Neuromythos: "Mandalamalen schult das Gehirn"
"Das Malen von Mandalas ist eine Möglichkeit die beiden Gehirnhälften wieder in Einklang zu bringen".....*
Mit
dieser verheißungsvollen Botschaft lädt eine Yogalehrerin und
Kunsttherapeutin zu einem "Mandalamalkurs", kombiniert mit Yoga und
meditativen Übungen, ein.
Wissenschaft oder Neurohype? Was ist dran an der Behauptung, man könne mit Mandalamalen die "Gehirnhälften in Einklang" bringen?
Die
Annahme einer sauber getrennten Arbeitsweise unserer beiden Hirnhälften
und die angeblich daraus resultierende Notwendigkeit einer "Verbindung"
mit allerlei obskuren Methoden durchziehen Lernangebote, esoterische
Anschauungen, ja sogar alternative Methoden in der Medizin
(Edu-Kinesthetik [Edu-Kinestetik in Hessen: Kultusministerium und Schulämter fördern pädagogische Quacksalberei], Kinesiologie , Brain Gym etc. etc.)
Auch
hier wird eine Aufgabenteilung der beiden Gehirnhälften behauptet und
mit einer "bevorzugten" Drehungsinterpretation einer optischen Illusion
"begründet":
Das Geheimnis wird gelüftet: The spinning girl ;-)
Bildquelle Pixelio:(c) Hamfel
Dass
diese Annahmen eher einem Wunschdenken, als tatsächlichen Ergebnissen
aus der Hirnforschung entstammen, können Sie hier nachlesen:
The spinning girl oder was Wissenschaftler" aus einer optischen Illusion "basteln"
Auszug daraus:
Sein Fazit mit "poetischem" Charakter:Hierzu stehen die ausführlichen Recherchen zum Thema "Lateralisation" von Elkhonon Goldberg in völligem Widerspruch. Goldberg hat in seinem Buch zahlreiche Studien zusammengetragen und ausführlich referiert:
Hierzu stehen die ausführlichen Recherchen zum Thema "Lateralisation" von Elkhonon Goldberg in völligem Widerspruch. Goldberg hat in seinem Buch zahlreiche Studien zusammengetragen und ausführlich referiert:
Elkhonon Goldberg
Die Regie im Gehirn
Wo wir Pläne schmieden und Entscheidungen treffen
ISBN 978-3-935767-04-0, 1. Aufl. 2002, 341 Seiten, 22 €
Verlagsinformationen zum Buch
Buchbesprechung
Die Regie im Gehirn - Wo wir Pläne schmieden und Entscheidungen treffen
Sein Fazit mit "poetischem" Charakter: "Das Orchester des Gehirns scheint in zwei Instrumentalisten-Gruppen aufgeteilt zu sein:
Die auf dem rechten Flügel sitzen, sind schneller, was die Aneignung eines neuen Repertoires angeht, aber auf lange Sicht betrachtet erlangen die Instrumentalisten auf der linken Seite, wenn sie entsprechend proben, eher den Zustand der Perfektion. In der Analogie zu einem Wirtschaftskonzern besteht die Organisation des Gehirns aus zwei Abteilungen: eine beschäftigt sich mit neuen Projekten, die andere kümmert sich um eingeführte, bestehende Produktlinien.
Tatsächlich ist jede der beiden Hemisphären bei allen kognitiven Prozessen involviert, aber der relative Grad ihrer Beteiligung variiert nach dem Prinzip von Neuheit und Routine....[...]........
In den letzten Jahrzehnten ist die Spezialisierung der Hemisphären zu einem beliebten Thema in der populärwissenschaftlichen Literatur geworden. Es ist üblich geworden, über Therapien der rechten und linken Hemisphäre zu reden, über Merkmale der rechten und linken Hemisphäre und über Persönlichkeiten, die von der rechten oder linken Hemisphäre geprägt sind. Aber dabei muss man beachten, dass die beiden Hemisphären mehr miteinander verbindet als sie voneinander unterscheidet.Die Instrumentalisten, die auf ähnlichen Positionen auf den beiden Seiten des Orchesters sitzen, spielen ähnliche Instrumente. Die Spezialisierung der beiden Hemisphären ist lediglich eine Doppelvariation über dasselbe Thema. (Zitat S.82,83 - Hervorhebungen von mir)
Leider hält sich der Lateralisationsmythos - trotz anderslautender Ergebnisse aus der Hirnforschung - hartnäckig in den Köpfen von Wissenschaftlern und an der Wissenschaft interessierten Menschen. (Ausführlich weiter hier:The spinning girl oder was Wissenschaftler" aus einer optischen Illusion "basteln")
Hat nun Mandalamalen nichts Gutes? Ist hier alles Nützlichkeitsdenken nur reines Wunschdenken?
Nein, nicht ganz ;-):
- 1. Mandalas machen mit geometrischen Formen und Symetrien vertraut.
- 2. Mandalas schulen das "künstlerische" Sehen, sowie - in entsprechenden Kontexten - auch mathematisches Verständnis.
- 3. Mandalas sind ein gutes methodisch-didaktisches Mittel, wenn es um die Ausbildung künstlerischer Fähigkeiten geht.
