sind die Verhältnisse so ideal, wie dort: dank sofortiger ärztlicher und pflegerischer fachkundiger Hilfe war der Spuk verhältnismäßig schnell vorbei und zwei Stunden später war ich wieder äußerst dankbar zu Hause....bis zum nächsten Mal ;-))  

Was passiert, wenn keine Notfallambulanz in der Nähe ist oder man auf einen jener fachunkundigen Ärzte trifft, welche mit Asthmaanfällen nicht umgehen können?  Asthma ist doch weit verbreitet, denken Sie.... und dennoch sind viele Ärzte ahnungslos, wie sie einen Asthmaanfall behandeln. Auch dies lehrt die Erfahrung, mit welcher etliche Betroffene leider ganz und gar nicht alleine sind.

Hier ist guter Rat teuer...

  • Was soll man tun?
  • Wie kann man sich in einer Menschengruppe unter solchen Bedingungen sicher bewegen?
  • Wie erklärt man ein solches Problem seinen Mitmenschen?
  • Wie kann man eine Veranstaltung besuchen, wo mit großer Sicherheit irgendwelche Düfte zum Problem werden könnten? Es gibt Düfte bei denen nichts passiert und es gibt Düfte, welche zur Gefahr für Leib und Leben werden können......

 

Eine Desensiblisierung scheint ausgeschlossen, eine Konditionierung auch....Gerade bei einer "allergischen" Konditionierung könnte man etwas unternehmen. Ein deutlicher Hinweis, dass es sich nicht um eine Konditionierung handelt ist, wenn ein beliebter Düft einen schweren Anfall auslösen  kann und andere unangenehme Düfte nur die Nase "beleidigen"....

Bei dieser Form der speziellen Lebensbewältigung und Problembewältigung hilft kein kommunikatives Wissen, keine Verhaltensregeln, keine Medizin....... Wie sagt man's seinen Mitmenschen? Und wie leben andere Menschen damit, dass sie damit rechnen müssen, aus heiterem Himmel plötzlich in schwere Atemnot zu geraten.....




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Kommentare

  1. Steffen Rehm lebensgefährlich
    06.03.2009 | 12:27

    mmm..im Ernstfall reichen oft zehn Milliliter Euphyllin i.v.(langsam!), selten ist noch Cortison dazu nötig, dann weiß man, was "Auf"-Atmen bedeutet.

    Meine Empfehlung: Cortison möglichst nicht als Dauermedikament, dafür aber sehr viel Ausdauersport in der symptomfreien Zeit, Joggen, Schwimmen, Radfahren mit power, das kann nicht schaden! Flöte oder Posaune lernen!

    Ich erinnere mich, daß bei Asthma auch einiges psychologisiert wurde, aber diese psychosomatischen Ansätze waren wohl nicht sehr hilfreich.

    Gute Luft wünscht
    S.R.

  2. Sabine Bauer Wenn Gerüche und Düfte (lebens-)gefährli
    06.03.2009 | 15:13

    Sehr geehrte Frau Armand,
    hier könnte vielleicht ein Gesundheits- check mit dem ETA-SCAN eine Möglichkeit sein, der Ursache auf den Grund zu gehen.

    Ich arbeite seit 1 Jahr mit diesem Gerät und kann erstaunliche Informationen über Chemikalien und Parasiten im Körper von Klienten entdecken, die der Schulmedizin im Verborgenen bleiben.

    bei Interesse freue ich mich auf Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüssen

    Sabine Bauer

  3. Uwe Kauffmann @ Herausforderung
    06.03.2009 | 20:03

    Hallo,
    ich hoffe mal, Sie haben nicht die Nase voll. Schließlich stinkt das Leben manchmal ganz gewaltig.
    Duft als Synonym für Unehrlichkeit, dass wäre es doch. Ich will so duften wie ich bin. Ich glaube gerade Frauen sind mehr Wolf, als sie denken.
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel ehrlichen Stallgeruch.

