brainlogs Alles hängt mit allem zusammen

Politik, Medien und Wahrnehmung......

von Monika Armand, 18. Januar 2009, 17:23

Schlagzeilen gibt es nur für Sexualmorde an Kindern...........anders und in gewissem Sinne dauerhaft "gequälte" Kinder werden in der Öffentlichkeit, der Politik und von Teilen der Justiz ignoriert........

Die Zahl der Kindermorde hat sich - rein statistisch gesehen - seit den 70ern mehr als halbiert. Die Zahl der Kinderqualen unter staatlicher Gewalt hingegen nimmt jährlich zu. Die "Dunkelziffer", d.h. die Kindesquälereien (insbesondere seelische Qualen) in Heimen und Pflegefamilien dürfte, angesichts der mangelnden Kontrollen und Kontrollmöglichkeiten gleichfalls recht hoch sein....

Seit mehreren Tagen, können wir Berichte über das traurige Schicksal der 8-jährigen Kardelen in der Tagespresse lesen. Jedem auf diese oder ähnliche Art zu Tode gekommenem Kind wird in der Politik und den Medien sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt, so dass Eltern mit großer Sorge die vermeintliche Zunahme solch schrecklicher Ereignisse verfolgen.....Zu Recht??.......:

siehe: Morde und Sexualmorde an Kindern und Jugendlichen in Deutschland (1996-2001) und

Trotz dieser Fälle warnt der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, vor einer Dramatisierung des Themas Sexualmorde an Kindern. Das Risiko von Kindern, Opfer eines Sexualstraftäters zu werden, habe seit den 70er Jahren kontinuierlich abgenommen. "Wir sind heute bei einem Fünftel der Häufigkeit von Anfang der 70er Jahre", betont Pfeiffer. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden zwischen 1970 und 1980 rund 80 Kinder unter 14 Jahren Opfer von Sexualmorden. Zwischen 1990 und 2000 registrierte die Wiesbadener Behörde nur noch 37 dieser Verbrechen in Deutschland.[ Quelle: Traurige Schicksale 2004 Kindermorde: Statistik widerspricht gefühlter Härte]


Kindermorde sind  schrecklich. Nicht minder schlimm ist es, wenn Kinder aus Verzweiflung,  sich suizidieren bzw. für ein Leben lang traumatisiert werden......

Über das traurige Schicksal der Familie Haase, welcher durch das ungesetzliche Jugendamtshandeln alle 7 Kinder entzogen worden ist und eine Tochter, aus Verzweiflung darüber, sich das Leben genommen hat, wurde recht wenig geschrieben. Viele andere Schicksale ähnlicher Natur finden gleichfalls nur recht selten Eingang in den öffentlichen Medien.

Und so kann es geschehen, dass wir manche Dinge in ihrem Ausmaß "verzerrt" wahrnehmen. Die Schlagzeile wird zu einer Wahrnehmungstäuschung und manche Sachverhalte werden für bedeutsamer oder umfangreicher gehalten, als sie in Wahrheit sind. Ähnlich dem Ames-Raum, in welchem mit Hilfe der "Darstellung" ein kleiner Mensch groß und ein großer Mensch klein erscheint. So landen gleichfalls bedeutsame Ereignisse  quasi im "paradoxen Zimmer" der Medien, bzw. tauchen dort erst gar nicht auf.

(Hier gibt es eine Bastelanleitung für all jene, welche Spaß an einer spielerischen Täuschung haben und die beeindruckende Möglichkeit unser Gehirn deftig zu täuschen, einmal ausprobieren möchten: Das paradoxe Zimmer)

Auch Kinder, welche innerhalb ihrer Herkunftsfamilie getötet werden, ziehen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich (z.B.: Familiendrama Mutter tötet ihre Kinder und andere....) und veranlassen die Politik, den unkontrollierten Jugendämtern auf gesetzgeberischem Wege noch mehr Macht zu verleihen.

Dabei wird geflissentlich übersehen, dass die Ausbildung der dort tätigen Sozialarbeiter und Sozialpädagogen kaum ausreicht, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die unzureichende Ausbildung und die unkonrollierte bzw. uneingeschränkte Macht der Jugendämter führt dann zu solchen Schicksalen, welche ohne Medienaufmerksamkeit still und leise geschehen*..... Ob durch verstärkte Interventionen das Drama der Kindestötung durch die Mutter hätte verhindert werden können, bleibt offen. Unbestritten hingegen ist der Umstand, dass die Anzahl der Fremdunterbringungen und Kindesentziehungen Jahr für Jahr steigt. Zunehmend werden Kinder fremd untergebracht, weil Jugendämter die "Gefahr einer Kindeswohlgefährdung" nicht ausschließen wollen........es reicht eine angenommene Gefährdung für den Entzug aus....