- 4. Die "Konzentration" auf die Maltätigkeit und die Gleichförmigkeit der Mandalaform, sorgt für eine Fokussierung auf die Handlung und kann daher auch beruhigend wirken....
Allerdings ist auch folgende Begründung in der Ankündigung eines Mandalamalkurses* esoterisches Geschwätz.Keinesfalls handelt es sich dabei um wissenschaftlich belegte "Wirkungen":
"Beim Gestalten von Mandalas geht es immer um das Finden der Mitte. Der Kreis umschließt einen Raum, was sich innerhalb des Kreises befindet ist von Kraft erfüllt und abgegrenzt. Das Mandalamalen fördert die innere Ordnung und Ganzheit"*
Nun,
warum werden denn immerzu neue "Begründungen" einer
angeblich"hirngerechten" Methode aus dem Hut gezaubert? Eine Antwort
darauf haben vor einiger Zeit Untersuchungen einiger
Hirnforscher ergeben (jene waren über ihre Ergebnisse selbst
überrascht......) Info hier: Der betörende Nimbus der Neurowissenschaften......
Nachtrag !:
Einen interessanten Beitrag zum Thema gibt es bei Spektrum Online (kostenfreier Abruf):
Rechtes und linkes Gehirn: Split-Brain und Bewußtsein
* Aus einer Veranstaltungsmitteilung im Haller Kreisblatt vom 07./08. Juli 2007, Lokaes Halle: "Mandalamalen schult Gehirn"
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"Das Malen von Mandalas ist eine Möglichkeit die beiden Gehirnhälften wieder in Einklang zu bringen"
Ahjo -da muß man ganz locker bleiben. Ohne hier Schleichwerbung betreiben zu wollen, plädiere ich dafür, das Klavierspielen zu erlernen. Ein besseres Hirnjogging kann ich mir gerade durch das Vom-Blatt-Spiel kaum vorstellen.
Singen (im Chor) ist zum Gehirnjogging noch viel besser. Das fördert auch noch das Körpergefühl. Und es fordert den ganzen Menschen. Dagegen ist ein Mandala gar nichts. ;-)
"Das fördert auch noch das Körpergefühl."
Genau und das Gemeinschaftsgefühl. Und jetzt alle zusammen: "Seid umschlungen Millionen -diesen Kuß der ganzen Welt"!
Ihr "Duett" müssten wir jetzt nur noch in eine Audiodatei "umwandeln" können. Welch erfrischender Genuss ;-))) DANKE
Liebe Frau Armand,
da haben Sie wieder ein köstlich-einladendes Vorhaben angekurbelt, den esoterischen Spreu vom Neuro-Weizen zu trennen.
Mit „Hirnforschung“ lassen sich viele Sachen gut verkaufen, weil die meisten davon nicht viel verstehen...
Sie lassen Sich nicht vom esoterischen Gerede das Hirn vernebeln, streben eher nach mathematischer Klarheit, die sich im Gehirn auch mit den Begriffen "Symmetrie" und "Symmetriebrechung" finden läßt.
Eine gewisse Spezialisierung der Großhirnhälften (Sprache überwiegend links, Musik mehr rechts) läßt sich nur bei Menschen feststellen, nicht bei Affen oder anderen Säugetieren. Das Großhirn ist ursprünglich wie der ganze Körper bilateral-symmetrisch.
Der Ursprung für die menschliche Spezialisierung der Großhirnhemispären läßt sich im Gebrauch und der Herstellung von Werkzeug (Faustkeil) vermuten, bei dem es vor Million Jahren zu einer Spezialisierung der Hände in eine (grobe) Haltehand und eine feinmotorisch gestaltende Hand kam.
Diese Spezialisierung der Hände wurde natürlich beibehalten, als die Menschen die Schrift erfanden und zur Gestaltung der Schriftzeichen die feinmotorisch trainierte Hand bevorzugten. Mit dem Schreiben gelangte die exakte Artikulation der Sprachfolgen überwiegend in die Seite der dominanten Hand, also deren kontralaterale Hirnhälfte, und wurde dort am stärksten durch Lernprozesse ausgebildet.
Die Unterschiede der beiden Hirnhälften führen jedoch (beim Gesunden) niemals zu Störungen der Art, daß von einer gestörten Harmonie oder mangelndem „Einklang“ die Rede sein kann. Beide Hirnhälften liefern uns ständig gemeinsam optisch ein räumliches Bild, akustisch ein zusammenhängendes Klangereignis, und bei den meisten Tätigkeiten arbeiten die beiden Körperhälften „im Einklang miteinander“, rhythmisch genau aufeinander abgestimmt.
D. Hilsebein und „Violine“ haben meine Gedanken zur Musik schon vorweggenommen und „olle Beethoven“ hat nicht nur die ganze Welt geküßt, sondern auch hinterlassen: „Musik ist höhere Erkenntnis als alle Philosophie“.
Die besten Beweise für das komplex-harmonische Zusammenspiel beider Hirnhälften liefern die Musiker, speziell beim „vom Blatt-Spiel“.
Am Klavier zeigt sich ideal sowohl eine relative Unabhängigkeit als auch ein perfektes Zusammenspiel beider Hände/Hirnhälften, der Organist und der Schlagzeuger können sogar noch die Füße virtuos in das unabhängig-abhängige Geschehen einbeziehen.