    Ihr Uwe Kauffmann

  4. Monika Armand Schnittstelle Psyche / Medizin
    06.03.2009 | 21:55

    @ Steffen Rehm
    "Ich erinnere mich, daß bei Asthma auch einiges psychologisiert wurde, aber diese psychosomatischen Ansätze waren wohl nicht sehr hilfreich."

    Sie haben Recht. Die armen Allergiker oder solche mit hyperreagiblen Bronchien galten einst als "eingebildete" Kranke.
    Zum Glück ist es so, dass man heute nicht mehr glaubt, ein somatisches Asthma sei rein "psychisch" verursacht. Darunter haben einst einige berühmte Leute gelitten.... Damals hatte man auch noch keine Ahnung von Allergien....

    Es gibt aber auch heute noch eine Form von "psychogenem" Asthma und Stress oder Aufregung kann einen Asthmaanfall provozieren bzw. verstärken. Wie bei allen Krankheiten spielt die Psyche auch eine Rolle.

    Die ICD 10(Internationale Klassifikation psychischer Erkrankungen) enthält psychisch bedingte "Varianten" für viele Erkrankungen:
    Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F40-F48)

    Um die psychische Komponente bei Asthma zu reduzieren ist z.B. eine Asthmaschulung sehr hilfreich. Allerdings "verfälschen" Patienten mit Asthmaschulung ihre Werte ( so steigt der Puls nicht "leitliniengemäß" an und auch die Atemfrequenz während eines Anfalles bleibt besser unter Kontrolle. Problem für Ärzte: man kann hier ggf. den Schweregrad des Anfalls nicht so leicht einschätzen)

    Wie man aus der ICD 10 -Liste ersehen kann, so gibt es auch eine "subjektive" Atemnot. Ob diese aber psychisch oder physisch bedingt ist, kann man eigentlich gar nicht sagen, weil auch die moderne Medizin bis heute "Atemnot" gar nicht messen kann.

    In der Schmerzforschung ist man - soweit ich weiß - immerhin so weit, dass das subjektive Gefühl mittlwerweile wenigstens per Gehirnscan dargestellt werden kann ;-)

  5. Monika Armand @ Sabine Bauer
    06.03.2009 | 22:30

    Was ist ein Gesundheits-Check mit einem ETC-Scan? Vielleicht könnten Sie im Blog schon etwas darüber berichten, denn ich denke, dass dies für etliche Personen interessant sein könnte ....

  6. KRichard Liste führen
    07.03.2009 | 07:03

    Sie sollte eine Liste führen, in der Sie jeden Duft vermerken, den Sie gerochen haben - und wie Sie darauf reagiert haben (Wenn Sie die betreffende Person telefonisch anrufen, wird man Ihnen sicher helfen).
    Dann solltn Sie oder Ihr zuständiger Allergologe bei dem jeweiligen Parfümhersteller eine Liste mit Zutaten des jeweiligen Parfüms erfragen.
    Wenn Sie dann die Zutaten und die Wirkung einzelner Parfüms auf Ihre Gesundheit vergleichen, dann könnten Sie - wenn Sie Glück haben - einen Zusammenhang herstellen. Möglicherweise gehen alle Ihre Probleme nur auf einen einzigen Stoff zurück - und wenn man den findet, dann kann man eventuell eine Behandlungsmöglichkeit finden.

  7. Monika Armand @ KRichard
    07.03.2009 | 10:58

    Das Problem ist, wie führt man eine solche Liste ;-)?

    Jemand geht an mir vorbei. Mit kleiner Zeitverzögerung reagiere ich darauf. Die Person ist bereits etliche Meter weiter weg.

    Abgesehen davon, dass bei Beginn einer Attacke körperliche Anstrengung kontraindiziert ist und das Aufsuchen des "Duftträgers" eine zusätzliche Allergenexposition darstellt: Wie stellt man fest, welchen Duftstoff er verwendet hat. War es sein Parfüm, seine Duschlotion oder die Handcreme? Also müsste ich alle "Duftmöglichkeiten" abfragen, ihm nachrennen und im Gespräch eine Verschlimmerung des Anfalles riskieren?
    Kommt noch hinzu:
    Wie "erfreut" wäre denn jemand, wenn ich ihn ansprechen würde: "Welches Parfüm, welche Seife, welche Sorte Handcreme und welches Deo verwenden Sie?"