Einige Beispiele:

Pascal Meiering Opfer des Jugendamts der Stadt Rastatt.

Jugendamt Opfer

59348 Lüdinghausen: Ich suche Menschen, die wie ich Probleme mit dem Jugendamt Lüdinghausen haben. Bitte melden, falls Interesse an Meinungsaustausch und ggf gemeinsammen Aktionen besteht. jsoelde@googlemail.com


Hier ein "Trauervideo" der Eltern, welches erahnen lässt, welch seelisches Leid Kinder - auf Grund von staatlicher Kontrolle - erleiden müssen.
Jugendamt Opfer. Teil (1)

Und hier der Fall Haase:
Die Macht der Jugendämter (14. 10. 2004)
Jugendämter in Deutschland: Das Geschäft mit Kindern
"Im Fall Haase urteilte der Gerichtshof im April 2004: "Die Wegnahme der Kinder war ein drastischer Verstoß gegen die Menschenrechte." Nun muss die Bundesrepublik dafür noch einmal kräftig in die Tasche greifen. Familie Haase steht jetzt Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von 53.000 Euro zu. Das ist die bislang höchste Summe, die für eine derartige Menschenrechtsverletzung in Deutschland verhängt wurde. Diesmal geht das Geld wenigstens an die Eltern. Zahlen muss aber wieder der Steuerzahler."


Die in Kinderschutzfragen sehr engagierte Autorin Karin Jäckel schreibt auf Ihrer Webseite über Kinderschicksale:
Urteil: Menschenrechtsgericht rügt deutsche Sorgerechtsentscheidung
Der Straßburger Gerichtshof rügte dieses Vorgehen als unverhältnismäßig. Es habe keine unmittelbare Gefahr bestanden, die eine solche Entscheidung gerechtfertigt hätte. Vor allem die Trennung der Mutter von dem Säugling sei eine "extrem harte Maßnahme" gewesen. Sie habe die Frau nachhaltig traumatisiert und das Baby des direkten Kontakts zu seiner leiblichen Mutter beraubt. Durch die dauerhafte Trennung von Eltern und Kindern seien zudem die Möglichkeiten einer Zusammenführung der Familie immer weiter reduziert worden. Für das mittlerweile ein Jahr alte jüngste Kind seien die Eltern und Geschwister heute Fremde.


Kinderfolter: Kindern wird der Tod ihrer Eltern vorgegaukelt:
Jugendamtsterror im Fall Haase
"Weitere Belege für die Ausübung seelischer Grausamkeiten zum Verursachen seelischer Qualen der betroffenen Kinder ist der Lebenssachverhalt, dass nach ca. 4,5 Jahren Fremdunterbringung die Töchter Anna und Sandra in die Familie Haase zurückgeführt werden und dann davon berichten, dass ihnen in der Obhut des Jugendamtes während der Fremdplatzierung
erzählt und vorgetäuscht wurde, dass ihre Eltern bereits tot seien."

Und zum Freitod eines der vom Jugendamt zwangsweise in Gewahrsam genommenen Kindes, stellt der Europäische Gerichtshof fest:

"Die Staatsanwaltschaft Münster unterschlägt in ihrer Einstellungsbegründung vorsätzlich das rachemotivierte Tatmerkmal der Grausamkeit, das in der permanenten Rückführungsverweigerung des beschuldigten Jugendamtes, insbesondere nach den festegestellten Menschenrechtsverletzungen und insbesondere nach zwei fremduntergebrachten Selbstmordversuchen des in der jugendamtlichen Handlungsfolge zu Tode gekommenen Kindes, besteht.
Zudem berichtet Staatsanwalt Botzenhardt für Staatsanwalt Lechtape, dass gegen die
Mitarbeiter des Jugendamtes Münster im Menschenrechtsfall Haase gesonderte Verfahren bezüglich der Vorwürfe Vorteilsannahme, Bestechlichkeit sowie Falschbeurkundung im Amt eingeleitet worden seien." (Quelle:Jugendamt Münster: Fall Haase vor dem EGMR Jugendamtsterror und Familienrechtsverbrechen / Kinderreiche Familien Gespräch mit den Eltern Haase im ARD-Magazin bei Pfarrer Fliege Wenn der Staat seine Macht missbraucht - Teil 1 (6.7.2004) und Wenn der Staat seine Macht missbraucht - Teil 2 (6.7.2004))

Trotz Urteil des Europäischen Gerichtshofes, die Kinder wieder in die Familie zurückzuführen, weigert sich das Jugendamt die Kinder herauszugeben....
Sorgerechtskandal - kommerzieller Hintergrund?