Aber auch für die Geigen und Gitarren, Harfen und Holzblasinstrumente braucht man zwei „selbstständige“ Hände, nur die Sänger beherrschen ihre Stimme aus der Mitte, aus „dem Bauch“. Mit welcher Hemispäre singt man? Die beiden Hirnhälften müssen auch beim Gesang unabhängig-abhängig miteinander agieren, links für die Sprache, rechts für die Melodie. Davon hat der Sänger jedoch keine Empfindung wie der Klavierspieler von der linken und rechten Hand.
Der Wert der frühen musikalischen Ausbildung für die Entwicklung des Gehirns
ist ohne Zweifel sehr hoch. Eigene Erfahrung: Die zweistimmige Invention Nr.1 von J.S.Bach habe ich vor 45 Jahren in mein Gedächtnis eingeprägt und kann sie heute noch (neben vielen anderen Kompositionen) auswendig wiedergeben.
Die Vertiefung in Mandalas ist sicher auch wertvoll, wie Sie ausführt haben.
Für die „Harmonisierung der Hirnhälften“ scheint mir eine Wanderung am Meer oder im Wald in etwa gleichwertig.
Und nicht vergessen: Oooooooooooooommmmmmmmmmmmmm ;-))
S.R.
Ach nee...
Symmetrie,Händigkeit als Spezialität des Menschen, "Körper ursprünglich ganz symmetrisch" -- das ist Wunschdenken des Harmonikers.
Funktionelle Asymmetrien: Es ist mittlerweile klar, dass die grossen Affen Handpräferenzen haben, meist ist es die rechte Hand. Papageien übrigens auch, bloss ist es da der Fuss, typischerweise aber der linke. Überwältigend viel Literatur dazu z.B.via Google Scholar, Abfrage "handedness apes" oder "parrots".
Exempla data für anatomische Asymmetrien (die [vergleichende] Anatomie ist mein Forschungsgebiet, ich red' jetzt einfach aus dem Nähkästchen):
Die inneren Organe aller Wirbeltiere sind asymmetrisch. Die Wirbeltiere stammen von Vorfahren ab, deren Körper insgesamt asymmetrisch, wenn nicht gar radiärsymmetrisch war.
Gut.
Mandalamalen schult das Hirn. Aber von zuviel Mandalamalen wir man mandala-malad (in Kopf). Dann bietet es sich an, Palindrome zu basteln, die sind auch hübsch symmetrisch, und ihre Konstruktion zermartert das Gehirn erst recht. Vor allem, wenn man sich dann eine Erläuterung des fertigen Palindroms aus den Fingern saugen muss.
Also - der Psychiater stellt bei seinem Patienten zu seiner eigenen Überraschung die seltene Diagnose der Mandalamal-induzierten Mandalamaladie und fragt sicherheitshalber gleich nach dem Namen des Patienten, um mit dessen privater Krankenversicherung fett abrechnen zu können:
"..ne! Mandalamalad! Namen?"
(na gut - das "n" ist grammatisch falsch..)
und die pharmazeutische Industrie stellt schon die nächsten "Pillendreher" an, welche sich um die medikamentöse Behandlung kümmern ;-)......
P.S.: Vielen Dank, Helmut, für die frankophile Namensgebung ;-))...Mandalamaladie..klingt wie Melodie...da lacht jedes Musikerherz..das wird Steffen Rehm und "Violine" auch freuen....
Lieber Prof. Wicht,
vielen Dank für die Korrektur, ich muß doch mal wieder in den Zoo gehen.
Bei einigen Affen kann man ja den Gebrauch von Werkzeug sehen, und beim Pellen der Bananen kann eine Händigkeit entstehen, das leuchtet ein.
Wenn der Papagei mit einem Fuß die Nuss festhalten und zum Schnabel bringen kann, muß er auf dem anderen Bein fest stehen, Standbein-Spielbein, warum nicht. Bei Krähen könnte das auch der Fall sein, die sind geschickt mit ihren Füßen.
Mit den Symmetrien geht die Natur sehr komplex um, und wir gehen als Embryo durch alle Stadien der Symmetrie: Vom Ei bis zur Blastocyste sind wir kugelsymmetrisch, durch die Gastrulation entsteht Achsensymmetrie wie bei den Hohltieren, und diese wird nach und nach durch bilaterale Symmetrie überlagert bei den Bilateralia, Chordatieren und Vertebraten.
Ein „spielerischer“ Umgang der Natur zeigt sich dabei in Symmetriebrüchen, z.B. der asymmetrischen Position von Herz, Leber, Milz, Gedärmen usw.,
aber Leben ganz ohne Symmetrie kann ich mir nicht vorstellen. In der Botanik ist sie in Blättern und Blüten nicht zu übersehen, auch Rotationssymmetrie (Blütenstände) und Komplementäre Symmetrie (z.B. der DNS-Doppelstrang) treten auf.
Frage an den Fachmann: Gibt es Asymetrien im Skelett oder der Muskulatur? Das wäre mir neu, oder ich habs vergessen, mein Prep-und Histokurs liegen 40 Jahre zurück, ich bin jetzt selbst ein Palindrom (Rentner).