    Ich habe schon sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht, wenn ich jemandem mitteilen musste, dass ich auf seinen "Duft" allergisch reagiere:

    Selbst im Krankenhaus kann es passieren, dass Krankenschwester oder Krankenpfleger der Pulmoabteilung Duftstoffe an sich haben, welche ich nicht vertrage. Ich hatte eine Schwester einmal darauf aufmerksam gemacht und bekam zur Antwort:
    "Ich pflege mich eben, wenn Sie deshalb Atemnot bekommen, dann ist das ihr Problem".

    Zum Glück hat meine Notfallmedikation ausgereicht um "Herrin des Anfalles" zu werden, denn ich hatte mich nicht getraut deswegen zu klingen, wäre ich ja diesem Duft wieder ausgesetzt gewesen....und alles wäre noch schlimmer geworden.

    Ein anderes Mal bekam eine Bettnachbarin einen tollen Blumenstrauß mitgebracht und ich musste sie bitten, den Strauß nicht im Zimmer zu belassen. Sie begann daraufhin mit mir zu streiten und hat sich dann noch vor mir ganz vehement beim Chefarzt beschwert.

    Da habe ich dann, wie Uwe Kaufmann so schön feststellte, dann wirklich die "Nase voll" ;-), aber mehr von dem Theater, welche manche Menschen aufgrund ihres Unverständnisses für diese Situation veranstalten....

  8. KRichard Zauberwort heisst ´Bitte´
    07.03.2009 | 12:13

    Bitten Sie die Leute um Hilfe indem Sie ihr Problem schildern - das dürfte viele gute Gespräche ermöglichen; ohne dass die Leute gleich eingeschnappt sind.
    Natürlich können Sie nicht jeden vorbeigehenden Passanten fragen. Aber von je mehr Leuten Sie eine Antwort bekommen, um so eher haben Sie eine Chance, diejenigen Stoffe einzukreisen, auf die sie reagieren.
    Das ´Einkreisen´ von Ursachen kann oft zu verblüffenden Ergebnissen führen. Mir erzählte einmal ein Mann, der in seinem Betrieb viel mit allergieauslösenden Stoffen arbeitete, dass er plötzlich immer sehr heftige allergische Reaktionen bekam; wenn er in der Arbeit war. Zu Hause oder im Urlaub hatte er keinerlei Probleme. Sein Fall wurde von Berufsgenossenschaft und Firma besonders intensiv untersucht - da man die Notwendigkeit sah, eventuell die Schutzmaßnahmen deutlich verstärken zu müssen. Allerdings reagierte er auf keine einzige der verwendeten Chemikalien allergisch. Als man per Ausschlußverfahren nach weiteren Ursachen suchte, kam heraus, dass er auf löslichen Kaffee allergisch reagierte, den er ausschließlich in der Firma trank. Zu Hause machte seine Frau immer Bohnenkaffe.

  9. Monika Armand @ KRichard
    07.03.2009 | 12:32

    Ihre Empfehlungen sind gut gemeint und alle längst in verschiedenen Variationen ausprobiert. Ergebnis: Es ist völlig unterschiedlich, wie einzelne Menschen reagieren. Bei manchen übersteigt die vorhandene Lage ihr Vorstellungsvermögen und nicht jeder scheint ausreichend empathiefähig zu sein, um sich in die Lage eines Betroffenen hinein zu versetzen.

    Ich schätze, dass dies auch der Grund ist, warum z.B. viele Körperbehinderte über das unbeholfene oder verständnislose Verhalten Nicht-Betroffener ihnen gegenüber klagen.