Nun, werden Sie mir vielleicht entgegenhalten: Das sind doch "nur" Einzelfälle.....und ich kann darauf nur antworten: Ich könnte Ihnen ein Dutzend Fälle berichten, welche mir in den letzten beiden Monaten bekannt geworden sind. Seit ich zu diesem Thema blogge bekomme ich regelmässig Emails Betroffener.

Eine Sammlung " Diverse Filmbeiträge über Kindesentzug durch Jugendamt und Familiengericht" von Karin Jäckel kann Ihnen eine Vorstellung darüber vermitteln, was hierzulande für etliche Familien zum bitteren Alltag geworden ist.

Sozial engagierte Helfer müssen immer wieder mit "staatlichen" Repressionen für ihr Hilfsengagement "bezahlen"...(Ein Helfer im Fall Haase bekam eine Strafanzeige veranlasst vom JA Münster, sein Computer wurde beschlagnahmt und er wurde seinerseits einer Strafverfolgung unterzogen....am Rande geht dies auch aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes hervor. Helfer in anderen Verfahren gegen Menschenrechtsverletzungen wurden z.B. grundlos verhaftet....), d.h. auch bei uns gibt es hier und da "chinesische Zustände" oder "Zustände, worüber wir glauben, dass diese seit dem dritten Reich längst überwunden wären......". Noch vor zwei Monaten hätte ich einem solchen Bericht kaum selbst Glauben geschenkt. Nun bin ich nur noch sprachlos über die Schicksale, welche mir zunehmend berichtet werden.

So finden in Deutschland Menschrechtsverletzungen statt....unterstützt von der "Nichtöffentlichkeit familiengerichtlicher Verfahren"[Jugendamt und Familiengerichtsverfahren - Willkür im "Rechtsstaat"]. Diese "Nichtöffentlichkeit" sollte vom Grundgedanken her ursprünglich dem Schutze der Betroffenen dienen. Zwischenzeitlich dient diese eher dem Schutz der oft willkürlich handelnden Jugendämter und führt in vielen Fällen zur Verletzung des rechtlichen Gehörs der betroffenen Eltern.

Es reicht der bloße Verdacht, eine Denunziation beim Jugendamt, um die Angezeigten durch die Polizei festnehmen zu lassen, zwangsweise - wegen anonym behaupteter Selbstmordgefahr - in die Psychiatrie zu verfrachten und das Kind in einer Pflegefamilie gegen seinen Willen und sein natürliches Bedürfnis nach Elternliebe unterzubringen. Ein solcher Fall ist mir vor Kurzem berichtet worden. Hier wurde in der Psychiatrie festgestellt, dass keine Gefahr besteht und die Mutter wurde nach Hause entlassen. Das bedeutete aber nicht, dass das Kind wieder zurück zur Mutter durfte. Obwohl die Pflegemutter allergrößte Schwierigkeiten mit dem Kind hat (aufgrund des schweren Trennungstraumas) und dem Jugendamt eigentlich der "Fehlalarm" bewusst geworden sein müsste, soll das Kind nun ins Kinderheim.......und die Mutter muss auf eigene Kosten beim Familiengericht gegen das staatliche Handeln Klage erheben...
(Hintergrund dieser Aktion ist eine gute Bekannte der Betroffenen....sie haben sich offenbar gestritten und die Bekannte verfolgte mit der Anzeige die Absicht ihr eins "auszuwischen"....Als ich diese Geschichte mitgeteilt bekam, fühlte ich mich im tiefsten Mittelalter....so etwas kennt man aus historischer Literatur zur Hexenverfolgung.....)

Besonders schlimm: So etwas kann quasi jeden treffen, der minderjährige Kinder hat....

Ich kann mir das nur so erklären:
.....jene Jugendamtsmitarbeiter realisieren vermutlich ihre Fehleinschätzung und besitzen dann nicht die Größe ihren Irrtum einzugestehen (die Mutter könnte vielleicht Schadensersatzansprüche stellen, Schmerzensgeld verlangen).....und so wird an der Fehleinschätzung festgehalten. Nun möchte man um jeden Preis "beweisen", dass diese Frau Erziehungsprobleme hat. Es geht tatsächlich nicht um das Kind, sondern es geht darum "Recht" zu behalten (ähnlich wie im Fall Haase das Jugendamt Münster...).
So wird das Kind weiterhin festgehalten und zwangsweise von der Mutter getrennt. Jeder wissenschaftlich denkende Psychologe wird hier bestätigen, dass Mutter und Kind durch den Polizeieinsatz und die Trennung "traumatisiert" sind......