Als schönstes Palindrom ist mir der „Canon cancricans“ aus dem „Musikalischen Opfer“ von J.S.Bach bekannt, in dem zwei Stimmen die gleiche Melodie gleichzeitig vorwärts und rückwärts spielen, und es klingt sogar köstlich.
Für die Harmonisierung der Hirnhälften bei akuter Mandalamaladie empfehle ich:
Palindrooooooooooooooommmmmmmmmmmmmmmmm (3xtäglich).
Mit freundlichen Grüßen
S.R.
Damit auch jene Leser die Diskussion verfolgen können, welche mit dem Wort Palindrom...oder in der Schreibweise von Herrn Rehm "Palindrooooooooooooooommmmmmmmmmmmmmmmm" nichts anfangen können, hier ein Zitat aus Wikipedia:
"Ein Palindrom (von griechisch Παλίνδρομος (palíndromos) „rückwärts laufend“) ist eine Zeichenkette, die von vorn und von hinten gelesen gleich bleibt (wie zum Beispiel das Wort ANNA). Palindrome müssen nicht immer einen Sinn ergeben, die Zeichenkette muss allerdings von vorne nach hinten und von hinten nach vorne von den verwendeten Zeichen und deren Reihenfolge genau gleich sein."
und solche besonderen Symetrien gibt es auch in der Musik:
"Palindrome müssen nicht zwangsläufig nur aus Buchstaben bestehen. So gibt es etwa Musik-Palindrome, also Musikstücke, die sich vorwärts wie rückwärts gespielt gleich anhören oder Zahlenpalindrome, die von vorn oder hinten gesehen den gleichen Wert ergeben (etwa 2442). Primzahlen wiederum, die, im Gegensatz zu Primzahlpalindromen, rückwärts gelesen neue Primzahlen ergeben (also keine Palindrome sind), nennt man Mirpzahlen. Ferner existieren noch Datums-Palindrome, z. B. der 20.02.2002.
Quelle: Palindrom
Ja, wie man sieht, ist ein Palindrom gar nicht so selten. Hochzeitstermine werden gerne auch auf Palindrom-Tage gelegt ;-))
Im Übrigen lohnt sich ein Besuch des Wikipedia-Links. Dort finden sich schöne Beispiele zu Palindromen und man ist danach ein klein wenig klüger......
Lieber Herr Rehm,
schenken Sie sich den Prof., der ich weder bin noch sein will. Ich bin glücklicher PD.
Hätt' ich gewusst, dass Sie "vom Fach" sind, hätt' ich Sie nicht mit Trivia belästigt. Jetzt also ein wenig mehr "hard-core".
Machen Sie sich mal den Spass und suchen Sie im Netz nach Bildern von
"Calcichordata"
"Tunicata"
"Cephalochordata"
Das sind die (Nachfahren der) Tiere, von denen man glaubt, das Sie der Stammform der Wirbeltiere ähnlich sehen. Alle sind asymmetrisch, zum Teil schreiend (Calcichordata), zum Teil "okkult" (über die Cephalochordaten, an denen ich forsche, gäb's endlos Asymmetrisches zu erzählen. Eine Art heisst sogar "Asymmetron". Die auffälligste Asymmetrie der Adulten betrifft die Muskulatur: die segmentalen Muskelblöcke der rechten und linken Körperhälfte sind um ein halbes Segment rostrocaudal versetzt.)
Ich bin halt ein wenig zögerlich, der Symmetrie irgendeinen "höheren" Stellenwert als den der Anpassung und der Simplizität zuzumessen.
Sessile Organismen tendieren zur Radiärsymmetrie oder Asymmetrie, freibewegliche zur bilateralen. Das ist halt so, dafür gibts gute funktionale Gründe: ein Haus ist ja auch (oft) asymmetrisch, ein Auto bilateral.
In Bezug auf die Evolution der Wirbeltiere: unsere Vorfahren waren vermutlich sessil und asymmetrisch. Und wenn die recht haben, die die Tunicaten (s.o.) für unsere nächsten Verwandten halten, dann war auch unser Gehirn ursprünglich asymmetrisch (zwei SEHR unterschiedliche "Hemisphären" bei den Tunicaten; das "Hirn" von meinen Cephalochordaten ist übrigens auch leicht "schief".)
Symmetrie ist darüber hinaus (wie Segmentierung) eine "simple" Methode, an Komplexität zuzulegen, ohne jeweils "das Rad neu erfinden" zu müssen. Man "verdoppelt" einfach ein bestehendes Baumuster (gutes Beispiel: die Stachelhäuter mit vielen, vielen Armen - der radiärsymmetrische 5er-Plan wird einfach multipliziert.)
Nein, irgendwelche "groben" Asymmetrien im Bau des (menschlichen) Skelettes und Muskelapparates kenne ich nicht, wenn man mal von so Feinheiten wie der unterschiedlichen Länge des Musculus cremaster rechts/links absieht.
Liebe Monika Armand,
herzlichen Glückwunsch zu der in der Literatur selten beschriebenen aber offensichtlichen Spontanheilung der chronischen Mathephobie, deren Umwandlung in eine nicht weniger gefährliche Mandalamaladie durch Prof. Wicht zuverlässig verhindert werden kann.
Was das Zusammenspiel der Hirnhälften anbelangt, möchte ich den Blog „Fundsache“ von H.Wicht noch einmal in Erinnerung rufen und das hochinteressantes Experiment zur direkten Beobachtung der Arbeit der beiden (optischen) Hemisphären empfehlen.