  10. Erich Renner Duftallergie
    09.03.2009 | 12:20

    Aus eigener Erfahrung heraus liegt es mir fern, Sie als Mimose o.ä. zu bezeichnen. Die konsequente (mehrjährige) Anwendung eines bestimmten Asthmamittels hat bei mir zu relativer Beschwerdefreiheit geführt.
    Eine Schlüsselrolle scheinen dabei Depots im Körper gespielt zu haben, die langsam abgebaut wurden.

  11. Anonym Hilfe
    24.03.2009 | 10:37

    Habe vor 4 Tagen einen Stimmverlust.
    Ich dachte es ist eine Erkältung,war beim Arzt,habe Antibiotikum und Sprays bekommen,da es nicht besser wurde bkam ich Angst bis mir einfiel das ich genau vor 4 Tagen einen schönen Blumenstrauß bekam und der Duft mich einengt.Habe ihn nun auf dem Balkon,kann es sein das es durch die reizenden Düfte besser wird,wer weiß eine Hilfe.

  12. Carina Leidensgenossin;-(
    13.05.2009 | 23:31

    Hallo Monika,

    darf man da eh du sagen? Ich machs halt einfach mal.. also, ich bin grad ziemlich verzweifelt. Ich habe so ungefähr das ähnliche denk ich mal, nicht so arg wie du aber es reicht.. mein neuer Freund hat einen Duft der mir auch quasi den Atem raubt.. ich selber tu auch ewig rum bevor ich mal ein parfum haben kann.. zu meinen neuen freund trau mich gar nichts sagen, ist ja alles noch neu, der glaubt ich bin total belämmert;( mich würd interessieren wie das angefangen hat bei dir.. wie ich rauslesen kann, kann man da wohl gar nichts machen??? bin grad ziemlich verzweifelt.. wie gehts dir sonst so im leben mit diesem problem? du hast einen mann wie ich lese, gibts da probleme oder richtet er sich nach dir? mir machen im moment nur unmittelbare duftstoffe und neue kleidung was aus und auch nicht immer und nicht in form von asthma aber schon atemnot.. kann sich das verschlimmern? wie war das bei dir? wäre dir sehr dankbar über eine antwort.. lg carina

  13. Monika Armand @ Carina
    14.05.2009 | 08:36

    bislang ist gegen eine Duftallergie "kein Kraut gewachsen", d.h. Duftallergiker müssen ihr Leben nach ihrem Handicap ausrichten. Es versteht sich von selbst, dass Freunde, Lebenspartner und Eheleute sich notgedrungen darauf einstellen. Mein Mann benutzt, wie ich auch duftfreie Babypflegeprodukte. Mein Deospray wage ich nicht zu wechseln und für meinen Mann "teste" ich was geht. So können wir beide gut damit leben. Meine FreundInnen richten sich gleichfalls darauf ein. Eine Freundin (Raucherin) verzichtet kurz zuvor und während unserer Treffen auf das Rauchen und zieht sich bevor wir uns sehen, frische Kleidung an.

    Meine Umgebung sieht mich ggf. manchmal fluchtartig einen Raum verlassen oder beim Einkauf ggf. alles an der Kasse zurücklassend mich murmelnd, dass ich leider nicht bezahlen kann, weil ich gerade einen Anfall habe....in der Hoffnung, man wird mich verstehen.

    Mein Vater hat dasselbe Problem. Er ist über 80 und sagt dabei mit einem Augenzwinkern: "Ich huste fast jeder Frau hinterher" ;-)

    FAZIT: Take it mit Humor. Jeder gestalte sein Leben, indem er sich mit seinen Malaissen arrangiert und sich damit abfindet, dass der eine oder andere Zeitgenosse sich nicht vorstellen kann, was es heißt mit Handicaps zu leben...
    und noch ein Vorteil:
    was Freunde anbetrifft: hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen ;-)