Allerdings: Es gibt leider genügend gutachterlich tätige Diplom Psychologen /Psychologinnen, welche dem Jugendamt "bestätigen", dass bei dieser Frau "Erziehungsdefizite" anzutreffen sind und so wird das "Kindeswohl" für gefährdet erklärt, mit dem Ergebnis, dass dem Kind die Kindheit genommen wird.... Sofern diese Frau Glück hat, wird ihr ein kompetenter Gutachter/Gutachterin vom Gericht zur Seite gestellt, welche(r) den Dingen ggf. auf den Grund geht.....

Da Jugendamtsmitarbeiter vor Gericht lügen dürfen, werden die "Tatsachen" so verdreht, wie man sie braucht, was dazu führt, dass auch dem Gutachter und Gericht falsche Tatsachen vorgegaukelt werden.....
Und solange Jugendämter mit einer solchen Macht ausgestattet sind und völlig unkontrolliert agieren dürfen, wird es immer auch dort tätige Menschen geben, welche die ihnen verliehene Macht auch ausleben bzw. missbrauchen.......

So bleibt mir nun zu wünschen, dass die Wahrnehmung unserer gesellschaftlichen Probleme ohne Sinnestäuschung und Verzerrung erfolgt.......und schädlichen Entwicklungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, damit Kinderquälereien gestoppt werden können......Optisch hat sich die Wissenschaft längst damit auseinander gesetzt, wie wir an dieser sehr eindrucksvollen Webseite von Michael Bach sehen können: 26 Optische Täuschungen & Sehphänomene und hier eine aufschlussreiche kurze Übersicht im PDF-Format:Sinnestäuschung

Angesichts dieser Situation frage ich mich:
  • Wird diese Form der "Ames - Sinnestäuschungen" (==> Der Ames-Raum) in der Sozial-, Politik- und Medienwissenschaft thematisiert?
  • Wer kontrolliert die Unkontrollierten?
  • Wer öffnet jenen Getäuschten die Augen?

_______________________________________
* Auch an dieser Stelle muss ich darauf hinweisen, dass es durchaus Jugendämter und Jugendamtsmitarbeiter gibt, welche sich um die Einhaltung fachlicher Standards und um Gesetzestreue bemühen; daneben echtes Interesse an den Bedürfnissen, Wünschen und Nöten ihrer "Schützlinge" haben. Und natürlich gibt es auch äußerst engagierte Familienrichter und Gutachter, welche ihre Aufgabe um das Wohl der Kinder sehr ernst nehmen.

Bildquelle: Pixelio (c) Marcus Stark

Nachtrag 19.01.2009:

Während Kindermorde und Kindesmisshandlung/Kindesmissbrauch im häuslichen Bereich von Staatsorganen (Polizei, Staatsanwaltschaft, Justiz) mit großem Aufwand verfolgt und geahndet werden, wird bei ähnlichen Taten im öffentlichen Bereich entweder gar nichts oder nur wenig unternommen. Betroffene und Angehörige Betroffener haben einen langen Weg vor sich, wenn sie eine "Kindeswohlgefährdungsanalyse"veranlassen.....

Beispiele für o.g. "Dunkelzifferfälle":

In einem Fall z.B. "empfehlen" Rechtsanwältin und der Vormund dem fast erwachsenen Opfer über die unter staatlicher Obhut stattgefundenen Vergewaltigungen seit frühester Kindheit zu schweigen....... In einem anderen Fall (Vergewaltigung eines Mädchens in einer Jugendwohngruppe von einem Mitbewohner)"schwiegen" die ErzieherInnen und brachten den Täter in einer anderen Wohngruppe unter. Das Mädchen musste mit ihren Erlebnissen "alleine" und unter dem Mantel des Schweigens fertig werden.....

Mehr Informationen in meinem anderen Beiträgen in AHMAZ, den Linkhinweisen und im Blog: Kinderklau Themen: Probleme mit dem Jugendamt und der Familienhilfe - Trennung und Scheidung - Sorgerechtsverfahren - Gutachten - Kinderrechte - Elternrechte etc.


Ähnliche Artikel:


antworten

Kommentare

  1. 19.01.2009 | 14:51

    Unglaublich... Da kann es nur an jedem einzelnen hängen bleiben, mehr für seine Rechte zu tun!

  2. Maike Keine
    25.11.2009 | 14:10

    Sorry aber da hat man keine Worte!

szmtag