Fundsache
Das benötigte Bild finden Sie bei Wikipedia, können es drucken und sofort sehr interessante Ergebnisse sehen, die vom Zusammenspiel der beiden Hirnhälften abhängig sind.
Tafeln von Chartres
Es grüßt
S.R.
Lieber Herr Rehm,
ich danke Ihnen für Ihre Gratulation zur Spontanheilung meiner Mathephobie....allerdings mit der Einschränkung, dass ich dies nur mit Schwimmflügeln und vorsichtigen froschähnlichen Schwimmzügen schaffe.....
Ob Herr Wicht mich von meiner Mandalamaladie heilen kann, weiß nicht so recht. Wenn er in Sachen "Tafeln von Chartes" eine so tiefe Trance entwickeln konnte, wie ich das beim Malen von Mandalas schaffe...ist das dann nicht eine Mandalamaladie-Ersatzhandlung mit ähnlichem Krankheitswert?;-)))
Im Ernst, herzlichen Dank für Ihren Hinweis zu Herrn Wicht's "Fundsache". Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich beim Schreiben dieses Beitrages an seine so wunderschön poetisch gestaltete "Fundsache leider nicht mehr gedacht hatte....
Zitat aus "Fundsache":
"Also ab zu Google, erster Link auf Wikipedia, und in Erwartung magischer Mandalas, fialenverschnörkelter Filigrangotik wie in der Kathedrale von Chartres, "klick" gemacht...
Enttäuschung. Zwei Quadrate, zwei Kreise, zwei Rechtecke, rot und blau. Natürlich geht's bei Wiki nicht ganz ohne esoterisches Klingeling, ein wenig heiliger Gral, ein wenig Merlin, die Tafelrunde des Artus, mindestens, zigeunerisches Geheimwissen, simsalabim ... trotzdem: fade Quadrate.
Um aus der Vernebelung des "esoterischen Klingelings" in etwas ernsthaftere Gefilde zu kommen, habe ich einen interessanten Aufsatz von Joachim Schummer, passend zu unserer zwischenzeitlich auf die "Symetrie" ausgeweiteten Diskussion, gefunden: Symmetrie und Schönheit in Kunst und Wissenschaft (PDF)
Ist es nicht so, dass Symetrie unseren grauen und weißen Hirnzellen einen bequemen Lehnstuhl anbietet und diese in die "Untätigkeit" schickt?
Man kann sich entspannen, man braucht nicht groß nachdenken, man kann sich ein symetrisches Muster leicht merken und sie können auch schnell langweilig werden....alles Hinweise darauf, dass unsere Hirnkapazitäten spritsparend verwendet werden....
Wer in zwei Töpfen die Suppe rührt, rüht spiegelsymetrisch. Wer eine Bewegung mit der rechten Hand macht, ist geneigt dieselbe auch mit der linken zu tun etc.
Und nun kommt der Contrabeweis der Lateralisationshypothese ;-):
Man klopfe sich mit der rechten Hand auf die Brust, während man mit der linken Hand eine kreisförmige Bewegung auf der anderen Brusthälfte vollführt.......
Wem dies spontan sehr leicht gefallen ist, dürfte vielleicht unter einem Split-Brain-Problem leiden ;-))))
@Frau Armand
Klopfen und Kreisen fällt mir leicht, aber ich glaube nicht an mein Brain-Split sondern an mein gutes Training der unabhängigen Bewegungen mit verschiedenen Musikinstrumenten. Es hängt mit „Üben“ zusammen, erst langsam, dann schneller... z.B. die zweistimmige Invention Nr. 1, ein Schlüsselerlebnis.
Es muß aber nicht Musik sein, Jonglieren mit drei Bällen oder schon das Schreiben auf der PC-Tastatur zeigen beachtliche Leistungen in der sensomotorischen Koordination der Hirnhälften, die durch Übung erreichbar sind.
Wer den Führerschein gemacht hat kennt auch die Schwierigkeit, beide Füße für Gas, Kupplung und Bremse zu gebrauchen, während die Hände schalten und lenken. Nach drei Wochen geht dann alles halb automatisch, eine große Erleichterung.
Die ästhetische Wirkung der Symmetrie ist leicht verständlich: weil Symmetrie uns überall begegnet, uns völlig vertraut ist, erzeugt sie in uns das angenehme Gefühl des Vetrauten, läßt nicht das unangenehme Gefühl des Fremden aufkommen.
Auch dafür gibt es schon tierische Vorbilder, z. B. wählen bei vielen Vogelarten die Weibchen ihre Partner nach der Symmetrie der Schwanzfedern aus, symmetrische Schwänze werden bevorzugt.
Uns interessiert wohl mehr die Symmetrie der Gesichter, die wir mit diesem Maßstab als schön oder häßlich beurteilen. Mit der Asymmetrie ist es dabei wie mit dem Salz in der Suppe: Eine Prise tut gut, zu viel davon schadet.
@ H.Wicht,
ich stimme Ihnen zu, wenn Sie in der Symmetrie nur einen simplen Trick zur Massenproduktion sehen. Aber immerhin erkennt man damit, wie die Probleme von der Natur auf einfachste Weise gelöst werden, z.B. die Vermehrung durch symmetrische Teilung in der Mitose. Die dafür nötige Kugelsymmetrie ist der allen Lebewesen gemeinsame Anfang.