  14. Carina
    14.05.2009 | 20:53

    Hi Monika,

    danke für Ihre Antwort! ja da haben Sie wohl recht. Wie gesagt ich habe das gottseidank nicht so schlimm wie Sie, auch keine asthmaanfälle, wohl aber atemnot wobei ein asthmaspray dann wieder halbwegs hilfreich ist zum bronchienerweitern.. mit der betonung auf halbwegs halt;( bin halt selber nicht ganz sicher ob sich das ganze vielleicht auch psychisch abspielt, weil ich mal ziemliche "dufttypen" hatte und irgendwie hat das danach angefangen.. was vielleicht noch das beste wär weil man da dann bei psychosachen noch was dagegen mach kann;-) zu meinem neuen freund denk ich mir wenns daran scheitern sollte dann ists sowieso gut;-) und denk mir mal an sowas kanns nicht scheitern.. aber das ganze ist ja eigentlich keine allergie, oder ist das bei Ihnen eine allergie? ich denk mir dann würden antihistaminika helfen, was sie nicht tun. wie sind Sie überhaupt auf diesen befund gekommen, bei welchem arzt warst du da? lungenarzt? aber recht haben Sie damit, man muß sowieso damit leben und das beste daraus machen.. und das alles geht dann irgendwie.. dauert halt nur seine zeit bis man rausfindet wie;-) und man kann auch froh sein, weil es gibt ja auch noch schlimmere sachen;-(

  15. Monika Armand Psychogene Allergien
    14.05.2009 | 21:50

    und die Unterscheidung zu "Echten"...
    Erkennungsmerkmal: Auch Gerüche, welche ich gerne rieche können einen schweren Asthmaanfall auslösen. "Übelriechende" Düfte und Gerüche lösen nicht unbedingt einen Anfall aus. Auch wenn es unangenehm ist: Natürlicher Schweißgeruch macht mir i.d. Regel nichts, auch wenn mancher Schweißgeruch unangenehm wird, wenn er penetrant sein sollte ;-))

    Hinweis auf eine "erlernte" Allergie: Identität von übelriechend empfundenen Düften und regelmässig damit verbundenen Anfällen (wobei dies nicht unbedingt absolut zu nehmen ist...dazu muss man die "Lerngeschichte" Revue passieren...)

  16. Carina Puh.. keine Ahnung;-(
    14.05.2009 | 22:18

    hmmm, ja danke.. es ist schwierig zwischen echter und erlernter zu unterscheiden und ein langer weg.. zumal ich lange zeit hautprobleme hatte die ich jetzt irgendwie im griff habe, meistens halt..glaub schon damit psychisch einiges geschafft zu haben.. ist halt die frage obs psychisch war oder ich jetzt besser damit klar komme;-).. man muss halt mal den richtigen arzt als ansprechspartner finden dann ist schon einiges besser.. ist halt auch so dass ich ich auch düfte nicht vertrage die ich gerne rieche, aber ich warte ja schon immer drauf dass ichs nicht vertrage..oder aber auch wo ichs erwarte dann wieder gar nichts ist.. mich halten einige für einen hypo und ich bin mir jetzt nicht mehr sicher ob ich einer bin oder das alles echt ist;(.. obwohl ich so und so nachgewiesener allergiker bin.. halt noch fraglich was mit den gerüchen ist.. nicht so abwegig dass da auch was dahinter steckt..aber ich hab ja schon mal den 1.schritt gewagt und jetzt einen haufen überweisungen und arztnamen vom praktischen geholt.. jetzt nur noch hingehen, hoff wird ein nicht allzu langer weg und hoffentlich komm ich bald ans ziel;-) wenn man dann definitiv weiß was ist ist, fällt damit zu leben schon etwas leichter..;-)

  17. UR Sie sind nicht alleine ...
    16.07.2009 | 15:07

    Sehr geehrte Frau Armand,

    sie sind mit dieser schadstoffinduzierten Erkrankung (Multi-System-Erkrankung) nicht allein!

    Vielleicht hilft Ihnen dieser Artikel auf der UmweltRundschau ein klein wenig weiter: http://www.umweltrundschau.de/cms/the-news/439

    Lieben Gruß

szmtag