Deshalb kann ich immer noch nicht an ein völlig asymmetrisches Lebewesen glauben, eher halte ich dann verdeckte oder verzerrte Symmetrie für wahrscheinlich.
Hier: („die segmentalen Muskelblöcke der rechten und linken Körperhälfte sind um ein halbes Segment rostrocaudal versetzt“) könnte man z.B. von komplementäter Symmetrie sprechen.
Wenn man dann noch neben der räumlichen auch die zeitliche Symmetrie betrachtet, die in allen periodischen, zyklischen, wellenförmigen Bewegungen steckt, kommt leicht das Fazit: Alles Symmetrie.... bis auf die Ausnahmen.
Daß Sie sich mehr für die (spannenden) Ausnahmen als für die (langweilige)
Symmetrie interessieren, kann ich gut nachvollziehen.
Mit Grüßen
S.R.
Kein völlig asymmetrisches Lebewesen?
Wie wär's mit:
Paramecium spec. (das Pantoffeltier)
Chaos chaos (sic! Früher, glaub' ich, hiess das "Amoeba proteus" - auch nicht schlecht, der "Proteus"...)
diverses Geschnecks (mit gedrehtem Gehäuse)
ein Heilbutt, eine Flunder...
Gut, fast alle fangen irgendwie kugelig an. Aber zumindest Chaos chaos spricht jeder Symmetrie Hohn.
Grüße!
...auch unser Gehirn ist nicht, wie uns die schönen "Neuro-Bildchen" immer suggerieren, symetrisch.....Elkhonon Goldberg klärt seine Leser in seinem Buch Die Regie im Gehirn - Wo wir Pläne schmieden und Entscheidungen treffen in klaren Worten darüber auf, was "Sache" ist:
Zitat (S. 125):
"..(..) gehen die traditionelle Neuropsychologie und die kognitive Neurowissenschaft von einer Abstraktion aus, dem "normalen Gehirn", das im Großen und Ganzen als Durchschnitt aller individuellen Gehirne betrachtet wird. Diese vereinfachende Auffassung wurde in vielen Bereichen der kognitiven Neurowissenschaft des Öfteren in absurder Weise auf die Spitze getrieben....[..].. Die Bilddaten werden auf den nach seinem Erfinder benannten "Tailairach-Raum" übertragen, der im Wesentlichen auf dem Gehirn einer einzelnen Franzuösin beruht, das man wahrscheinlich in der Annahme ausgewählt hat, es stelle eine brauchbare Annäherung an alle anderen Gehirne dar. Um die Sache noch zu verschlimmern, wurde nur eine Hemisphäre ausgewählt und gespiegelt, wobei man alles außer Acht ließ, was wir über die Unterschiede zwischen den beiden Hemisphären wissen..."
Ich denke, dass Helmut Wicht, das aus seiner alltäglichen anatomischen Arbeit zu Genüge kennt....
Ist es etwa unser Wunschdenken, was uns glauben lässt, dass vieles symetrisch sei? Ist das Denken in Symetrien uns so geläufig, weil es weitaus "übersichtlicher" ist?
Denn ich muss zugeben, dass ich mir bis zur Lektüre von Elkhonon Goldbergs Buch tatsächlich auch die Windungen in unserem Oberstübchen eher symetrisch, als asymetrisch vorgestellt habe....
Monika,
hab' ich das noch nicht gesagt? Schande! Natürlich ist das Windungsmuster re/li ähnlich, aber nicht deckungsgleich.
http://tinyurl.com/5jgrjx
Ist ein ganz gutes Bild. Hemisphären von oben gesehen - ein Beispiel für eine SEHR stark ausgeprägte Asymmetrie, wie man sie selten findet.
Lieber Helmut, vielen Dank für das schöne "Gehirnbild".
Muss ich Deine Anmerkung so verstehen, dass dies tatsächlich ein "selten" vorkommendes asymetrisches Hirn ist? D.h. für den Regelfall müsste man sich den Anblick deutlich symetrischer vorstellen?
Was sagst Du zu den Bemerkungen von Elkonon Goldberg? Wenn ich Dich richtig verstanden habe stimmst Du ihm zu, oder würdest Du einige Einschränkungen machen wollen?
Ich find auf die Schnelle nur das:
http://tinyurl.com/5ftyw4
(von schräg oben) zum Vergleich. Das ist nun, soweit man's erkennen kann, ein recht symmetrisches Hirn, dennoch sind die Muster der Windungen nicht identisch. Dieses Hirn ist näher an der "Regel" als das erste.
Cave: das ist jetzt das "Bauchgefühl" des Anatomen, der zwar dauernd Hirne in den Fingern hat, die Sache aber nie quantitativ untersucht hat. Natürlich ist das machbar und wohl auch gemacht worden - ich müsste nach Zitaten suchen.
Noch was (da HABE ich genauer drauf geachtet): wenn man auf so einen Cortex guckt, dann kommt es dem Anatomen und seinen Schülern darauf an, bestimmte (konstante) Windungen und Furchen zu erkennen, denn natürlich gibt es ein "Grundmuster", der die Faltung folgt.
Es ist aber oft gar nicht so einfach, dieses Grundmuster zu erkennen. Und oft ist es bei der LINKEN Hemisphäre einfacher, als bei der rechten.
Jetzt frag' mich aber nicht, ob das was mit Links-/Rechtshändigkeit zu tun hat. Ich kenn' die Handpräferenzen meiner Kundschaft nicht und kann sie nicht mehr fragen.
Lieber Herr Rehm,
stimmt, da haben wir Musiker quasi "Heimvorteil" ;-). So ist das, wenn man eine solche "Beweisführung" einem Musiker vorschlägt....das kann nur ins Auge gehen ;-))))))
Die noch Ungeübten dürfen dafür eine Weile umhergurken, bis sie den "Dreh" raus haben. Und dann bekommt das Ganze noch einen schönen Namen: Brain Gym.......und manch einer verdient mit all dem sich noch ne goldne Nase, ohne dass schöne Musik dabei rauskommt......Dank! an unsere Musiklehrer, hatten wir doch "Brain Gym" der edelsten Sorte ;-))))
FAZIT: Musiker = Asymetriekünstler?
Vielfalt oder doch weniger Vielfalt ??.
Symetrie oder eher Asymetrie ??.
Lieber Helmut, beim Anblick Deines neuen Gehirnbildes ist alles doch wieder weniger asymetrisch, als Goldberg dies einen glauben lässt, oder?
Kann ich mich wenigstens auf eine gehörige Asymetrie der Furchen zurückziehen? Unser Plastik-Gehirnmodell, welches mein Mann in seinem Praxisfundus hat ist da jedenfalls schön asymetrisch aufgebaut.
Aber bei Deinem letzten Gehirnbild könnte man ja vor lauter Symetrie glatt "mandalamalad" werden.....immerhin die Okzipitalzone* gefällt mir dort noch am besten ;-)...hier sitzt der "Reiz der Asymetrie"....
So bin ich noch auf der Suche, wieviel physiologisch präsente Asymetrie ein Gehirn nun in der Summe aufweist. Die andere Frage, welche sich stellt, sind dann wiederum die fMRT-Bildchen, welche eher sehr selten symetrisch sind, oder?
* siehe: Gehirn
Hab' gerade mit einem Emeritus hier im Haus geredet, Professor Braak, und der hat mehr Hirn in der Hand gehabt als irgendein anderer Mensch (Hirnwurstmacher im Schlachthof vielleicht mal ausgenommen), und, so glaub' ich, er hat auch mehr davon im Kopf (nicht Hirnwurst - Hirn!) als mancher andere, mich eingeschlossen. Ich mag den Braak.
Und Professor Braak sagt: "Jawoll, die linke Hemisphäre ist meist "typischer" als die rechte, und das liegt vor allem daran, dass der Gyrus frontalis inferior [mit dem motorischen Sprachzentrum darin] "lehrbuchhaft" aussieht, id est: weniger interindividuelle Variationen aufweist als der rechte. Und der linke Okzipitalpol ist immer ein wenig spitzer als der rechte und die linke Hemisphäre insgesamt deshalb etwas länger. Und ausserdem sind Frauenhirne generell symmetrischer als Männerhirne."
Was das BEDEUTET, dazu sagt er aber nix, denn er ist ein kluger Mann.
Liebe Monika Armand,
„Vielfalt oder doch weniger Vielfalt ??.
Auch mal Symetrie oder immer Symmetrie ?? ;-))
Die optimale Kürze in der Sprache ist mir wichtig, speziell wenn sie in der Mathematik auf die Spitze getrieben wird. Solche Vokal- und Konsonantenverschwendung, wie ich sie hier mit OM und Palindrom betrieben habe, ist eigentlich nicht mein Ding, überflüssige Redundanz usw., nur als kleiner Gag ein Mal annehmbar.
Bei dem Wort „Symmetrie“ scheint mir das doppelte M aber irgendwie gerechtfertigt, vielleicht als bildlicher Ausdruck der Symmetrie, also auf dieses doppelte M würde ich nicht gern aus Sparsamkeit oder sonstigen Gründen verzichten, auch, weil es so üblich ist. Ich gebe zu: Jeder weiß, was gemeint ist,
das doppelte M ist echt überflüssig, vielleicht bringt die nächste Rechtschreibereform (RSR) ihre Schreibweise zur Norm, aber ich bin da ein Bischen altmodisch ;-)
@ H. Wicht
Das Pantoffeltierchen habe ich vor 50 Jahren mit meinem ersten Mikroskop beobachtet; von Symmetrie ist da wirklich nichts zu sehen, aber heute lese ich in dem Buch „Das Rätsel der Schneeflocke“ von Ian Stewart, SPEKTRUM-Verlag, S.63: „Seine Fortbewegung ist eine Art Symmetrie, die Raum-Zeit-Symmetrie einer wandernden Welle, ähnlich den Füßen eines Tausendfüßlers.“
Der Autor beschreibt auch die gestaltlose Amöbe und wie deren Bewegung aus einem symmetrischen Aufbau und Abbau von Tubulinröhren vor sich geht, und in dem logarithmischen Maßstab der spiraligen Schneckengehäuse sieht er eine Skalensymmetrie. Sehr umfassend und leicht verständlich geschrieben ist dieses Buch eine gute Ergänzung zu „Mainzer-Komplexität“, und zur anhaltenden Stabilisierung von Frau Armands Mathephilie ist es bestens geeignet. Der Mathematiker kann ein ganzes Buch über Schneeflocken schreiben ohne langweilig oder trivial zu werden. Er gibt auch zu: Ohne Symmetriebrechung wäre aus dem ursprünglich symmetrischen Urknall nichts Vernünftiges geworden.
Intuitiv müssen das schon die Erbauer der Pyramiden erkannt haben. Sehr viele Reliefbilder aus dieser Zeit(ca.1500v.C.) sind streng symmetrisch bis auf eine Kleinigkeit, oft in der Mitte, die das Prinzip durchbricht. Diese kleine Asymmetrie erhöht die Wirkung des Bildes enorm.
In der Musik sind es die Synkopen und die asymmetrischen Rhythmen, der Dreier, Fünfer oder Sieben-Viertel-Takt, die eine starke Spannung erzeugen.
Zum Marschieren sind die aber ungeeignet, dazu haben wir unsere beliebten vier Viertel, symmetrisch wie eine Marschkolonne.
Grüße
S.R.
Nun hat's mich doch kalt erwischt, bevor ich klammheimlich meinen blinden Fleck bzgl. der Rubrik "Beliebte Fehler : symetrisch / symmetrisch " in meinen Beiträgen korrigieren konnte.
Mea Culpa...da hilft auch keine Ausrede von wegen, das Palinnnnndroooooom hätte mich völlig verwirrt......wie wärs alternativ mit der "Lehrerschuldtheorie"?
... nobody is perfect ....auch ich nicht ;-)
Herr Zinken hat den Beitrag von Michael S. Gazzaniga, passend zu unserem Thema freigeschaltet.
Gazzaniga berichtet über die Ergebnisse jahrzehntelanger Studien an Patienten mit chirurgisch getrennten Großhirnhälften (Split Brain). Die Wissenschaftler nehmen an, dass sie das Verständnis für den funktionellen Aufbau des Gehirns und das Wesen des Bewußtseins vertieft haben :
Rechtes und linkes Gehirn: Split-Brain und Bewußtsein
Allerdings darf bei allen interessanten Erkenntnissen nicht außen vor bleiben, dass hier Forschungsergebnisse auf die Funktionsweise "gesunder" Gehirne übertragen werden. Ob diese Rückschlüsse zutreffend sind, ist auch unter Neurowissenschaftlern umstritten, da die hohe Plastizität unseres Gehirns nach Durchtrennung des Balkens sicherlich "Ausweichfunktionen" entwickelt.
Die Gehirnhälften "gesunder" Probanden kommunizieren über den sog. "Balken" (Corpus Callosum) miteinander. Bei Split Brain - Patienten entfällt diese Kommunikation, so dass Defizite über Umwege ausgeglichen werden....(= Plastizität)
Das Erstellen von Mandalas kann jedoch noch einen anderen Aspekt haben, der - je nach dem, wie es jemand betreibt - über Konzentration hinausgeht und durchaus bereits die Meditation berührt.
(s. z.B. "Mandala" vereint Nanotech und Tibet-Mönche)
Und zur Meditation gibt es ja schon einige neurowissenschaftliche Forschung, die eine Veränderung des Gehirns durch Meditation zumindest für möglich hält, wenn nicht nahe legt.
(s. z.B. Mitgefühl kann gelernt werden
Mönche in der Magnetröhre
und irgendwo auch in den braincasts).
Ein Zweiwochenkurs im Mandalamalen wird für derartige Veränderungen allerdings wohl nicht ausreichen.
Keinesfalls "nur am Rande" können Ihre Feststellungen stehen bleiben. Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis. Insbesondere den Bericht: ""Mandala" vereint Nanotech und Tibet-Mönche"
fand ich sehr beeindruckend.
Wobei ich Bedenken habe, die gestreuten Sand-Mandalas der Mönche mit dem europäischen "Mandalaausmalen" zu vergleichen.....
Bei den Mönchen sind bestimmte religiöse Vorstellungen damit verbunden. Das Mandalastreuen ist genau genommen schon ein meditativer Vorgang durch die Art des Vorgehens.......
Ob sich Europäer darin so vertiefen, hochreligiöse Gedanken dabei in sich tragen....hmm......da kommen mir dann doch so manche Zweifel
So gesehen, sollten wir, sofern wir "echtes" Mandalamalen mitsamt den positiven "Nebenwirkungen" machen möchten, erst in eine tibetianische Klosterschule gehen...;-)
Ich bin heut etwas "mandalamalad" und habe dieses interessante Link :Diagnosemöglichkeiten mit Mandalas nach W.Mertl & H.Janko gefunden.... Damit verbunden eine Psychologische Praxis und viele "Erklärungen" zum "Mandala"........
Nein, keine Sorge, ich werde noch nicht zum Mandalaismus konvertieren.......denn ich hab mir überlegt, ob ich etwas weniger aufwendig dasselbe mit "Räucherstäbchen" erreichen kann ;-))??
Hallo,
wieder ein prima Artikel, kontra Esoterik,
danke!
Habe ihn leider erst jetzt entdeckt...
Gruß